Semester: Wintersemester 2015/2016

3.06.044 Vom Kritiker zum Mittler


Veranstaltungstermin

  • Montag: 18:00 - 20:00, wöchentlich

Beschreibung

Die nationalsozialistische Kulturpolitik zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass das Potenzial möglicher sozialer Aktivitäten im Feld der Kunst herrschaftstechnisch aufgeschlossen worden ist (Brenner 1963). Ein Thema in diesem propagandistischen Geflecht ist die reglementierte Vermittlung von Kunst. Damit war auch das Feld der Massenkommunikation – die Presse – Teil der "Propaganda Maschinerie" (Thomae 1978). Im Zuge dessen waren, nach einem Erlass durch Goebbels von 1936, die bisherigen Kunstkritiken durch Kunstberichte abzulösen. Den JournalistInnen wurde gleichzeitig damit die pädagogische Aufgabe der Vermittlung von Kunst anstelle ihrer Kritik zugewiesen. Wichtig ist, dass der oftmals in der Forschung pauschalisierende Begriff der Gleichschaltung der Presse im NS nicht erreicht werden konnte. Diese Auffassung wird weder den faktischen Differenzen gerecht, noch wird dort die Auseinandersetzung mit dem kulturpolitisch verordneten Erziehungsauftrag der Mittler berücksichtigt. Insofern gilt es, die Kunstberichte als Teil eines Diskurses zu begreifen, an dem sich sowohl die spezifisch faschistischen Kontrollprozeduren ablesen lassen, als auch die Formen des Agierens ihrer ProduzentInnen unter diesen Bedingungen. Im Seminar wollen wir uns deshalb mit Primärquellen (Kunstberichte)- v.a. über die "Große Deutsche Kunstausstellung" (GDK) in München – befassen.

DozentIn

Studienmodule

  • kum040 Kunst, Medien und ihre Vermittlung

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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