Semester: Sommersemester 2017

4.03.998 Philosophie & Film


Veranstaltungstermine

  • Di , 01.11.2016 18:30 - 22:00
  • Di , 06.02.2018 18:30 - 22:00
  • Di , 07.02.2017 18:30 - 22:00
  • Di , 10.01.2017 18:30 - 22:00
  • Di , 11.04.2017 18:30 - 22:00
  • Di , 13.12.2016 18:30 - 22:00
  • Di , 14.02.2017 18:30 - 22:00
  • Di , 20.12.2016 18:30 - 22:00
  • Di , 21.02.2017 18:30 - 22:00
  • Di , 22.11.2016 18:30 - 22:00
  • Di , 23.01.2018 18:30 - 22:00
  • Di , 23.05.2017 18:15 - 22:00
  • Di , 24.01.2017 18:30 - 22:00
  • Di , 29.11.2016 18:30 - 22:00
  • Di , 31.01.2017 18:30 - 22:00
  • Dienstag: 18:30 - 22:00, zweiwöchentlich
  • Do , 04.05.2017 18:30 - 22:00
  • Do , 27.04.2017 18:30 - 22:00

Beschreibung

Philosophie und Film – Sehen und Erkennen

„Die Fotografie, das ist die Wahrheit. Kino, das ist die Wahrheit 24 Mal in der Sekunde.“ – Aus „Der kleine Soldat“ von Jean-Luc Godard

„Film ist 24 Mal Lüge in der Sekunde um der Wahrheit zu dienen, oder dem Versuch die Wahrheit zu finden zu dienen.“ – Michael Haneke

Wenn das Kino oder der Film einfach nur die Wahrheit wäre, dann gäbe es keine Frage zu stellen, keinen Grund des Miss- oder Unverständnisses gegenüber dem Wahrgenommenen, es wäre reine Offenbarung. Aber schon der angegebene Unterschied zwischen Fotographie und Cinematographie, also Film, nämlich der Ablauf von 24 Bildern in der Sekunde im klassischen analogen Kino, gibt nur die Illusion der Bewegung vor. Die bloße Statik des Einzelbildes wird durch den Projektor zum Schein der Dynamik. Doch die Kamera gibt den größten Hinweis des Betrugs: Es handelt sich nur um einen Ausschnitt, worin der Zuschauer dem Regisseur ausgeliefert ist. Die Wahrheit dessen was man zu Gesicht bekommt, wenn darin denn eine liegt, kann also nicht bloß im unmittelbaren Augenschein liegen, sondern muss erst aus diesem gehoben werden.
In der Reihe „Philosophie und Film“, welche die Fachschaft Philosophie mit der finanziellen Unterstützung des AStA, des Unabhängigen Fachschaftenreferats und des autonomen Behindertenreferats, realisieren darf, versuchen wir den präsentierten Filmen das zu entlocken, was nicht nur dem bloßen Material entspricht, sondern im Zusammenhang sich nur zeigt. In einer gemeinsamen Diskussion versuchen wir uns über das Gesehene auszutauschen und so Schritt für Schritt, von den ersten individuellen Eindrücken bis zu den wesentlichen Gehalten des Filmes vorzudringen. Die Intention des Schöpfers muss dabei nicht die wesentliche Rolle spielen, denn oftmals liegt das, was einen Film so sehenswert und erkenntnisreich macht, in seinen Behauptungen darüber oder in seinem Scheitern daran, was er eigentlich darstellen will.
Es sind also nicht nur die großen bewunderten Klassiker des Kinos, denen wir uns in dieser Reihe verschrieben haben, sondern auch grade solche Filme, die eine Kontroverse schaffen können, die vielleicht sogar verachtenswert sind in ihren Inhalten, die bloße Lüge zu sein scheinen, aber wenigstens doch etwas über die Macher und ihre Umgebung verraten. So hoffen wir über viele Wege eine interessante und diskussionswürdige filmische Grundlage für unser Gespräch danach zu liefern.
So beginnt die Reihe in diesem Jahr mit dem aktuellen Film des finnischen Regisseurs Ari Kaurismäki: „Die andere Seite der Hoffnung“, die von einem syrischen Flüchtling in Helsinki erzählt. Einen Blick auf das regressive Verständnis von Homosexualität im Deutschland der 50er Jahre soll uns ein Film des vorherigen Starregisseurs des Nationalsozialismus Veit Harlan erzählen: „Anders als du und ich (§ 175)“, der ironischerweise für eine zu offene Thematisierung von Homosexualität sich dem Eingriff der FSK erwehren musste. In Kooperation mit dem BeRef wollen wir den Film „Freaks“ aus dem Jahre 1932 zeigen, der ebenso nur nach heftigem Zensurschnitt in den USA gezeigt werden durfte.
Die Filme werden immer dienstags um 18:30 Uhr laufen, zumeist in einem zweiwöchentlichen Rhythmus im cine k hier in Oldenburg. Der Eintritt für alle Studierenden ist frei und willkommen ist dabei jeder. Zunächst steht der Genuss des Films im Vordergrund und damit die Möglichkeit, die Filme in einem Rahmen zu sehen, für den sie gemacht worden sind, das Kino und die Leinwand. Aber auch die Diskussion im Anschluss ist natürlich für alle offen und wir freuen uns über zahlreiche Teilnehmer. Es soll langsam an die Filmanalyse gegangen werden, alle Unsicherheiten und Anfangsschwierigkeiten, die für manch einen solche Diskussionen hervorrufen können, wollen wir gemeinsam überwinden.

Unser Filmprogramm fürs WiSe 1718 im Überblick:
24.10. Die andere Seite der Hoffnung (Aki Kaurismäki, Finnland 2017)
07.11. If... (Lindsay Anderson, Vereinigtes Königreich 1968)
21.11. Addio, Onkel Tom! (Gualtiero Jacopetti, Franco Prosperi, Italien 1971)
05.12. Andrej Rubljow (Andrei Tarkowski, UdSSR 1966)
19.12. Anders als du und ich (§ 175) (Veit Harlan, Deutschland 1957)
16.01. Cosmopolis (David Cronenberg, Kanada 2012)
23.01. Mann beißt Hund (Rémy Belvaux, André Bonzel, Benoît Poelvoorde, Belgien 1992)
30.01. Freaks (Tod Browning, USA 1932) - in Kooperation mit dem BeRef
06.02. Die fröhliche Wissenschaft (Jean-Luc Godard, Frankreich 1969)

DozentIn

TutorInnen

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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