Soziotechnische Kraftfahrzeugsysteme – The Car that Cares

Die soziotechnische Beziehung in einem zukünftigen fürsorglichen Auto wird von der Beziehung zwischen individuellem Fahrer und den technischen Systemen des Fahrzeugs sowie dem gesamten umgebenden Verkehr und der straßenseitigen Infrastruktur gekennzeichnet. Die relevanten Szenarien für dieses Projekt sind komplexe Fahrsituationen, in denen verschiedene Fahrer, Autos und eine intelligente Infrastruktur kooperativ planen und Fahrmanöver durchführen. Die Vision eines zukünftigen soziotechnischen Fahrzeugsystems – ein fürsorgliches Auto – geht weit darüber hinaus: Autos werden mit anspruchsvollen kooperativen Assistenzsystemen ausgestattet sein, die es den einzelnen Verkehrsteilnehmern erlauben, spezielle Fahrmanöver kooperativ zu planen und eine Vorgehensweise als soziotechnisches System, bestehend aus Fahrer, Fahrzeug und umgebenden Verkehrsteilnehmern, auszuhandeln.

Das Gesamtziel von The Car That Cares (CtC) liegt darin Prozesse, Techniken und Softwarewerkzeuge zu realisieren, welche die die Anforderungen des menschlichen Faktors und die eines funktionalen Designs während allen Phasen des Entwurfs, der Realisierung und der Evaluierung des Systems in Waage hält die Entwicklung von soziotechnischen Fahrzeugsystemen ermöglichen, die sich kontinuierlich sowohl an ihren internen Zustand (z.B. Gesundheit des Fahrers, aktuelle Aufgaben) als auch an ihren externen Zustand (z.B. Wetter, Verkehr) anpassen und eine situationsbezogene kooperative Interaktion mit dem Fahrer des Autos anbieten. Diese Prozesse, Techniken und Werkzeuge werden in die Reference Technology Platform integriert und in eine Methodik eingebunden, welche die Anforderungen des menschlichen Faktors und die eines funktionalen Designs während aller Phasen des Entwurfs, der Realisierung und der Evaluierung des Systems in Waage hält. Das Living Lab AIM wird als Zielplattform eingesetzt, um zum Abschluss zu demonstrieren, wie die neue Technologie benutzt wird, die in diesem Projekt entwickelt wurde. Im Rahmen des Living Labs AIM werden wir zudem einen modelbasierten Ansatz entwickeln, um verschiedene Bausteine (für das Auto sowie die Infrastruktur) für fortschrittliche Assistenz- und Automatisierungssysteme zu realisieren.

Die Hauptforscher des Projekts stammen aus verwandten Forschungsbereichen der kognitiven Psychologie, der Mensch-Modellierung (Human Modeling), des umgebungsunterstützten Lebens (AAL), der multimodalen Benutzerschnittstellen und des Entwurfs sicherheitskritischer Systeme (Critical Systems Engineering). Ihr Fokus wird in verschiedenen Arbeitspaketen auf den folgenden Aufgaben liegen: Die Entwicklung eines Kooperationsmodels einer Vielzahl von Fahrern und Systemen mit innovativen Formen der Interaktion mit Fahrassistenzsystemen. Die Beurteilung des kognitiven, emotionalen und gesundheitlichen Zustands des Fahrers innerhalb des soziotechnischen Systems wird durch eine multisensorische Betrachtung ermöglicht. Basierend auf dem Zustand des soziotechnischen Systems, inklusive des kognitiven, emotionalen und gesundheitlichen Zustand des Fahrers, wird das fürsorgliche Fahrzeug den Fahrer unterstützen und Empfehlungen geben, um die Sicherheit, den Komfort und die Gesundheit durch adaptive multimodale Benutzerschnittstellen für verschiedene Sinne zu verbessern. The entwickelten Methoden, Techniken und Werkzeuge, werden in eine Entwurfsmethodik integriert, die die Anforderungen des menschlichen Faktors und die eines funktionalen Designs während allen Phasen des Entwurfs, der Realisierung und der Evaluierung des Systems in Waage hält.

 

Kontakt

projektleitung

Prof. Dr. Susanne Boll-Westermann

susanne.boll(at)offis.de