Semester: Sommersemester 2017

4.02.021a Von armen Schluckern und Beutelschneidern: Ausgrenzung in der spätmittelalterlichen Stadtgesellschaft (Gruppe 1)


Veranstaltungstermin

  • Donnerstag: 10:00 - 12:00, wöchentlich

Beschreibung

Bitte kombinieren Sie das Seminar mit der Vorlesung 4.02.020.

Wer sich einen Weg durch die spätmittelalterliche Stadt bahnt, begegnet nicht nur hoch angesehenen Bürgern wie z.B. Ratsherren, Fernhändlern, Zunfthandwerkern oder Vertretern des städtischen Klerus, sondern auch einer heterogenen Masse von Personen, die - aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft - aus ganz unterschiedlichen Gründen "nicht (richtig) dazugehören", ausgegrenzt und doch fester Bestandteil der Stadtgesellschaft sind. Zu denken ist dabei z.B. an Arme und Kranke, an diejenigen, die einen sog. 'unehrlichen Beruf' ausüben, an Kriminelle und Kriminalisierte oder auch an religiös und/oder ethnisch Fremde. Ein passendes "Etikett" für diese heterogenen Personenkreise gibt es nicht; sie eint zunächst nur, dass sie sich in einem eigentümlichen Spannungsverhältnis von gesellschaftlicher Duldung und sozialer Ausgrenzung oder gar Ächtung bewegen. Greifbar wird dieses Spannungsverhältnis in einer Vielzahl städtischer Quellen, die zugleich Werte und Normen der Mehrheitsgesellschaft vor Augen führen.
An diesem Punkt setzt das Seminar an und nimmt zunächst die genannten und auch andere Gruppierungen einzeln in den Blick, um sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Fragen nach Trägern, Motiven und Mechanismen von gesellschaftlicher Ausgrenzung in der spätmittelalterlichen Stadtgesellschaft nachzugehen. Dabei wird auch in zentrale Aspekte mittelalterlicher Stadt- und Sozialgeschichte eingeführt, wesentliche Hilfsmittel der Mittelalterforschung vorgestellt und grundlegende methodische Kenntnisse für die Arbeit mit mittelalterlichen (Original-)Zeugnissen vermittelt.

DozentIn

Studienmodule

  • ges121 Geschichte des Mittelalters

Studienbereiche

  • Geschichte

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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