Semester: Sommersemester 2016

4.02.050 Das "nationale Erwachen" der "kleinen Völker" im langen 19. Jahrhundert in Ostmitteleuropa: Tschechen, Slowaken und Sorben im Vergleich


Veranstaltungstermin

  • Dienstag: 10:00 - 12:00, wöchentlich

Beschreibung

Unter der Herrschaft der Habsburger reduzierte sich in den Böhmischen Ländern (Böhmen, Mähren, Österreichisch-Schlesien) seit dem Dreißigjährigen Krieg der Gebrauch der tschechischen Sprache weitgehend auf den liturgischen Bereich. Das änderte sich, als seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert eine Gruppe von Philologen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens eine sprachliche Reaktivierung betrieben, die in die erste Phase einer „nationalen Wiedergeburt“ mündete. Sie inspirierte auch die benachbarten, unter ungarischer Krone lebenden Slowaken sowie die im Königreich Preußen bzw. im Königreich Sachsen ansässigen Lausitzer Sorben. Die Bestrebungen der Tschechen und Slowaken wurden 1918 durch eine Nationalstaatsgründung gekrönt, die der Sorben immerhin durch einen privilegierten Minderheitenstatus.
Die Vorlesung behandelt Strategien und Praktiken der „nationalen Wiedergeburt“ im Lichte moderner Nationsbildungstheorien auf unterschiedlichen Ebenen: Thematisiert werden u. a. Politik und Gesellschaft, die Rolle der Kirchen, Sprachwissenschaft, Volkskunde, Geschichte, Literatur, Musik und Kunst. Die Rezeption und Wahrnehmung innerhalb und außerhalb der jeweiligen Gruppen bildet einen weiteren Teilaspekt.

DozentIn

Studienmodule

  • AM 5 Osteuropäische Geschichte nach 1500
  • BM 3 Europäische Geschichte nach 1500
  • ges151 Osteuropäische Geschichte der Neuzeit
  • ges152 Osteuropäische Geschichte der Neuzeit
  • ges153 Osteuropäische Geschichte der Neuzeit
  • ges154 Osteuropäische Geschichte der Neuzeit
  • MM 16 Politik- und Sozialgeschichte
  • sla871 Politik- und Sozialgeschichte
  • VM 4 Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts: Europäische Vergleichs-, Verflechtungs- und Wahrnehmungsgeschichte

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Unter der Herrschaft der Habsburger reduzierte sich in den Böhmischen Ländern (Böhmen, Mähren, Österreichisch-Schlesien) seit dem Dreißigjährigen Krieg der Gebrauch der tschechischen Sprache weitgehend auf den liturgischen Bereich. Das änderte sich, als seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert eine Gruppe von Philologen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens eine sprachliche Reaktivierung betrieben, die in die erste Phase einer „nationalen Wiedergeburt“ mündete. Sie inspirierte auch die benachbarten, unter ungarischer Krone lebenden Slowaken sowie die im Königreich Preußen bzw. im Königreich Sachsen ansässigen Lausitzer Sorben. Die Bestrebungen der Tschechen und Slowaken wurden 1918 durch eine Nationalstaatsgründung gekrönt, die der Sorben immerhin durch einen privilegierten Minderheitenstatus. Die Vorlesung behandelt Strategien und Praktiken der „nationalen Wiedergeburt“ im Lichte moderner Nationsbildungstheorien auf unterschiedlichen Ebenen: Thematisiert werden u. a. Politik und Gesellschaft, die Rolle der Kirchen, Sprachwissenschaft, Volkskunde, Geschichte, Literatur, Musik und Kunst. Die Rezeption und Wahrnehmung innerhalb und außerhalb der jeweiligen Gruppen bildet einen weiteren Teilaspekt.

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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