Semester: Wintersemester 2014/2015

4.07.146 Bekennen und Widerstehen - in Barmen (1934) und seit Sharpeville/Cottesloe (1960)


Veranstaltungstermin

  • Dienstag: 16:00 - 18:00, wöchentlich

Beschreibung

Deutschland und Südafrika verbindet eine besondere Geschichte: beide Länder haben im 20. Jahrhundert die Überwindung menschenfeindlicher Unrechtsregime erlebt. Am Kampf gegen den Nationalsozialismus in Deutschland (1933-1945) und die Apartheid in Südafrika (1948-1994) waren Einzelpersonen, aber auch einige Organisationen beteiligt, darunter auch aus dem kirchlichen Bereich. In beiden Ländern sind inzwischen demokratische Rechtstaaten entstanden, die auf der Achtung der Menschenrechte gründen.

Zwei Dokumente stehen in besonderer Weise für diesen Kampf: Die Barmer Theologische Erklärung ist eine Zusammenfassung der Überzeugungen, deretwegen Einzelpersonen und Verbände innerhalb der evangelischen Kirche in Deutschland Lehre und Praxis des Nationalsozialismus zurückwiesen und Widerstand leisteten. Sie wurde vor mittlerweile rund achtzig Jahren am 29.-31.Mai 1934 verabschiedet. Die Cottesloe Declaration ist eine theologische Stellungnahme der Mitgliedskirchen des Weltkirchenrates, die im Dezember 1960 in Cottesloe bei Johannesburg als Reaktion auf Gräueltaten des Apartheidregimes verabschiedet wurde, die mit dem Massaker in Sharpeville (21. März 1960) einen Höhepunkt erreicht hatten. Auch sie ist mittlerweile über ein halbes Jahrhundert alt, wurde diskutiert, ausgelegt, aber auch einfach übergangen.

"Barmen" und "Sharpeville/Cottesloe" sollen nun erneut analysiert und im Lichte von Entwicklungen in der ökumenischen Theologie mit besonderem Augenmerk auf Deutschland und Südafrika untersucht werden - und zwar in Bezug auf die Kontroversen um das Programm des Weltkirchenrates zur Bekämpfung des Rassismus (PCR) (1969), den Aufruf zu Wirtschaftssanktionen gegen die Apartheid (1970) bis hin zu jüngster Kritik an der Arbeit und den Ergebnissen der Wahrheits- und Versöhnungskommission (1995-1998). Der kritische Rückblick soll den Zeitraum bis hin zum Massaker in Marikana (16. August 2012) umfassen. Die übergreifende Fragestellung soll lauten: Wo und aus welcher Überzeugung heraus erfolgen das Bekennen und der Widerstand gegen menschenfeindliches staatliches handeln in Deutschland und in Südafrika heute?

DozentIn

Studienmodule

  • the249 Fragen und Themen der Systematischen Theologie
  • the349 Mastermodul: Systematische Theologie
  • the631 Christliche Lehrbildung und Lebensgestaltung im ökumenischen Diskurs (Systematische Theologie; Ethik / Dogmatik)
  • the761 Ökumeneschwerpunkt Oldenburg

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Anzahl der freigegebenen Plätze für Gasthörende
3

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Deutschland und Südafrika verbindet eine besondere Geschichte: beide Länder haben im 20. Jahrhundert die Überwindung menschenfeindlicher Unrechtsregime erlebt. Am Kampf gegen den Nationalsozialismus in Deutschland (1933-1945) und die Apartheid in Südafrika (1948-1994) waren Einzelpersonen, aber auch einige Organisationen beteiligt, darunter auch aus dem kirchlichen Bereich. In beiden Ländern sind inzwischen demokratische Rechtstaaten entstanden, die auf der Achtung der Menschenrechte gründen. Zwei Dokumente stehen in besonderer Weise für diesen Kampf: Die Barmer Theologische Erklärung ist eine Zusammenfassung der Überzeugungen, deretwegen Einzelpersonen und Verbände innerhalb der evangelischen Kirche in Deutschland Lehre und Praxis des Nationalsozialismus zurückwiesen und Widerstand leisteten. Sie wurde vor mittlerweile rund achtzig Jahren am 29.-31.Mai 1934 verabschiedet. Die Cottesloe Declaration ist eine theologische Stellungnahme der Mitgliedskirchen des Weltkirchenrates, die im Dezember 1960 in Cottesloe bei Johannesburg als Reaktion auf Gräueltaten des Apartheidregimes verabschiedet wurde, die mit dem Massaker in Sharpeville (21. März 1960) einen Höhepunkt erreicht hatten. Auch sie ist mittlerweile über ein halbes Jahrhundert alt, wurde diskutiert, ausgelegt, aber auch einfach übergangen. "Barmen" und "Sharpeville/Cottesloe" sollen nun erneut analysiert und im Lichte von Entwicklungen in der ökumenischen Theologie mit besonderem Augenmerk auf Deutschland und Südafrika untersucht werden - und zwar in Bezug auf die Kontroversen um das Programm des Weltkirchenrates zur Bekämpfung des Rassismus (PCR) (1969), den Aufruf zu Wirtschaftssanktionen gegen die Apartheid (1970) bis hin zu jüngster Kritik an der Arbeit und den Ergebnissen der Wahrheits- und Versöhnungskommission (1995-1998). Der kritische Rückblick soll den Zeitraum bis hin zum Massaker in Marikana (16. August 2012) umfassen. Die übergreifende Fragestellung soll lauten: Wo und aus welcher Überzeugung heraus erfolgen das Bekennen und der Widerstand gegen menschenfeindliches staatliches handeln in Deutschland und in Südafrika heute?

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
6