Semester: Sommersemester 2015

4.02.039 Dressed to impress: Globalisierung, Konsum und Fashion in der Frühen Neuzeit


Veranstaltungstermin

  • Dienstag: 10:00 - 12:00, wöchentlich

Beschreibung

Das Seminar ist auf 4 SWS angelegt und umfasst einen größeren Anteil an Eigenarbeit. Eine Kombination mit einer weiteren Veranstaltung ist NICHT notwendig.

„... ich wollte anfragen, ob Sie die Güte hätten, mir ein Barett nach der neuesten Mode zu kaufen (...) Wenn Sie sich etwas von diesem Kontinent wünschen, bitte ich Sie, mich zu beauftragen, ich werde Ihnen mit ganzem Herzen zu Diensten sein,.... vielleicht schicken Sie mir auch einen Almanach der Moden.“
Diese Zeilen schrieb die Frau eines Plantagenbesitzers in Paramaribo, Surinam, an ihren Bruder in Amsterdam im März 1795. Dies ist einer von nahezu 100.000 Briefen, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert von Europäern quer durch die Welt verschickt wurden und überliefert sind. Diese Briefe zeugen nicht nur von der zunehmenden Verflechtung Europas mit der Welt, sie verdeutlichen zugleich die sozialen und kulturellen Praktiken, mit denen Männer und Frauen aus verschiedenen europäischen Regionen ihren gesellschaftlichen Ort in einer fremden Welt suchten. Dazu gehörten vertraute Dinge des Alltags, dazu gehörte vor allem auch Kleidung.
Farbe, Schnitt und Form der Kleidung in der Frühen Neuzeit markierte nicht nur den sozialen Stand, Kleidung spielte in der hoch visualisierten frühmodernen Gesellschaft eine zentrale Rolle, den zugewiesenen, oder einen angestrebten höheren sozialen Status zu verkörpern. Zugleich wurde seit dem 17. Jahrhundert der europäische Markt für immer wieder neue Modeschöpfungen entdeckt. Daraus entwickelte sich eine Fashion industry mit Zeitschriften, Stoff- und Kleidermustern und Bildern verbunden mit – modern gesprochen – lifestyle Artikeln. Das Interesse an Mode und die Bedeutung von Kleidung als Ausdruck des sozialen Status war nicht nur innerhalb der Gesellschaften in Europa von zentraler Bedeutung, sondern Kleidung verkörperte „den Europäer“ im Kolonialgefüge des 17. und 18. Jahrhunderts, ein Phänomen, das bislang kaum erforscht wurde und wie die oben genannten Themen Teil des Seminars sein wird.
Das Seminar ist forschungsintensiv und arbeitet mit Quellen, die digital zur Verfügung gestellt werden. Leistungsnachweis ist ein Portfolio, zu dem die regelmäßige aktive Teilnahme zählt.
Es besteht die Möglichkeit, sich für die Teilnahme an einer Exkursion in die National Archives, London, vom 29.6. bis zum 4.7. zu bewerben. Nähere Informationen zu Semesterbeginn sowie auf STUD.IP unter Exkursionen (Freist / Beckers / Steinwascher)

DozentIn

Studienmodule

  • ges133 Geschichte der Frühen Neuzeit
  • ges134 Westeuropäische Geschichte der Frühen Neuzeit
  • MM 1 Westeuropäische Geschichte nach 1500
  • VM 3 Frühe Neuzeit: Europäische Vergleichs-, Verflechtungs- und Wahrnehmungsgeschichte

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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