Semester: Wintersemester 2015/2016

1.07.062 Sozialtheorie


Veranstaltungstermin

  • Dienstag: 08:00 - 10:00, wöchentlich

DozentIn

Studienmodule

  • sow227 Sozialwissenschaftliche Theorie

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Es stellen sich in der modernen Gesellschaft eine Reihe von Fragen ohne zwingend-eindeutige Antwort: Sollen öffentliche Dienstleistungen wie etwa die Stromversorgung privatisiert werden? Wie weit soll Forschung etwa in der Gen- und Nanotechnologie „frei“ sein? Wie weit soll medizinische Hilfe gehen, wenn ein Mensch über lange Zeit im Koma liegt? Je nachdem, mit welchen Vorstellungen vom Sozialen man an solche oder ähnliche Fragen herangeht, kommt man zu unterschiedlichen Ergebnissen. Geht man davon aus, dass rational handelnde Akteure das Soziale bestimmen, ist das eine grundsätzlich andere Prämisse, als wenn man Wirtschaft, Wissenschaft oder Recht als eigendynamische Prozesse deutet – und entsprechend ergibt sich eine andere Argumentation. Das Seminar gibt einen Überblick über Möglichkeiten, das Soziale zu bestimmen und damit zugleich über klassische Konzepte soziologischer Theorien. Der Schwerpunkt liegt dabei darauf, wie Sachverhalte als soziale Sachverhalte theoretisch bezeichnet und verstanden werden können – es geht also nicht darum, in welcher Gesellschaft wir leben oder leben sollten. Das Seminar behandelt Theorien ausgewählter Klassiker der Soziologie (von Weber über Bourdieu hin zu Luhmann); dabei kommt das Soziale etwa als soziales Handeln, als soziale Praxis oder als soziales System in den Blick. Diese unterschiedlichen Ansätze haben gemeinsam, dass sie jeweils nur eine mögliche Sichtweise auf das Soziale darstellen. Je nachdem, welchen Ansatz man wählt, kann ein anderer Ausschnitt der sozialen Welt beobachtet werden. Anliegen des Seminars ist es deshalb nicht nur, ein Verständnis unterschiedlicher Konzepte des Sozialen zu vermitteln, sondern auch deren Konsequenzen und Grenzen aufzuzeigen.

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
3