Semester: Wintersemester 2014/2015

3.06.135 Repräsentation von Migration und Flucht nach Europa in Film, Video und Fotografie


Veranstaltungstermine

  • Mo., 09.02.2015, 14:00 - 16:00
  • Mo., 12.01.2015, 12:00 - 18:00
  • Mo., 20.10.2014, 14:00 - 16:00
  • Montag: 14:00 - 18:00, zweiwöchentlich
  • Sa., 17.01.2015, 10:00 - 18:00

Beschreibung

In den letzten Jahren fand in der visuellen Kultur eine vermehrte Auseinandersetzung mit dem Thema um Migration und Flucht nach Europa statt. Die Konzeptualisierung des Seminars basiert auf der Annahme, dass Migration und Flucht, Europa und die zwischen ihnen gezogenen Grenzen dabei nicht abgebildet sondern spezifische (Vorstellungs-)Bilder von ihnen hervorgebracht werden. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass Bildpolitiken für die Praktiken des europäischen Grenzregimes als auch für die politischen Kämpfe für das Recht auf Migration und Flucht eine zentrale Rolle einnehmen. Vor diesem Hintergrund sollen in dem Seminar verschiedene Aspekte der Repräsentation von Migration und Flucht nach Europa anhand einer Auswahl verschiedenster Formate (Spiel- und Dokumentarfilme, TV-Berichte, Pressefotografien, künstlerische Arbeiten, Musikvideos, Comics und Projekte an der Schnittstelle von Kunst und politischem Aktivismus) behandelt werden. Damit einhergehend wird die jüngere Forschung zu dem Verhältnis visueller Kultur, politischen Praktiken und Migration und Flucht kritisch diskutiert. In der Beschäftigung mit dem Themenkomplex des Seminars bleibt oft unhinterfragt, dass Nationen und supranationale Zusammenschlüsse autonome, räumlich fixe und klar umrissene Einheiten sind, angesichts derer Migrations- und Fluchtbewegungen zwangsläufig als Devianz erscheinen. Davon ausgehend, dass die kritische Auseinandersetzung mit der Repräsentation von Migration und Flucht nur dann produktiv sein kann, wenn auch einer Revision unterzogen wird, wie nationale und supranationale Formationen imaginiert werden, wird der Fokus des Seminars daher auch dezidiert auf Repräsentationen Europas liegen.

Zentrale Fragen des Seminars werden sein: Welche "Ambivalenzen der Sichtbarkeit" (Johanna Schaffer) und Unsichtbarkeit stellen sich in der Repräsentation von Migrant_innen und Flüchtlingen? Welche (identitären) Konstruktionen eines europäischen "Selbst" und der nicht-europäischen "Anderen" werden in den diskutierten Arbeiten vollzogen oder in Frage gestellt? In welches Verhältnis werden sie zueinander gesetzt und wie werden die Betrachter_innen dabei adressiert und (affektiv) involviert? Welche Rahmungen setzen die Arbeiten durch spezifische historische Narrative und Erinnerungen, verschiedene Konzeptualisierungen von Gemeinschaft und Beziehungsgefügen oder unterschiedliche Perspektivierungen? Welche Bedeutung nehmen in diesen Zusammenhängen Geschlecht/Geschlechterbeziehungen, Sexualität, Begehren, "Rasse", Kultur und Religion ein? Wie korrelieren damit diverse Repräsentationsweisen von (Grenz-)Räumen und räumlichen Grenzziehungen? Und welche Vor-Bilder, Motive, Mythen, etc. werden dabei tradiert oder neu artikuliert?

DozentIn

Studienmodule

  • gen220 Geschlecht und Moderne
  • gen222 Geschlecht und Moderne
  • kum230 Kunst- und Mediengeschichte II

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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studienbeitragfinanziert
Ja