Semester: Wintersemester 2015/2016

3.01.231 Vom Falschen erzählen – Schema, Schemavariation und Schemabruch im „Tristan“, im „König Rother“ und im „Orendel“


Veranstaltungstermin

  • Mittwoch: 10:00 - 12:00, wöchentlich

Beschreibung

Anmeldung über Stud.IP ab Mi, 07.10, 17.30 Uhr bis 31.10.2015, 23.59 Uhr.


Die Stiefmutter ist immer böse, der jüngste Sohn heiratet die Prinzessin und die Liebenden finden sich nach einer verzweifelten Taxifahrt unweigerlich im Terminal des Flughafens – diese und ähnliche Erzählmuster bilden nicht allein die Grundlage für viele Erzählungen (und Hollywood-Filme), aufgrund ihres hohen Wiedererkennungswertes und ihrer breiten Verwendung dienen sie den Rezipienten vielmehr zugleich als heuristisches Modell und lenken die Erwartungen, mit denen wir einem Text oder einem Film begegnen. Wie aber ist es zu verstehen, wenn diese Erwartungen gerade nicht erfüllt werden, wenn sich die Liebenden also nicht finden oder die Schönste nicht den Besten heiratet, sondern einem anderen versprochen wird? Das Seminar möchte die Frage nach dem semantischen Wert von Schema, Schemavariation und Schemabruch anhand des in der Vormoderne weit verbreiteten Erzählmodells der gefährlichen Brautwerbung untersuchen und stützt sich dabei auf drei Texte, den "Tristan", den "König Rother" und den "Orendel", die das Schema alle in unterschiedlichen Punkten und mit unterschiedlichen Konsequenzen variieren.

Textgrundlage:
Gottfried von Straßburg: Tristan. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, hrsg. von Rüdiger Krohn, 2 Bde., 9. Aufl. Stuttgart 2001/7. Aufl. Stuttgart 2002 (UB 4471/4472).
König Rother, hrsg. von Peter K. Stein/Ingrid Bennewitz, Stuttgart 2000 (UB 18047).
Ein Kopier- bzw. Scanexemplar des "Orendel" wird zu Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt.

Prüfungsart: Hausarbeit

DozentIn

Studienmodule

  • ger790 Literaturwissenschaft
  • ger890 Literaturwissenschaft

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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