Semester: Wintersemester 2017/2018

10.11.133 Nichtreaktive Beobachtung und Feldexperimente (pädagogisch-psychologische Forschungsmethoden)


Veranstaltungstermin

  • Mittwoch: 18:00 - 20:00, wöchentlich

Beschreibung

In der empirischen Bildungsforschung kommen häufig Erhebungsmethoden zur Anwendung, bei denen eine Person im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung auf einen Stimulus reagiert. Dies ist beispielsweise im Rahmen einer Befragung der Fall, bei der eine Person auf eine Frage reagiert. Die befragte Person ist sich dabei bewusst, dass sie an einer wissenschaftlichen Untersuchung teilnimmt. Diese Vorgehensweise kann Reaktivitätseffekte, wie den Effekt sozialer Erwünschtheit im Antwortverhalten, hervorrufen. Nichtreaktive Verfahren sind hingegen Methoden, mit denen Daten von Personen erhoben werden, ohne dass diesen bewusst ist, dass sie Teil einer wissenschaftlichen Untersuchung sind. Nichtreaktive Methoden haben damit den Vorteil, dass sie Reaktivitätseffekte ausschließen. Dennoch werden diese Methoden in der Bildungsforschung eher selten angewandt. Dabei können sie einen zusätzlichen (und oft auch originellen) Beitrag zur Prüfung von Forschungshypothesen leisten. Im Seminar wird sich auf die nichtreaktive Beobachtung sowie auf das Feldexperiment als zentrale nichtreaktive Methoden konzentriert. Anhand von Fallbeispielen werden zunächst die Möglichkeiten und Grenzen beider Methoden speziell für pädagogisch-psychologische Fragestellungen ausgelotet. Anschließend werden eigene Fragestellungen und Anwendungen dieser nichtreaktiven Methoden entwickelt und durchgeführt.

Literaturhinweise:
Lee, Raymond M. (2000). Unobtrusive Methods in Social Research. Buckingham (Philadelphia): Open University Press.

Webb, Eugene J.; Campbell, Donald T.; Schwartz, Richard D.; Sechrest, Lee (1975). Nichtreaktive Meßverfahren. Weinheim [u.a.]: Beltz.

DozentIn

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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