Semester: Sommersemester 2015

4.03.243 Foucault und Deleuze


Veranstaltungstermin

  • Montag: 16:00 - 18:00, wöchentlich

Beschreibung

Das Denken von Foucault und Deleuze ist über die Grundbegriffe der Genealogie, des Sinns, der Kraft und der Macht mit Friedrich Nietzsche verbunden. Der Genealoge entdeckt im „Ursprung“ ein Gegeneinander von Kräften, die eine bestimmte Ordnung hervorbringen und ihre wesenhafte Zerbrechlichkeit zum Thema machen. Nietzsche wende sich sowohl „gegen die Idee der Begründung von oben, die die Werte gegenüber ihrer Herkunft indifferent lässt, wie gegen die Idee einer einfachen Kausalableitung oder eines platten Anfangs, die die indifferente Herkunft der Werte postuliert“ (Deleuze 1991).
Foucaults Kritik am hermeneutischen Sinnbegriff, der eine bestimmte Aussage auf ein Subjekt oder ein Bewusstsein bezieht, greift Nietzsches Wissen von der Bedeutung der Praktiken auf, die einen bestimmten Sinn allererst hervorbringen. Damit kommt keine Bedeutungsanalyse mehr um die Problematisierung der Wertsetzungen herum, die für eine bestimmte historische und kulturelle Situation festlegen, was unter Krankheit, Wahnsinn, Verbrechen, Sexualität, Begehren oder Erziehung zu verstehen ist. 1967 zeichnen Foucault und Deleuze gemeinsam für die französische Ausgabe der von Colli/Montinari veranstalteten Kritischen Gesamtausgabe der Werke und des Nachlasses von Nietzsche verantwortlich, die dann 1980 als deutsche Taschenbuchausgabe bei dtv publiziert wurde.
Das Seminar setzt sich zum Ziel, am Leitfaden von Nietzsche, Foucault und Deleuze in die genealogische Denkweise einzuführen, die in Oldenburg in Lehre, Studium und Forschung eine wichtige Rolle spielt.

Literatur: Friedrich Nietzsche: Zur Genealogie der Moral. In: ders. Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe. Band 5, München 1980, S. 245-421; Michel Foucault: Nietzsche, die Genealogie, die Historie (1971, pdf), Michel Foucault: Von der Subversion des Wissens, München 1974; Michel Foucault: Was ist Kritik? Berlin 1992; Michel Foucault: Der Mut zur Wahrheit, Frankfurt am Main 2010; Michel Foucault: Einführung in Kants Anthropologie, Frankfurt am Main 2010; Michael Ruoff: Foucault-Lexikon, Paderborn 2009; Clemens Kammler/Rolf Parr und Ulrich Johannes Schneider (Hrsg.): Foucault Handbuch. Leben-Werk-Wirkung, Stuttgart 2014; Gilles Deleuze: Foucault, Frankfurt am Main 1992; Gilles Deleuze: Nietzsche und die Philosophie, Hamburg 1991; Gilles Deleuze: Kants kritische Philosophie, Berlin 1990; Gilles Deleuze/Felix Guattari: Was ist Philosophie? Frankfurt am Main 1996; Gilles Deleuze/Felix Guattari: Kafka. Für eine kleine Literatur, Frankfurt am Main 1976, Johanna-Charlotte Horst u.a. (Hrsg.): Unbedingte Universitäten. Was ist Universität? Texte und Positionen zu einer Idee (mit Texten von Foucault und Deleuze).

DozentIn

Studienmodule

  • pb002 Ästhetische Bildung
  • pb003 Hermeneutik und Handlungsorientierung
  • phi240 Ästhetik / Kulturphilosophie
  • phi320 Praktische Philosophie und ihre Konsequenzen für die Gesellschaft
  • phi520 Philosophie der Gesellschaft

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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