Semester: Wintersemester 2017/2018

4.08.001 Denkräume des Exils


Veranstaltungstermine

  • Fr , 20.10.2017 10:00 - 12:00
  • Sa , 02.12.2017 10:00 - 12:00
  • Sa , 03.02.2018 10:00 - 17:30
  • Sa , 04.11.2017 10:00 - 12:00
  • Sa , 13.01.2018 10:00 - 12:00
  • Sa , 16.12.2017 10:00 - 12:00
  • Sa , 18.11.2017 10:00 - 12:00
  • Sa , 27.01.2018 10:00 - 17:30

Beschreibung

Denkräume des Exils: Aby Warburg, Erwin Panofsky, Ernst Cassirer, Edgar Wind, Rudolf Wittkower. Kulturwissenschaft, Kunst und jüdisches Denken als Pathosformel

Das Seminar findet 14 tägig statt, mit ergänzenden Exkursionen
Einführung: Fr. 20. 10. 2017 10-12 Uhr
Weitere Termine:
04. 11. 2017
18. 11. 2017
02. 12. 2017
16. 12. 2017
13. 01. 2018
27. 01. 2018 (Exkursion, ganztägig, u.a.Warburg-Haus in Hamburg)
03.02. 2018 (Exkursion, ganztägig, zu Ausstellungen in Bremen)

Die jüdischen Gelehrten des Warburg-Kreises haben sich bemüht, die Nachwirkungen der heidnischen Antike in darauffolgenden Epochen der abendländischen Kultur, namentlich der Renaissance, aufzuzeichnen. Diesbezüglich sind Methoden zur Erforschung des Weiterwirkens von Symbolen und Allegorien entwickelt worden; unter den Bezeichnungen Ikonographie und Ikonologie gelten sie als die erfolgreichsten der Kunst- und Kulturwissenschaften.

Wenig gefragt wurde, welche Impulse dieser Ansatz einer rezeptionsorientierten Erinnerungskultur aus den jüdischen Denkhorizonten ihrer Vertreter erhalten haben könnte. Das Übersehen eines solchen Bezugsfeldes macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn über den Nutzen der Symbolforschung im heterogenen Spannungsfeld von Moderne und Gegenwartskunst nachgedacht wird, ein Unterfangen, das im Allgemeinen negativ beantwortet wird. Zieht man jedoch die Affinität der Moderne zu Archaischem, zu (zuweilen verdrängten) psychischen Energien hinzu, verfolgt man die Kulturgeschichte als disparate Überlagerung des Wanderns und Unbehaustseins, dann ergibt sich ein anderes Bild.

In diesem Seminar werden wir jenen Spuren der jüdischen Gelehrten des Warburg-Kreises nachgehen, die uns zu ungeahnten Berührungen mit Moderne und Medienkultur der Gegenwart führen. Nicht zuletzt ist es der moderne, sich im Cyberspace verlierende Nomade, der in der archaischen Wurzel des biblischen Auszugs seine erste Zeichenabspaltung erinnern kann. Um diesen fächerübergreifenden, von Symbiose und Exil gleichermaßen strukturierten Ansatz ausführlich würdigen zu können, ist ein Einblick in die 1933 von Hamburg nach London exilierte Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg (KBW) unumgänglich.

Einführende Literatur

Georges Didi-Hubermann, Ähnlichkeit und Berührung. Archäologie, Anachronismus und Modernität des Abdrucks, Köln 1999.

Ernst Cassirer, Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs (1956), Darmstadt 1973.

Edgar Wind, Heidnische Mysterien in der Renaissance (1958), Frankfurt am Main 1981.

Dieter Wuttke (Hg.), Aby M. Warburg, Ausgewählte Schriften und Würdigungen, Baden-Baden 1979.

Aby Warburg, Schlangenritual. Ein Reisebericht (1923), herausgegeben von Ulrich Raulff, Berlin 1988.

Horst Bredekamp u.a. (Hg.), Aby-Warburg-Symposium Hamburg 1990, Weinheim 1991.

Robert Galitz und Brita Reimers (Hg.) Aby M. Warburg „Ekstatische Nymphe ….trauernder Flussgott“ Portrait eines Gelehrten, Hamburg 1995.

Werner Hofmann/Georg Syamken/Martin Warnke, Die Menschenrechte des Auges.
über Aby Warburg, Frankfurt am Main 1980.

Ernst H. Gombrich, Aby Warburg. Eine intellektuelle Biographie, Frankfurt am Main 1981.

Tillmann von Stockhausen, Die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg. Architektur, Einrichtung und Organisation, Hamburg 1992.

Erwin Panofsky. Sinn und Deutung in der bildenden Kunst (1955), Köln 1975.

Erwin Panofsky, Die ideologischen Vorläufer des Rolls-Royce-Kühlers & Stil und Medium im Film, Frankfurt/New York/Paris 1993.

Bruno Reudenbach (Hg), Erwin Panofsky. Beiträge des Symposiums Hamburg 1992, Berlin 1994.

Rudolf Wittkower, Allegorie und der Wandel der Symbole in Antike und Renaissance (1977), Köln 1984.

Roland Kany, Mnemosyne als Programm. Geschichte, Erinnerung und die Andacht zum Unbedeutenden im Werk von Usener, Warburg und Benjamin, Tübingen 1987.

Jörg Träger, Renaissance und Religion. Die Kunst des Glaubens im Zeitalter Raphaels, München 1997.

Sabine Flach (Hg.), Der Bilderatlas im Wechsel der Künste und Medien, Paderborn 2005.

Martin Treml / Sabine Flach / Pablo Schneider (Hgg.), Warburgs Denkraum.
Formen. Motive.Materialien, München 2014.

Vivian Liska, Exil und Exemplarität. Jüdische Wurzellosigkeit als Denkfigur, in: Doerte Bischoff/ Susanne Komfort-Hein (Hgg.), Literatur und Exil. Neue Perspektiven, Berlin 2013, S. 239-255.

DozentIn

Studienbereiche

  • PM 3: Religion, Geschichte und Philosophie
  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Hinweise zur Teilnahme für Gasthörende
Denkräume des Exils: Aby Warburg, Erwin Panofsky, Ernst Cassirer, Edgar Wind, Rudolf Wittkower. Kulturwissenschaft, Kunst und jüdisches Denken als Pathosformel Das Seminar findet 14 tägig statt, mit ergänzenden Exkursionen Einführung: Fr. 20. 10. 2017 10-12 Uhr Weitere Termine: 04. 11. 2017 18. 11. 2017 02. 12. 2017 16. 12. 2017 13. 01. 2018 27. 01. 2018 (Exkursion, ganztägig, u.a.Warburg-Haus in Hamburg) 03.02. 2018 (Exkursion, ganztägig, zu Ausstellungen in Bremen) Die jüdischen Gelehrten des Warburg-Kreises haben sich bemüht, die Nachwirkungen der heidnischen Antike in darauffolgenden Epochen der abendländischen Kultur, namentlich der Renaissance, aufzuzeichnen. Diesbezüglich sind Methoden zur Erforschung des Weiterwirkens von Symbolen und Allegorien entwickelt worden; unter den Bezeichnungen Ikonographie und Ikonologie gelten sie als die erfolgreichsten der Kunst- und Kulturwissenschaften. Wenig gefragt wurde, welche Impulse dieser Ansatz einer rezeptionsorientierten Erinnerungskultur aus den jüdischen Denkhorizonten ihrer Vertreter erhalten haben könnte. Das Übersehen eines solchen Bezugsfeldes macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn über den Nutzen der Symbolforschung im heterogenen Spannungsfeld von Moderne und Gegenwartskunst nachgedacht wird, ein Unterfangen, das im Allgemeinen negativ beantwortet wird. Zieht man jedoch die Affinität der Moderne zu Archaischem, zu (zuweilen verdrängten) psychischen Energien hinzu, verfolgt man die Kulturgeschichte als disparate Überlagerung des Wanderns und Unbehaustseins, dann ergibt sich ein anderes Bild. In diesem Seminar werden wir jenen Spuren der jüdischen Gelehrten des Warburg-Kreises nachgehen, die uns zu ungeahnten Berührungen mit Moderne und Medienkultur der Gegenwart führen. Nicht zuletzt ist es der moderne, sich im Cyberspace verlierende Nomade, der in der archaischen Wurzel des biblischen Auszugs seine erste Zeichenabspaltung erinnern kann. Um diesen fächerübergreifenden, von Symbiose und Exil gleichermaßen strukturierten Ansatz ausführlich würdigen zu können, ist ein Einblick in die 1933 von Hamburg nach London exilierte Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg (KBW) unumgänglich. Einführende Literatur Georges Didi-Hubermann, Ähnlichkeit und Berührung. Archäologie, Anachronismus und Modernität des Abdrucks, Köln 1999. Ernst Cassirer, Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs (1956), Darmstadt 1973. Edgar Wind, Heidnische Mysterien in der Renaissance (1958), Frankfurt am Main 1981. Dieter Wuttke (Hg.), Aby M. Warburg, Ausgewählte Schriften und Würdigungen, Baden-Baden 1979. Aby Warburg, Schlangenritual. Ein Reisebericht (1923), herausgegeben von Ulrich Raulff, Berlin 1988. Horst Bredekamp u.a. (Hg.), Aby-Warburg-Symposium Hamburg 1990, Weinheim 1991. Robert Galitz und Brita Reimers (Hg.) Aby M. Warburg „Ekstatische Nymphe ….trauernder Flussgott“ Portrait eines Gelehrten, Hamburg 1995. Werner Hofmann/Georg Syamken/Martin Warnke, Die Menschenrechte des Auges. über Aby Warburg, Frankfurt am Main 1980. Ernst H. Gombrich, Aby Warburg. Eine intellektuelle Biographie, Frankfurt am Main 1981. Tillmann von Stockhausen, Die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg. Architektur, Einrichtung und Organisation, Hamburg 1992. Erwin Panofsky. Sinn und Deutung in der bildenden Kunst (1955), Köln 1975. Erwin Panofsky, Die ideologischen Vorläufer des Rolls-Royce-Kühlers & Stil und Medium im Film, Frankfurt/New York/Paris 1993. Bruno Reudenbach (Hg), Erwin Panofsky. Beiträge des Symposiums Hamburg 1992, Berlin 1994. Rudolf Wittkower, Allegorie und der Wandel der Symbole in Antike und Renaissance (1977), Köln 1984. Roland Kany, Mnemosyne als Programm. Geschichte, Erinnerung und die Andacht zum Unbedeutenden im Werk von Usener, Warburg und Benjamin, Tübingen 1987. Jörg Träger, Renaissance und Religion. Die Kunst des Glaubens im Zeitalter Raphaels, München 1997. Sabine Flach (Hg.), Der Bilderatlas im Wechsel der Künste und Medien, Paderborn 2005. Martin Treml / Sabine Flach / Pablo Schneider (Hgg.), Warburgs Denkraum. Formen. Motive.Materialien, München 2014. Vivian Liska, Exil und Exemplarität. Jüdische Wurzellosigkeit als Denkfigur, in: Doerte Bischoff/ Susanne Komfort-Hein (Hgg.), Literatur und Exil. Neue Perspektiven, Berlin 2013, S. 239-255.

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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