Semester: Sommersemester 2017

3.05.526 Sound im Labor. Schnittstellen zwischen Kunst, Technik und Wissenschaft in Klangexperimenten


Veranstaltungstermin

  • Donnerstag: 12:00 - 14:00, wöchentlich

Beschreibung

Zwischen 1800 und 1930 gab es eine Vielzahl technischer Innovationen, vor allem auch im Bereich der akustischen Medien, die das Leben wesentlich prägten: Phonograph, Grammophon, Mikrophon, Lautsprecher, Telefon und Radio. Die neuen Kenntnisse führten auch zur Entwicklung neuartiger Verfahren zur Visualisierung von Klang. Mit der heutigen Klangsynthese am PC ist eine Rückkehr zu frühen Verfahren verbunden. Die Arbeit im Soundstudio changiert zwischen Kunst und Technik, so wird die Bezeichnung 'Toningenieur' dem künstlerischen Anspruch des Berufs nicht mehr gerecht.
Technische Innovationen haben seit jeher die Kreativität von Künstlern befeuert. So experimentierte der Soundkünstler Alvin Lucier für seine Soundperformances und -aufnahmen mit Methoden und Entdeckungen, die zeitgleich von Physikern entwickelt wurden. Und in der teilweise von Björk produzierten Musik der Band Matmos werden die Klänge von chirurgischen Operationsinstrumenten zu ästhetischen Werkzeugen.
Bezogen sich wissenschaftliche Experimentalsysteme bis in die Mitte der 1980er Jahre vornehmlich auf die Naturwissenschaften, zeigen sich Experimentalstrukturen nun auch in den empirischen Wissenschaften. Dabei wird der Hörsinn als wissenschaftliches Erkenntnisinstrument wieder in Betracht gezogen. Die Entwicklung neuer Medien führt auch zu einer Transformation von Forschungsmethoden im Labor. Die Sonifikation, also die Hörbarmachung vermeintlich lautloser naturwissenschaftlicher Phänomene, wurde 2016 mit der Entdeckung der Gravitationswellen populär – Sound Remixes von 'Ligo' erschienen kurz darauf in Internetportalen für elektronische Musik. Mithilfe bioakustischer Ansätze erhoffen sich Wissenschaftler Erkenntnisse über das Zusammenleben von Tieren, und Soundökologen diagnostizieren anhand von Tonufnahmen das Aussterben spezifischer Amphibien.
Im Seminar sollen die seit dem frühen 19. Jahrhundert bestehenden Schnittstellen zwischen akustischer Wissenschaft und experimenteller Klangkunst anhand konkreter Beispiele – gerne auch aus dem Bereich der Popularmusik – veranschaulicht werden.
Welche Erkenntnisse können durch die oft experimentellen Ansätze in Soundkunst und Klangwissenschaft gewonnen werden? Kann man zu Remixes der Sounds von kollidierenden

DozentIn

Studienmodule

  • inm730 Medientheorie und -geschichte: auditive Medien
  • mus736 Systematische Musikwissenschaft und Musiken der Welt

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Anzahl der freigegebenen Plätze für Gasthörende
2

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Im Seminar sollen die seit dem frühen 19. Jahrhundert bestehenden Schnittstellen zwischen akustischer Wissenschaft und experimenteller Klangkunst anhand konkreter Beispiele – gerne auch aus dem Bereich der Popularmusik – veranschaulicht werden.

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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