Semester: Wintersemester 2015/2016

4.08.043 Literatur jüdischer Autoren nach der Shoah - „Es gibt keine Strafe für mich, die meine Opfer versöhnen könnte.“


Veranstaltungstermine

  • Fr., 18.12.2015, 10:00 - 13:00
  • Fr., 22.01.2016, 10:00 - 13:00
  • Fr., 23.10.2015, 10:00 - 12:00
  • Fr., 27.11.2015, 10:00 - 13:00
  • Fr., 30.10.2015, 10:00 - 13:00

Beschreibung

Hier bekennt sich nicht ein Täter zu seiner Schuld, sondern hier schreibt ein Überlebender: Edgar Hilsenrath (geb. 1926). Er ist es, der die literarische Figur diese Worte im Roman Der Nazi und der Friseur sprechen lässt. Wie Hilsenrath über den Holocaust schreibt, sorgte in Deutschland für Aufregung. Im Seminar wollen wir danach fragen, weshalb das Werk Aufsehen erregte. Was sagt die Rezeption dieses Werkes über den Umgang mit der Vergangenheit aus? Welche Tabus bricht dieser Roman? Ein Tabu – so viel sei verraten – in der deutschsprachigen Literatur nach 1945 besteht in genau dem Rollentausch des Opfers mit dem Täter. Dieses „Maskenspiel“ ist auch ein Bestandteil in den Werken des beinahe vergessenen Überlebenden Albert Drach (1902-1995). Und das, obwohl die literarische Aufarbeitung seiner eigenen Verfolgungserfahrungen als einzigartig gilt. Was seine Texte originell macht, wollen wir gemeinsam erkunden.
Wir haben es mit zwei Autoren zu tun, die Tabus brechen und ihre eigenen traumatischen Erlebnisse durch eine jeweils besondere literarische Form zu ‚filtern’ versuchen: bitter, obszön und grotesk. Inwiefern in der literarischen Verarbeitung autobiografischer Erfahrungen eine Abwehrhaltung des Autors zu erkennen ist, wird eine zentrale Frage sein, die wir anhand der Texte von Albert Drach und Edgar Hilsenrath diskutieren werden.

DozentIn

Studienmodule

  • ges143 Geschichte des 19./20. Jahrhunderts
  • ges144 Westeuropäische Geschichte des 19./20. Jahrhunderts
  • PB 183 Religion und Geschichte des Judentums
  • PB 184 Jüdische Kultur und europäische Moderne
  • pb183 Religion und Geschichte des Judentums
  • pb184 Jüdische Kultur und europäische Moderne
  • pb265 Interkulturelle Jüdische Studien
  • VM 4 Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts: Europäische Vergleichs-, Verflechtungs- und Wahrnehmungsgeschichte

Studienbereiche

  • PM 3: Religion, Geschichte und Philosophie
  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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