Thomas Etzemüller

Einführung in die Biografieforschung

 

In diesem Buchprojekt habe ich meine theoretischen Überlegungen und praktischen Erfahrungen mit dem Genre "Biographie" systematisiert. Das Buch analysiert Struktur, Funktion und Funktionieren von Biographien und demonstriert das an ausgewählte Beispielbiographien. Es soll weniger einen möglichst vollständigen Überblick über die umfangreiche Biografieforschung bieten bzw. Forschungsdiskussionen nachzeichnen, sondern Biographien als Medium, Gesellschaft zu beobachten und zu verhandeln, untersuchen. Im Mittelpunkt steht das "biographische Paradox": Philosophen und Soziologen beschreiben den Menschen als fragmentiertes Wesen, das Genre der Biographie aber erfordert die narrative Einheit eines Lebenslaufs von der Geburt bis zum Tod.Durch dieses Paradox rückt der konstruktivistische Charakter von Biografien ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Wichtigste Publikationen:

Biografien. Lesen - erzählen - erforschen, Frankfurt/Main, New York 2012

Das biographische Paradox - oder: wann hört eine Biographie auf, eine Biographie zu sein?, in: Non Fiktion 8, 2013, S. 89-103