Semester: Wintersemester 2015/2016

3.05.281 Mashups - fremdreferenzielles Komponieren/Produzieren und Urheberrecht


Veranstaltungstermine

  • Fr., 04.12.2015, 14:00 - 19:00
  • Fr., 16.10.2015, 16:00 - 20:00
  • Sa., 05.12.2015, 09:00 - 19:00
  • Sa., 17.10.2015, 09:00 - 18:00

Beschreibung

Fremdreferenzielles Komponieren ist jene Art des Komponierens von Musik, in der es um Akte bewusster und gewollter Aneignung konkreter fremder Werkkontexte geht, das heißt Musik, die eine ausdrückliche, greifbare Beziehung zu einer bereits vorhandenen Musik herstellt. Die Digitalisierung hat die Zugangshürde, fremdreferenziell Komponieren zu können, massiv gesenkt. Das digitale Sound Sampling stellt inzwischen für die Gegenwart musikalischer Produktion die Standardpraxis fremdreferenziellen Komponierens dar. Audi-oprogramme wie Acid, Ableton Live, Audacity, Audition, Logic, Melodyne DNA, MiK, Pro Tools, Searto, Sound Forge oder Traktor gewähren heutzutage eine Fülle an Integrations- und Transformationsoptionen für Musik, die als Tonaufnahme vorliegt. Seine Eigenart findet das Sound Sampling dabei nicht in den Verfahren der Aneignung und Transformation fremder Musik. Zitat, Analogie, Adaption, Allusion, Fusion, Parodie etc. sind althergebrachte Mittel künstlerischen Ausdrucks, in regelmäßiger Nutzung seit wir Aufzeichnungen über Musik haben. Die Eigenart des Sound Sampling liegt vielmehr in einem für das Sound Sampling konstitutiven Akt doppelter Fremdreferenzialität. Gegenstand der Aneignungs- und Transformationsleistungen sind zum einen Kompositionen Dritter, samt Liedtexten, wenn vorhanden. Zum anderen sind es aber auch immer zugleich bestimmte, einer Tonaufnahme entnommene Performances eben jener Kompositionen, gleichfalls von Dritten ausgeführt und aufgenommen – seien diese Aufführungen nun durch den Tonträger dokumentiert oder, was die Regel ist, als Darbietung simuliert. Klang als Verbindung von Werken und Darbietungen rückt in den Fokus fremdreferenziellen Komponierens. Im Seminar wird es darum gehen, zu erarbeiten, wie man sich im Mashup-Genre diese Spezifik doppelter Fremdreferenzialität zunutze zu machen versucht. Zweitens interessiert darauf aufbauend, die Konflikte zu verstehen und kritisch zu diskutieren, die aus einer solchen Form musikalischer Kreativität zum Urheberrecht entstehen und welche Auswirkungen dieses wiederum für eine internetbasierte Praxis wie Mashup haben, die weitgehend in der Illegalität stattfindet.

Einführende Literatur:
Frédéric Döhl: »Ästhetische und juristische Grauzone. Zum Mashup in der Musik am Beispiel des Grey Album«, in: Mashups. Neue Praktiken und Ästhetiken in populären Medienkulturen, hrsg. von Florian Mundhenke/Fernando Ramos Arenas/Thomas Wilke, Springer VS: Wiesbaden 2014, S. 131-149.

DozentIn

Studienmodule

  • inm730 Medientheorie und -geschichte: auditive Medien
  • inm750 Medienwirtschaft / Medienrecht
  • mus733 Musik und Medien
  • mus940 Kulturgeschichte der Musik/Gender Studies

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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