Semester: Wintersemester 2015/2016

4.02.035 Krieg und Frieden der Religionen. Zur Idee der Glaubensfreiheit im Zeitalter der Aufklärung in Europa


Veranstaltungstermin

  • Dienstag: 12:00 - 14:00, wöchentlich

Beschreibung

Das Seminar umfasst einen größeren Anteil an Eigenarbeit. Eine Kombination mit einer weiteren Veranstaltung ist NICHT notwendig.

Das Zeitalter der Aufklärung war auch ein Zeitalter der Neuverhandlung des Verhältnisses von Staat und Religion. Die Frage nach Religionsfreiheit stellte sich in unterschiedlichen Kontexten. Sei es in den philosophischen Zirkeln der Aufklärung, in mehrkonfessionellen Territorien, in der Pragmatik sogenannten „aufgeklärten Absolutismus“ , oder in den religiöse Freiheiten verheißenden Kolonien, sei es in den sich formierenden christlich geprägten Staaten, dem durch Muslime regierten Osmanischen Reich oder der jüdischen Diaspora: Fragen der Toleranz, des „vernünftigen“ Glaubens und eines respektvollen Miteinanders wurden vor dem Hintergrund weiterhin schwelender religiöser Konflikte diskutiert. Die oftmals mit der Aufklärung assoziierte Idee der Glaubensfreiheit speiste sich seit den Erfahrungen der Religionskriege des 17. Jahrhunderts global aus den verschiedensten Quellen und entstand nicht selten in der Konfrontation vor Ort. Ferner können unter diesem Begriff höchst unterschiedliche, oftmals auch widersprüchliche Ideen und Diskurse subsumiert werden.
Ziel des Seminars soll es sein, die Geschichte der Glaubensfreiheit zu dezentralisieren und ideengeschichtlich in seinem Facettenreichtum aufzuarbeiten. Dabei sollen verschiedene Ebenen (Atlantikraum, Europa, Lokal- und Mikrogeschichte) miteinander verknüpft werden. Aus pragmatischen Gründen wird sich das Seminar auf den europäischen Raum unter Einbeziehung einzelner Kolonien konzentrieren, wohl wissend, dass dies nur eine exemplarische Verengung eines globalen Phänomens sein kann.

DozentIn

Studienmodule

  • AM 3 Geschichte der frühen Neuzeit
  • ges132 Geschichte der frühen Neuzeit
  • ges133 Geschichte der Frühen Neuzeit
  • ges134 Westeuropäische Geschichte der Frühen Neuzeit
  • GM 3 Das frühneuzeitliche Europa als Musterbuch der Moderne
  • MM 1 Westeuropäische Geschichte nach 1500
  • the611 Geschichte christlicher Lebensgestaltung und ihre Relevanz für die Gegenwart (Kirchengeschichte)
  • the641 Religionen im Plural (Religionswissenschaft / Jüdische Studien)
  • the821 Religion in Kirche und Gesellschaft
  • the911 Weltreligionen im Kontext
  • the921 Professionalisierung (kompakt): Interreligiöser Dialog und Konfliktmanagement
  • the931 Professionalisierung: Interreligiöser Dialog und Konfliktmanagement

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Anzahl der freigegebenen Plätze für Gasthörende
3

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Das Zeitalter der Aufklärung war auch ein Zeitalter der Neuverhandlung des Verhältnisses von Staat und Religion. Die Frage nach Religionsfreiheit stellte sich in unterschiedlichen Kontexten. Sei es in den philosophischen Zirkeln der Aufklärung, in mehrkonfessionellen Territorien, in der Pragmatik sogenannten „aufgeklärten Absolutismus“ , oder in den religiöse Freiheiten verheißenden Kolonien, sei es in den sich formierenden christlich geprägten Staaten, dem durch Muslime regierten Osmanischen Reich oder der jüdischen Diaspora: Fragen der Toleranz, des „vernünftigen“ Glaubens und eines respektvollen Miteinanders wurden vor dem Hintergrund weiterhin schwelender religiöser Konflikte diskutiert. Die oftmals mit der Aufklärung assoziierte Idee der Glaubensfreiheit speiste sich seit den Erfahrungen der Religionskriege des 17. Jahrhunderts global aus den verschiedensten Quellen und entstand nicht selten in der Konfrontation vor Ort. Ferner können unter diesem Begriff höchst unterschiedliche, oftmals auch widersprüchliche Ideen und Diskurse subsumiert werden. Ziel des Seminars soll es sein, die Geschichte der Glaubensfreiheit zu dezentralisieren und ideengeschichtlich in seinem Facettenreichtum aufzuarbeiten. Dabei sollen verschiedene Ebenen (Atlantikraum, Europa, Lokal- und Mikrogeschichte) miteinander verknüpft werden. Aus pragmatischen Gründen wird sich das Seminar auf den europäischen Raum unter Einbeziehung einzelner Kolonien konzentrieren, wohl wissend, dass dies nur eine exemplarische Verengung eines globalen Phänomens sein kann.

Hinweise zur Teilnahme für Gasthörende
Das Seminar umfasst einen größeren Anteil an Eigenarbeit. Eine Kombination mit einer weiteren Veranstaltung ist NICHT notwendig.

Lehrsprache
deutsch

FLiF-Veranstaltung ?
Ja

empfohlenes Fachsemester
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