Semester: Wintersemester 2016/2017

3.06.304 Haremsdarstellungen: Medien, Gender, Ethnizität


Veranstaltungstermine

  • Fr., 18.11.2016, 14:00 - 18:00
  • Fr., 21.10.2016, 14:00 - 18:00
  • Sa., 19.11.2016, 10:00 - 18:00
  • Sa., 22.10.2016, 10:00 - 18:00

Beschreibung

Dozentin: Dr. Silke Förschler

Bilder des Harems machen den Ort sichtbar, der für das Geheimnisvolle und für die Unzugänglichkeit der islamischen Kultur schlechthin steht. Dabei vermitteln die Bilder westliche Vorstellungen vom Orient, Geschlechterordnungen sowie Hierarchien von Hautfarben und Ethnien. Das Seminar untersucht das Haremsmotiv in den Medien Grafik, Malerei und Fotografie. Das Ziel besteht darin, sowohl die Motivordnungen zu analysieren als auch die medialen Differenzen für die Bedeutungsproduktion zu untersuchen. Um einer postkolonialen Perspektive gerecht zu werden, wird neben der europäischen auch die osmanische und die arabische Bildproduktion zum Harem in den Blick genommen.
Seit dem 16. Jahrhundert sind die Haremsräume und die Organisationsstrukturen der Sklavinnen und Sklaven immer wieder Teil von Reiseberichten. Mit der kolonialen Expansion nach Nordafrika im 19. Jahrhundert wird der Harem eines der beliebtesten Motive des europäischen Orientalismus. Das neue Medium der Fotografie greift populäre Inszenierungen aus der Malerei auf, in unzähligen Ateliers europäischer Fotografen in Istanbul und Nordafrika werden die bekannten Haremsbilder nachgestellt und für den aufkommenden Tourismus als Postkarten in Umlauf gebracht.
Im Seminar soll es darum gehen, Mediendifferenzen und deren Bedeutungsproduktion von Orientalismen zusammen zu denken und deren Wirkmacht auch auf gegenwärtige Beispiele orientalistischer Stereotypenbildung anzuwenden. Wichtige theoretische Grundlagentexte werden hierfür Edward Said und Frantz Fanon.

Das Seminar wird in zwei Blöcken am 21.10. 14-18 Uhr, 22.10. 10-13 und 14-18 Uhr sowie am 18.11. 14-18 Uhr, 19.11. 10-13 und 14-18 Uhr im Raum AO8 1-110 stattfinden. Alle Interessierten sind herzliche willkommen. Voraussetzung für einen Leistungsnachweis ist die Bereitschaft Texte zu lesen und vorzubereiten, sowie eine thematische Seminareinheit zu gestalten.

DozentIn

Studienmodule

  • kum710 Theorie und Geschichte von Kunst und Medien

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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