Semester: Wintersemester 2016/2017

3.08.123 "Ich sehe was, was Du nicht siehst!" - Heteronormativitätskritische UnSichtbarkeiten in materieller und visueller Kultur


Veranstaltungstermine

  • Di., 14.02.2017, 10:00 - 18:00
  • Fr., 16.12.2016, 10:00 - 12:00
  • Fr., 16.12.2016, 14:00 - 18:00
  • Mi., 15.02.2017, 10:00 - 18:00
  • Mo., 13.02.2017, 10:00 - 18:00

Beschreibung

Die Definitionen von Gender, Sexualität und Macht sind von einem visuellen und materiellen System abhängig – von Bildern und Objekten, welche die Anerkennung oder Verkennung unserer selbst zwischen uns überhaupt erst möglich machen. Vor diesem Hintergrund kann das Zeigen von Bildern zu einem politischen Ereignis werden – und zwar gerade dann, wenn es einen Raum herstellt, in dem das, was es heißt, ein Subjekt zu sein, dessen Geschlecht und Sexualität mit der gesellschaftlich vorgegebenen Norm kontrastiert, bestärkt und diskutiert. Der Mehrwert ästhetisch-künstlerischer Praktiken liegt in der Möglichkeit eines anderen Imaginierens, im Austesten und Überschreiten von Grenzen des Möglichen, um in einem ‚geschützten Raum’ Vorstellungen und Fantasien, Dystopien sowie vielfältige Erlebnisweisen von Geschlecht und Sexualität artikulieren zu können. Hierbei ist es die fortwährende Arbeit an Signifikanten, der Angriff auf die symbolische Ordnung mittels der Verfremdung bestehender Zeichen, wodurch politische Opposition und gesellschaftliche Veränderung erreicht werden können.

Seit den 1970er- und 1980er-Jahren lässt sich eine verstärkte Aufmerksamkeit innerhalb queer-theoretischer und kunst- und kulturwissenschaftlicher Diskurse für die Bedeutung von künstlerischen und alltagskulturellen Ästhetiken und Ausdrucksformen für Konstruktionsweisen von Geschlecht, Sexualität und Begehren konstatieren. Im Gegensatz zur Visualisierung biologischer Körperlichkeit hat in den letzten Jahren eine steigende Tendenz von künstlerischen Positionen im Feld der Auseinandersetzung mit queer-feministischen Praktiken erkannt, dass der menschliche (abweichende) Körper nur einer von vielen möglichen Knotenpunkten ist, wenn es darum geht, über nicht-heteronormative Lebensentwürfe zu sprechen. Durch die Verwendung von Objekten, Situationen und Spuren werden hierbei radikal-ambivalente UnSichtbarkeiten von Geschlechts- und Sexualitätsformen jenseits des Hetero- und Homonormativen anvisiert.

Im Seminar beschäftigen wir uns zum einen mit diesen eher übersehenen (‚unsichtbaren’) als anerkannten (‚sichtbaren’) visuellen Argumentationen im Feld queer-feministischer Kunstpolitiken. Gemeinsam werden wir die politischen Implikationen in aktuellen künstlerischen Arbeiten mit hoher Ambivalenz untersuchen, indem wir sie auf ihr (repräsentations-)kritisches Potenzial zu diskursiven Verflüssigung starrer heteronormativer im Kontext queer-theoretischer Fragestellungen befragen werden. Hierbei werden wir ergründen, welche visuellen Codes zeitgenössische künstlerische Positionen entwickeln, um queer zu signifizieren. Zum anderen werden wir uns im Zeitalter veränderter globaler Auseinandersetzung um Identität und Zugehörigkeit mit der Frage beschäftigen, wie das Museum zu einem Ort der Inklusion und des produktiven Konflikts werden kann. Nicht zuletzt sollen erste Überlegungen zu den Anforderungen einer queer-feministischen Museologie entwickelt werden. Auf einer Exkursion in eines der Oldenburger Museen werden wir gemeinsam den Ist-Zustand einer Ausstellung im Hinblick auf Ein- und Ausschlüsse kritisch unter die Lupe nehmen.

DozentIn

Studienmodule

  • gen240 Geschlecht und Ethnizität in materieller und visueller Kultur
  • gen242 Geschlecht und Ethnizität in materieller und visueller Kultur
  • kum213 Theorie und Geschichte der visuellen Kultur
  • mkt212 Geschlecht und Ethnizität in materieller und visueller Kultur
  • mkt213 Geschlecht und Ethnizität in materieller und visueller Kultur

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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