Semester: Wintersemester 2016/2017

4.03.264 Beunruhigung als didaktisches Prinzip IV


Veranstaltungstermin

  • Donnerstag: 14:00 - 16:00, wöchentlich

Beschreibung

Hermeneutisch verstanden sind Philosophie und Didaktik zwei Seiten derselben Medaille. Verstehen (Philosophie) und Lehren und Lernen (Didaktik) verbinden sich innerhalb der unterrichtenden Praktik des Philosophierens mit Schülerinnen und Schülern (SuS) zu einer Einheit aus dem Verstehen lernen der SuS und dem Verstehen lehren und lernen der Lehrerinnen und Lehrer. Der kategoriale Rahmen für die Doppelrolle der Lehrenden ist ein sokratischer, der von der beunruhigenden Dimension philosophischen Fragens bestimmt sein sollte, ohne die eine kompetenzorientierte Philosophiedidaktik nicht auskommt.
Das dabei zum Thema Gemachte reduziert sich nicht auf die diskursive Dimension und das begriffliche Resultat der gesprochenen Sprache (Wie sage ich, was ich schon weiß?), sondern dient dem Verstehen: Wie habe ich a) zu verstehen, was sich mir b) zeigt? – wobei a) und b) Praktiken sind, bei denen auf der Subjektseite eine sokratische (fragende) Grundhaltung und auf der Objektseite ein verstehendes (die Unterrichtsgegenstände problematisierendes) Prinzip vorherrschend sein sollte.
Verstehendes Philosophieren verwirklicht sich im schulischen Unterricht im kommunikativen Vollzug und benötigt nichts theoretisch und methodisch Vor-, Neben- oder Übergeordnetes, welches sich vielmehr erst im gemeinsamen Gespräch problembezogen schrittweise erschließt. Das Verhältnis dieses Vollzuges zur akademischen Philosophie ist voller Spannungen, weil die verstehenden Praktiken niemals vollständig im diskursiven System theoretischer Ausarbeitungen aufgehen können. „Das Spiel möchte man sagen, hat nicht nur Regeln, sondern auch einen Witz.“ (Ludwig Wittgenstein)
Hierbei handelt es sich um die Fortsetzung der in den vergangenen Semestern begonnenen Themen. Dieses Seminar kann auch für das „Projektband“ von GHR 300 genutzt werden.

Literatur:
Martin Wagenschein: Verstehen lehren. Genetisch – Sokratisch – Exemplarisch, Weinheim 1999; Horst Rumpf/Ernst-Michael Kranich: Welche Art von Wissen braucht der Lehrer? Stuttgart 2000; Martin Wagenschein: „ zäh am Staunen“. Pädagogische Texte zum Bestehen der Wissensgesellschaft, Seelze - Velber 2002; Andreas Gruschka: An den Grenzen des Unterrichts, Opladen 2010; Andreas Gruschka: Verstehen lehren. Ein Plädoyer für guten Unterricht, Stuttgart 2011; Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen (1958), Frankfurt am Main 1971; Michael Hampe: Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik, Frankfurt am Main 2014.

Lehrende

Studienmodule

  • phi260 Fachdidaktik

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Hermeneutisch verstanden sind Philosophie und Didaktik zwei Seiten derselben Medaille. Verstehen (Philosophie) und Lehren und Lernen (Didaktik) verbinden sich innerhalb der unterrichtenden Praktik des Philosophierens mit Schülerinnen und Schülern (SuS) zu einer Einheit aus dem Verstehen lernen der SuS und dem Verstehen lehren und lernen der Lehrerinnen und Lehrer. Der kategoriale Rahmen für die Doppelrolle der Lehrenden ist ein sokratischer, der von der beunruhigenden Dimension philosophischen Fragens bestimmt sein sollte, ohne die eine kompetenzorientierte Philosophiedidaktik nicht auskommt. Das dabei zum Thema Gemachte reduziert sich nicht auf die diskursive Dimension und das begriffliche Resultat der gesprochenen Sprache (Wie sage ich, was ich schon weiß?), sondern dient dem Verstehen: Wie habe ich a) zu verstehen, was sich mir b) zeigt? – wobei a) und b) Praktiken sind, bei denen auf der Subjektseite eine sokratische (fragende) Grundhaltung und auf der Objektseite ein verstehendes (die Unterrichtsgegenstände problematisierendes) Prinzip vorherrschend sein sollte. Verstehendes Philosophieren verwirklicht sich im schulischen Unterricht im kommunikativen Vollzug und benötigt nichts theoretisch und methodisch Vor-, Neben- oder Übergeordnetes, welches sich vielmehr erst im gemeinsamen Gespräch problembezogen schrittweise erschließt. Das Verhältnis dieses Vollzuges zur akademischen Philosophie ist voller Spannungen, weil die verstehenden Praktiken niemals vollständig im diskursiven System theoretischer Ausarbeitungen aufgehen können. „Das Spiel möchte man sagen, hat nicht nur Regeln, sondern auch einen Witz.“ (Ludwig Wittgenstein)

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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