Semester: Wintersemester 2015/2016

4.03.214 Wie die Welt noch einmal davonkam. Naturphilosophie und Science Fiction


Veranstaltungstermine

  • So., 01.11.2015, 12:00 - 16:00
  • So., 10.01.2016, 12:00 - 16:00
  • So., 13.12.2015, 12:00 - 16:00
  • So., 15.11.2015, 12:00 - 16:00
  • So., 18.10.2015, 12:00 - 16:00
  • So., 24.01.2016, 12:00 - 16:00
  • So., 29.11.2015, 12:00 - 16:00

Beschreibung

„Schau Dir diese Welt nur richtig an, wie durchsiebt mit riesigen, klaffenden Löchern sie ist,
wie voll von Nichts, einem Nichts, das die gähnenden Abgründe zwischen den Sternen
ausfüllt; wie alles um uns herum mit diesem Nichts gepolstert ist, das finster hinter jedem
Stück Materie lauert.“ (Lem [1965] 1983, 5)
Glaubt man der Maschine, die Trurl so konstruiert hat, dass sie alles, was mit dem Buchstaben n beginnt, produzieren kann, so ist es allein die Schuld ihres Auftraggebers, dass hinter jedem Stück Materie das Nichts lauert. Nachdem die Maschine schon allerlei Gegenstände produziert hatte, die in der von ihr verwendeten Sprache mit n beginnen, erfüllt sie den an sie herangetragenen Auftrag Nichts zu produzieren, indem sie anfängt die mit Materie ausgefüllte Welt Stück für Stück zu annihilieren. Zunächst verschwinden alle Gegenstände, deren Anfangsbuchstabe n ist, alsbald aber verschwinden alle möglichen Gegenstände, so dass die Welt Stück für Stück entmaterialisiert wird und das bloße Vakuum sich ausbreitet. Die Maschine wird vom entsetzten Betrachter dieses Prozesses zwar gestoppt, der horror vacui bleibt unerfüllt, aber der Schaden ist unwiderruflich: Die übrig gebliebenen Stückchen Materie sehen sich einem bedrohlich wirkenden Nichts gegenüber gestellt. Fortan fehlen, neben vielen anderen Dingen, die vom Konstrukteur innig geliebten Phantolemchen, und nicht nur die Maschine bezweifelt, dass künftige Generationen ihn für dieses Werk preisen werden. Die Welt ist nicht mehr eine, die vollständig und durchgängig von Materie erfüllt ist, sondern vielmehr ein Mosaik aus Materie und Leere. Diese Welt der Materie, die der polnische Schriftsteller Stanisław Lem (1921-2006) als Science Fiction in „Als die Welt noch einmal davonkam“ kreierte, soll auf ihre naturphilosophische Grundlage zurückgeführt werden. Dabei wird es nicht nur um die Bestimmungen von Materie und Vakuum, sondern auch um Raum-Zeit-Theorien und Schwarze Löcher gehen. Der Text von Lem soll als Einführung in das Thema „Naturphilosophie und Science Fiction“ dienen, weitere Beispiele aus dem Genre werden von den Teilnehmern gemeinsam ausgewählt werden.

DozentIn

Studienmodule

  • pb022 Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie
  • pb080 Philosophie und Gesellschaft A
  • pb081 Philosophie und Gesellschaft B
  • phi210 Geschichte der Philosophie
  • phi220 Praktische Philosophie - Ethik, Recht, Gesellschaft
  • phi230 Theoretische Philosophie und Grundlagen der Wissenschaften
  • phi320 Praktische Philosophie und ihre Konsequenzen für die Gesellschaft
  • phi330 Theoretische Philosophie und ihre Konsequenzen für die Grundlagen der Wissenschaften
  • phi340 Praktische Philosophie - Ethik, Recht, Gesellschaft
  • phi510 Geschichte der Philosophie
  • phi520 Philosophie der Gesellschaft
  • phi530 Theoretische Philosophie und Grundlagen der Wissenschaften

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Glaubt man der Maschine, die Trurl so konstruiert hat, dass sie alles, was mit dem Buchstaben n beginnt, produzieren kann, so ist es allein die Schuld ihres Auftraggebers, dass hinter jedem Stück Materie das Nichts lauert. Nachdem die Maschine schon allerlei Gegenstände produziert hatte, die in der von ihr verwendeten Sprache mit n beginnen, erfüllt sie den an sie herangetragenen Auftrag Nichts zu produzieren, indem sie anfängt die mit Materie ausgefüllte Welt Stück für Stück zu annihilieren. Zunächst verschwinden alle Gegenstände, deren Anfangsbuchstabe n ist, alsbald aber verschwinden alle möglichen Gegenstände, so dass die Welt Stück für Stück entmaterialisiert wird und das bloße Vakuum sich ausbreitet. Die Maschine wird vom entsetzten Betrachter dieses Prozesses zwar gestoppt, der horror vacui bleibt unerfüllt, aber der Schaden ist unwiderruflich: Die übrig gebliebenen Stückchen Materie sehen sich einem bedrohlich wirkenden Nichts gegenüber gestellt. Fortan fehlen, neben vielen anderen Dingen, die vom Konstrukteur innig geliebten Phantolemchen, und nicht nur die Maschine bezweifelt, dass künftige Generationen ihn für dieses Werk preisen werden. Die Welt ist nicht mehr eine, die vollständig und durchgängig von Materie erfüllt ist, sondern vielmehr ein Mosaik aus Materie und Leere. Diese Welt der Materie, die der polnische Schriftsteller Stanisław Lem (1921-2006) als Science Fiction in „Als die Welt noch einmal davonkam“ kreierte, soll auf ihre naturphilosophische Grundlage zurückgeführt werden. Dabei wird es nicht nur um die Bestimmungen von Materie und Vakuum, sondern auch um Raum-Zeit-Theorien und Schwarze Löcher gehen. Der Text von Lem soll als Einführung in das Thema „Naturphilosophie und Science Fiction“ dienen, weitere Beispiele aus dem Genre werden von den TeilnehmerInnen gemeinsam ausgewählt werden.

Lehrsprache
deutsch

empfohlenes Fachsemester
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