Semester: Wintersemester 2017/2018

4.08.004 Die Künstler der New York School und die unerhörte Botschaft einer jüdischen Kunst nach der Shoah


Veranstaltungstermine

  • Fr , 20.10.2017 16:00 - 18:00
  • Sa , 02.12.2017 14:00 - 16:00
  • Sa , 03.02.2018 10:00 - 17:30
  • Sa , 04.11.2017 14:00 - 16:00
  • Sa , 13.01.2018 14:00 - 16:00
  • Sa , 16.12.2017 14:00 - 16:00
  • Sa , 18.11.2017 14:00 - 16:00
  • Sa , 27.01.2018 10:00 - 17:30

Beschreibung

Das Seminar findet 14 tägig statt, mit ergänzenden Exkursionen
Einführung: Fr. 20. 10. 2017 14 -16 Uhr
Weitere Termine:
04. 11. 2017
18. 11. 2017
02. 12. 2017
16. 12. 2017
13. 01. 2018
27. 01. 2018 (Exkursion, ganztägig, Ausstellungen in Hamburg)
03.02. 2018 (Exkursion, ganztägig, zu Ausstellungen in Bremen)

Unbestritten ist der einschneidende und produktive Impuls, den die amerikanische Kunst nach 1945 für die Kunst der Moderne bedeutet. Mit Künstlern wie Newman, Pollock, Rothko, de Kooning, Reinhardt, Still, Morris z.B. ist eine radikale Wendung verbunden, die sich bis heute auf die Gegenwartskunst – nicht nur in Amerika – auswirkt. In der Forschung wenig beachtet wurde jedoch bisher, dass sich die künstlerischen Angebote der ersten, aber auch der zweiten Generation der New York School (Rauschenberg, Johns, Motherwell) wesentlich jüdischen Einfluss verdanken, artikuliert von Theoretikern wie Meyer-Schapiro, Clement Greenberg oder Harold Rosenberg z.B., wie von theoretisch reflektierenden Künstlern. Barnett Newman ist diesbezüglich besonders hervorzuheben. Ferner kommt der aus einem rabbinischen Haus stammenden Malerin und Frau Jackson Pollocks, Lee Krasner, eine bisher unterschätzte Schlüsselfunktion zu.

Dass Künstler ohne jüdischen Hintergrund auch an dieser Entwicklung partizipierten, ist eine der Thesen, die es in dem Seminar anhand von Formbefragungen zu entfalten gilt. Zunächst wird die Kunst der Hauptvertreter der New York School I und II nachgezeichnet und in den jeweils daran anschließenden Diskussionen bezüglich des die Nachkriegs-Avantgarde wirksam gewordenen Stellenwertes jüdischen Gedankengutes fokussiert. Dazu sind Denkhorizonte (resultierend etwa aus Bilderverbot und Talmud- Lektüre) zu erörtern, die gewöhnlich abendländisch orientiertem Denken und Handeln fremd sind. Auch im Zusammenhang mit bildkünstlerischen Reflexionen der Shoah von Künstlern, die die New Yorker Szene von Ferne beobachteten (Joseph Beuys z.B.), ist dies von Gewicht.

Parallel dazu und im Kontext der Beispiele und Thesen werden Kunstwerke der Gegenwart eine Rolle spielen, die mittelbar und unmittelbar im Dialog mit (bzw. in der Differenz zu) der New Yorker Avantgarde zur Entfaltung gelangten. Unter diesen Vorzeichen gesehen geraten u.a. Selbstbezüglichkeit und Autonomie der Moderne auf den Prüfstand, um neuen Begründungszusammenhängen zugeführt zu werden. Entsprechend ist eine Einführung in die Kunst nach 1945 bis zu heutigen Entwicklungen zu erwarten, die kontroverse Sichtweisen berücksichtigt und thematisieren wird.

Einführende Literatur:

Ziva Amishai-Maisels, Innenseiter, Außenseiter. Moderne jüdische Künstler im Portrait, in: Andreas Nachama u.a. (Hg.), Jüdische Lebenswelten. Essays, Frankfurt am Main 1991, S. 163 – 184.

Edward van Voolen, Jüdische Kunst und Kultur, München, Berlin, London, New York, 2006.

Georg Syamken, Mark Rothko und Barnett Newman. Ihr Verhältnis zu 2. Moses 20,4. In: Babylon. Beiträge zur jüdischen Gegenwart, Heft 12/1993, Frankfurt am Main 1993.

Martin Roman Deppner (Hg.), Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moderne, Bramsche 2008 (Ausst.Kat. Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück).

Norman L. Kleeblatt (Ed.), Action/Abstraction: Pollock, De Kooning, and American Art, 1940-1976, Ausst. Kat.: Jewish Museum New York, New York 2008.

Franz Meyer, Barnett Newman. The Stations of the Cross: Lema Sabachthani, Düsseldorf 2003.

Barnett Newman, Selected Writings and Interviews, Edited by John P. O´Neill, New York 1990.

Arnim Zweite, Ausst. Kat. Barnett Newman, Bilder. Skulpturen. Graphik, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Ostfildern-Ruit 1997.

Serge Guilbaut, Wie New York die Idee der modernen Kunst gestohlen hat, Dresden/Basel 1997.

Clement Greeberg, Die Essenz der Moderne. Ausgewählte Essays und Kritiken, Dresden 1997.

Harold Rosenberg, Barnett Newman, New York 1978.

Vgl. Robert Rosenblum, Die moderne Malerei und die Tradition der Romantik. Von C.D. Friedrich zu Mark Rothko (London 1975), München 1981, S. 220-226.

Ausst. Kat. Amerikanische Kunst im 20. Jahrhundert. Malerei und Plastik 1913-1993, herausgegeben von Christos M. Joachimedes und Norman Rosenthal, Berlin/London, München 1993.

Max Imdahl, Newman. Who`s afraid of red, yellow and blue, III, Stuttgart 1971.

DozentIn

Studienbereiche

  • PM 3: Religion, Geschichte und Philosophie
  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Hinweise zur Teilnahme für Gasthörende
Das Seminar findet 14 tägig statt, mit ergänzenden Exkursionen Einführung: Fr. 20. 10. 2017 14 -16 Uhr Weitere Termine: 04. 11. 2017 18. 11. 2017 02. 12. 2017 16. 12. 2017 13. 01. 2018 27. 01. 2018 (Exkursion, ganztägig, Ausstellungen in Hamburg) 03.02. 2018 (Exkursion, ganztägig, zu Ausstellungen in Bremen) Unbestritten ist der einschneidende und produktive Impuls, den die amerikanische Kunst nach 1945 für die Kunst der Moderne bedeutet. Mit Künstlern wie Newman, Pollock, Rothko, de Kooning, Reinhardt, Still, Morris z.B. ist eine radikale Wendung verbunden, die sich bis heute auf die Gegenwartskunst – nicht nur in Amerika – auswirkt. In der Forschung wenig beachtet wurde jedoch bisher, dass sich die künstlerischen Angebote der ersten, aber auch der zweiten Generation der New York School (Rauschenberg, Johns, Motherwell) wesentlich jüdischen Einfluss verdanken, artikuliert von Theoretikern wie Meyer-Schapiro, Clement Greenberg oder Harold Rosenberg z.B., wie von theoretisch reflektierenden Künstlern. Barnett Newman ist diesbezüglich besonders hervorzuheben. Ferner kommt der aus einem rabbinischen Haus stammenden Malerin und Frau Jackson Pollocks, Lee Krasner, eine bisher unterschätzte Schlüsselfunktion zu. Dass Künstler ohne jüdischen Hintergrund auch an dieser Entwicklung partizipierten, ist eine der Thesen, die es in dem Seminar anhand von Formbefragungen zu entfalten gilt. Zunächst wird die Kunst der Hauptvertreter der New York School I und II nachgezeichnet und in den jeweils daran anschließenden Diskussionen bezüglich des die Nachkriegs-Avantgarde wirksam gewordenen Stellenwertes jüdischen Gedankengutes fokussiert. Dazu sind Denkhorizonte (resultierend etwa aus Bilderverbot und Talmud- Lektüre) zu erörtern, die gewöhnlich abendländisch orientiertem Denken und Handeln fremd sind. Auch im Zusammenhang mit bildkünstlerischen Reflexionen der Shoah von Künstlern, die die New Yorker Szene von Ferne beobachteten (Joseph Beuys z.B.), ist dies von Gewicht. Parallel dazu und im Kontext der Beispiele und Thesen werden Kunstwerke der Gegenwart eine Rolle spielen, die mittelbar und unmittelbar im Dialog mit (bzw. in der Differenz zu) der New Yorker Avantgarde zur Entfaltung gelangten. Unter diesen Vorzeichen gesehen geraten u.a. Selbstbezüglichkeit und Autonomie der Moderne auf den Prüfstand, um neuen Begründungszusammenhängen zugeführt zu werden. Entsprechend ist eine Einführung in die Kunst nach 1945 bis zu heutigen Entwicklungen zu erwarten, die kontroverse Sichtweisen berücksichtigt und thematisieren wird. Einführende Literatur: Ziva Amishai-Maisels, Innenseiter, Außenseiter. Moderne jüdische Künstler im Portrait, in: Andreas Nachama u.a. (Hg.), Jüdische Lebenswelten. Essays, Frankfurt am Main 1991, S. 163 – 184. Edward van Voolen, Jüdische Kunst und Kultur, München, Berlin, London, New York, 2006. Georg Syamken, Mark Rothko und Barnett Newman. Ihr Verhältnis zu 2. Moses 20,4. In: Babylon. Beiträge zur jüdischen Gegenwart, Heft 12/1993, Frankfurt am Main 1993. Martin Roman Deppner (Hg.), Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moderne, Bramsche 2008 (Ausst.Kat. Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück). Norman L. Kleeblatt (Ed.), Action/Abstraction: Pollock, De Kooning, and American Art, 1940-1976, Ausst. Kat.: Jewish Museum New York, New York 2008. Franz Meyer, Barnett Newman. The Stations of the Cross: Lema Sabachthani, Düsseldorf 2003. Barnett Newman, Selected Writings and Interviews, Edited by John P. O´Neill, New York 1990. Arnim Zweite, Ausst. Kat. Barnett Newman, Bilder. Skulpturen. Graphik, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Ostfildern-Ruit 1997. Serge Guilbaut, Wie New York die Idee der modernen Kunst gestohlen hat, Dresden/Basel 1997. Clement Greeberg, Die Essenz der Moderne. Ausgewählte Essays und Kritiken, Dresden 1997. Harold Rosenberg, Barnett Newman, New York 1978. Vgl. Robert Rosenblum, Die moderne Malerei und die Tradition der Romantik. Von C.D. Friedrich zu Mark Rothko (London 1975), München 1981, S. 220-226. Ausst. Kat. Amerikanische Kunst im 20. Jahrhundert. Malerei und Plastik 1913-1993, herausgegeben von Christos M. Joachimedes und Norman Rosenthal, Berlin/London, München 1993. Max Imdahl, Newman. Who`s afraid of red, yellow and blue, III, Stuttgart 1971.

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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