Was ist das „Wissenschaftliche Zentrum Genealogie der Gegenwart“ (WiZeGG)?

Das „Wissenschaftliche Zentrum Genealogie der Gegenwart“ ist eine interdisziplinär ausgerichtete und fakultätsübergreifende Forschungseinrichtung der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Sein Ziel ist eine Genealogie der Gegenwart im Sinne einer Analyse kultureller Formen gesellschaftlicher Selbstproblematisierung in der „Moderne“.

Unter der begrifflichen Trias „Basisprozesse“, „Deutungen“ und „Interventionen“ sollen Gesellschaften, die sich selbst als „modern“ begreifen, mit einem historiographisch-praxeologischen Instrumentarium in kulturwissenschaftlicher Perspektive daraufhin analysiert werden, wie sie sich selbst steuern, modellieren und dabei transformieren. Der Begriff der „Moderne“ wird damit in seiner Doppelläufigkeit als analytische Kategorie und historisch situierte Selbstzuschreibung in Stellung gebracht, während „Gegenwart“ als jener Erfahrungshorizont verstanden wird, der die spezifischen Eigenzeiten und Ungleichzeitigkeiten einer Epoche ausmiss.

Gegenwärtige Entwicklungen, Problemlagen und der gesellschaftspolitische Umgang mit ihnen wie der Umbau des Sozialstaats und die Subjektivierung von Arbeit und Leben werden in ihrer Genese historiographisch situiert, in ihrer Semantik kulturwissenschaftlich aufgeschlüsselt und in ihrer Funktionsweise soziologisch beschrieben, um sie in ihren Möglichkeiten und Grenzen kritisch analysieren zu können. Dazu werden „Basisprozesse“, „Deutungen“ und „Interventionen“ als wechselseitig aufeinander bezogene Dimensionen der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit als und in der Moderne in den Blick gebracht. Dieser Analyseoptik liegt die Überlegung zugrunde, dass die gesellschaftliche Realität nicht unabhängig von ihrer zeitgenössischen Aneignung und Vermittlung analysiert werden kann. Mit ihr ist die Erwartung verbunden, eine empirisch informierte Theorie der Konstituierung und Reflexion des Sozialen und ihrer Möglichkeitsbedingungen in der Moderne zu entwickeln.

Die (Gründungs-)Mitglieder sind Geistes-, Kultur- und SozialwissenschaftlerInnen, deren Forschungen über das Zentrum so aufeinander bezogen werden, dass sie sich thematisch, theoretisch und methodisch ergänzen, befragen und stimulieren. Damit sind – über die interdisziplinäre Vernetzung mit internen und externen WissenschaftlerInnen und Institutionen hinaus – die Ziele einer deutlichen Profilierung kulturanalytischer Forschung an der Universität Oldenburg, die Initiierung weiterer Forschungsprojekte sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verbunden.

 

Kontakt

Dr. Nikolaus Buschmann, Rea Kodalle und WiZeGG-Direktor Prof. Dr. Thomas Alkemeyer (von links)

 

Sie erreichen das Zentrum per eMail unter wizegg(at)uni-oldenburg.de

oder über Rea Kodalle

Tel.: +49-(0)441-798-4849
Fax: +49-(0)441-798-5827
rea.kodalle(at)uni-oldenburg.de