Lexika als identitätsstiftende Medien

Allgemeine Lexika und Enzyklopädien speichern das Wissen einer Zeit. Sie archivieren, was eine Gesellschaft für relevant und „wissenswert“ hält. Sie gegen Auskunft darüber, was an einer Sache wichtig ist und was „man“ über sie wissen sollte. Lexika sind oftmals gewichtige und umfangreiche Materialisierungen des common sense, die Objektivität und Autorität beanspruchen und in der Regel auch zugesprochen bekommen. Nicht zuletzt dienen sie der Identitätsstiftung und –befestigung einer Gesellschaft, die in ihnen auch Auskunft über sich selbst findet.

Die Entwicklung des Polenbildes in Konversationslexika zwischen 1795 und 1945 spiegelt deutlich das Selbstverständnis des deutschen Bürgertums, das seinen Abgrenzungsobjekt in den Polen fand. Gleichzeitig wurde dieses Selbstverständnis durch die im Lexikon vermittelten Muster bestätigt und gefestigt. LIT: Scholz, Stephan: Die Entwicklung des Polenbildes in deutschen Konversationslexika zwischen 1795 und 1945 (= Zeitgeschichte – Zeitverständnis. 7), Münster u.a. 2000.