Soziologie und Sportsoziologie

Konzept

Im Fokus der Tagung „Sport als kulturelle Praxis“ stehen Praktiken aller Formen des Sports, vom Spitzen- und Wettkampf- bis hin zum Gesundheits- und Risikosport. Uns interessiert, wie diese Praktiken im Wechselspiel ihrer verschiedenen menschlichen und nicht-menschlichen Partizipanden — gemeint sind damit sowohl Sportler/innen als auch Räumlichkeiten, Sportstätten und Materialitäten sowie Diskurse, Symbole und mediale Inszenierungen — gemacht werden. Ganz konkret soll auf der Tagung beispielsweise folgenden Fragen nachgegangen werden:

  • Wie aktualisieren Straßensportler/innen in der städtischen Umgebung bisher unerkannt schlummernde Gebrauchsmöglichkeiten und schaffen so ihre eigenen, mobilen Bedeutungs- und Bewegungsräume?
  • Wie werden Körper in Prozessen des Übens, Trainierens und Spielens für die unterschiedlichen Formen des Spitzen- und den Freizeitsports bearbeitet, sozialisiert, ‚eingestellt’ und geformt?
  • Wie, in welchen Praktiken, erfolgt die Selektion und Konstruktion von Talenten?

Oder auch:

  • Wie bilden sich Individuen in diesen Praktiken zu spezifischen Sport-Subjekten?
  • Mittels welcher Selbsttechniken geben sie sich eine Form, die den stilistischen, ästhetischen und normativen Kriterien eines Sportmodells entspricht?
  • Welche Wissenstypen, Intentionen und Normativitäten (z.B. Vorstellungen über die (Il-)Legitimität des Einsatzes leistungssteigernder Substanzen) tragen und orientieren die verschiedenen Praktiken des Sports und die sich in ihrem Rahmen abspielenden Selbstbildungsprozesse?

Die Tagung wird organisiert vom Arbeitsbereich „Soziologie und Sportsoziologie” des Instituts für Sportwissenschaft der Carl von Ossietzky Universität.
Es handelt sich um die Jahrestagung der Sektionen „Sportsoziologie“ und „Sportphilosophie“ der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs). Kooperationspartner sind das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, die Sektion „Soziologie des Körpers und des Sports“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), das Oldenburger DFG-Graduiertenkolleg „Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung in historischer und interdisziplinärer Perspektive“ und das Wissenschaftliche Zentrum „Genealogie der Gegenwart“.

Unter dem Menüpunkt 'Programm' können Sie den zeitlichen Ablauf sowie die Abstracts zu den ins Programm aufgenommenen Vorträgen und den drei Keynotes einsehen.