Semester: Wintersemester 2015/2016

1.01.04501 Professionalisierung pädagogischen Handelns am Beispiel der Verringerung von Burnout-Risiken durch geeignete Kommunikation


Veranstaltungstermin

  • Montag: 18:00 - 20:00, wöchentlich

Beschreibung

Neueren Studien zufolge gilt rund ein Drittel aller Beschäftigten im Bildungswesen als vom Burnout betroffen, ein weiteres Drittel befindet sich „in einem Vorstadium“. Gründe für die hohe Burnout-Gefährdung der Beschäftigten in pädagogischen Handlungsfeldern gibt es viele; eine wesentliche Ursache liegt in der hohen Interaktionsdichte, in der sich Pädagog_innen fortwährend befinden. Neben der Kommunikation mit Vorgesetzten, Kolleg_innen und Klient_innen ist dies vor allem die Interaktion mit Kindern und Jugendlichen. Dabei belasten nicht nur besonders problematische oder destruktive Verhaltensweisen der Interaktionspartner_innen; auch der „ganz normale“ Alltag ist häufig von Stress, Motivationsproblemen und Nicht-Zuhören geprägt. Pädagog_innen sind darum hohen Anforderungen in Lern- und Erziehungssituationen ausgesetzt und müssen diese erfolgreich bewältigen.

In diesem Seminar geht es um die Identifikation und Beforschung hilfreicher Haltungen und Strategien in der Kommunikation zwischen Pädagog_innen und Kindern bzw. Jugendlichen, besonders im Kontext des Konzepts der Gewaltfreien Kommunikation, mit dem Ziel der Verringerung von Burnout-Risiken.

Aus der inhaltlichen Auseinanderersetzung mit der Thematik sollen kleine, eng umgrenzte Forschungsfragen und -designs entwickelt werden. Forschungsfragen könnten z.B. sein: Welche Belastungen erleben Lehrer_innen in „ganz normale“ Schulstunden? In welcher Weise reagieren sie darauf? Thematisieren Pädagog_innen wahrgenommene eigene Belastung im Gespräch mit den Kindern bzw. Jugendlichen und/oder Kolleg_innen, mit denen sie arbeiten; wie tun sie das, und wie reagieren diese darauf? Wird dieses Thematisieren als hilfreich erlebt? usw. Die Auswahl geeigneter Methoden wird erarbeitet und begründet, ebenso wie forschungsethische Fragen, die dabei möglicherweise aufkommen. Auch die mögliche Beeinflussung von Forschung durch eigene Voreingenommenheit soll thematisiert und reflektiert werden; denn jede_r von uns hat eigene Erfahrungen, Einstellungen und Strategien in Bezug auf Kommunikation, die die Forschungsarbeit beeinflussen könn(t)en.

Der Ansatz und die Anwendung des Forschungsbasierten Lernens wird in einem begleitenden Seminar des Moduls erarbeitet, eingeübt und reflektiert.

Harris, T. (2011): Ich bin o.k. - Du bist o.k.: Wie wir uns selbst besser verstehen und unsere Einstellung zu anderen verändern können. Eine Einführung in die Transaktionsanalyse. Reinbek: Rowohlt Verlag GmbH.
Orth, G. (2013): Gewaltfreie Kommunikation in der Schule: Wie Wertschätzung gelingen kann. Ein Lern- und Übungsbuch für alle, die in Schulen leben u. arbeiten. Paderborn: Junfermann Verlag.
Rogers, C. (2011): Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie. Client-Centered Therapy. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag GmbH.
Rosenberg, M. B. (2011): Erziehung, die das Leben bereichert: Gewaltfreie Kommunikation im Schulalltag. Paderborn: Junfermann Verlag.
Schulz von Thun, F. (2013): Miteinander reden 3: Das "Innere Team" und situationsgerechte Kommunikation. Reinbek: Rowohlt Verlag GmbH.
Watzlawick, P. (2005): Wie wirklich ist die Wirklichkeit? München, Zürich: Piper.

DozentIn

Studienmodule

  • pb261 Forschendes Lernen und Lehren

Studienbereiche

  • Pädagogik
  • Weitere Veranstaltungen

Lehrsprache
deutsch

FLiF-Veranstaltung ?
Ja

empfohlenes Fachsemester
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