Semester: Sommersemester 2016

1.01.04502 Gewaltfreie Kommunikation in pädagogischen Handlungsfeldern


Veranstaltungstermin

  • Donnerstag: 08:00 - 10:00, wöchentlich

Beschreibung

In pädagogischen Handlungsfeldern treffen unterschiedlichste Menschen mit vielen verschiedenen biographischen Vorerfahrungen und individuellen Bedürfnissen aufeinander.
Damit Leben und Lernen in diesem komplexen emotionalen und motivationalen Gefüge gelingen kann und Konflikte sich nicht verfestigen, sondern lösen lassen, benötigen Pädagog_innen geeignete Kommunikationsstrategien. Ziel der Gewaltfreien Kommunikation – mehr als Haltung denn als Technik zu verstehen –, ist nicht, andere Menschen (z.B. Kindergartenkinder, Schüler_innen, Studierende) zu einem bestimmten Handeln zu bewegen (d.h. zu manipulieren); sondern es geht vielmehr darum, eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln, aus der heraus eine solide Basis für Kooperation, Zusammenarbeit und Gemeinschaft entstehen kann.

In diesem Seminar beschäftigen sich die Studierenden mit dem Thema der Gewaltfreien Kommunikation im Kontext pädagogischer Handlungsfelder im Rahmen des Ansatzes des Forschenden Lernens. Neben der Klärung, was diese besondere Kommunikationshaltung ausmacht und konkret im Alltag bedeutet, sollen diesbezüglich eigene Standpunkte entwickelt und argumentativ begründet werden: Ist Gewaltfreie Kommunikation im Arbeitsalltag tatsächlich so umsetzbar, wie sie gedacht ist? Gibt es überhaupt genügend zeitliche Ressourcen dafür, oder gibt es nur spezielle (Zeit-)“Räume“, in denen sie sinnvollerweise genutzt werden kann? usw.

Aus dieser inhaltlichen Auseinanderersetzung mit der Thematik sollen kleine, eng umgrenzte Forschungsfragen und -designs entwickelt werden. Forschungsfragen könnten z.B. sein: Wie erleben Lehrer_innen nicht kooperierende Schüler_innen, und mit welchen Strategien reagieren sie darauf? Wie viel Verständnis haben Erzieher_innen für die individuellen Bedürfnisse und Kontexte, in denen sich ihre Schutzbefohlenen befinden, und sind sie offen dafür, empathisch zu handeln? usw. Die Auswahl geeigneter Methoden wird erarbeitet und begründet, ebenso wie forschungsethische Fragen, die dabei aufkommen. Auch die mögliche Beeinflussung von Forschung durch eigene Voreingenommenheit soll thematisiert und reflektiert werden; denn jede_r von uns hat eigene Erfahrungen, Einstellungen und Strategien in Bezug auf Kommunikation, die die Forschungsarbeit beeinflussen könn(t)en.

Der Ansatz und die Anwendung des Forschungsbasierten Lernens wird in einem begleitenden Seminar des Moduls erarbeitet, eingeübt und reflektiert.

Orth, G. & Fritz, H. (2013): Gewaltfreie Kommunikation in der Schule: Wie Wertschätzung gelingen kann. Ein Lern- und Übungsbuch für alle, die in Schulen leben u. arbeiten. Paderborn: Junfermann Verlag.
Rogers, C. (2012): Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie. Client-Centered Therapy. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag GmbH.
Rosenberg, M. B. (2011): Erziehung, die das Leben bereichert: Gewaltfreie Kommunikation im Schulalltag. Paderborn: Junfermann Verlag.
Schulz von Thun, F. (2010): Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek: Rowohlt Verlag GmbH.
Tausch, R. & Tausch, A. (1990): Gesprächspsychotherapie: Hilfreiche Gruppen- und Einzelgespräche in Psychotherapie und alltäglichem Leben. Göttingen, Toronto, Zürich: Dr. C. J. Hogrefe Verlag.
Watzlawick, P., Beavin, J. & Jackson, D. (2011): Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien. Bern: Verlag Hans Huber, Hogrefe AG.

DozentIn

Studienmodule

  • pb261 Forschendes Lernen und Lehren

Studienbereiche

  • Pädagogik
  • Weitere Veranstaltungen

Lehrsprache
deutsch

FLiF-Veranstaltung ?
Ja

empfohlenes Fachsemester
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