Wissenschaftsmanagement

  • Aufbau und Geschäftsführung von fakultätsübergreifenden Einrichtungen
  • Koordination von inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten

Forschungsschwerpunkte

  • Sport- und Gesundheitsförderung
  • Sport im interkulturellen Kontext
  • Ethnizität und Geschlecht als Determinanten des Sportengagements
  • Bewegungskulturen

Promotionsvorhaben

„IN FORM(ung). Gesundheitsförderung, Mobilisierung und Subjektivierung im aktivierenden Sozialstaat“. 

Projekte

  • 08.2008-02.2011: Aktionsbündnis Migration & Mobilität - Für mehr Bewegung im sozialen Raum" (gefördert durch das BMG)
  • 2008/2009: Training für Jugendliche mit Adipositas (zunächst in Kooperation mit der Psychologischen Ambulanz für Lehre und Forschung der Universität Oldenburg; später auch mit der Gemeinschaftspraxis Dr. Prahm und Dr. Koppe)
  • Sommersemester 2009: Projekt zur Entwicklung von Sport- und Bewegungskonzepten für Menschen mit Behinderungen (in Kooperation mit dem Zentrum zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation)
  • Wintersemester 2005/06: Lehrgangsprojekt „Schwimmen“ für Frauen mit Migrationshintergrund (in Kooperation mit dem Treffpunkt Gemeinwesenarbeit Bloherfelde/Eversten). Gefördert durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF)

    In Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg entstand ein Kooperationsprojekt, das Migrantinnen einerseits durch das Erlernen des Schwimmens den Zutritt zu öffentlichen Institutionen und Begegnungsstätten wie Schwimmbädern erleichtern soll. Andererseits ist das Projekt als Lehrveranstaltung konzipiert, in der sich Studentinnen im Sinne forschenden Lernens theoretisch und empirisch mit den Bedingungen und Hindernissen der Aneignung stets kulturell formatierter und gesellschaftlich imprägnierter Körper- und Bewegungstechniken durch Angehörige ‚anderer’ kultureller und sozialer Kontexte auseinandersetzen. Im Zentrum des Projekts stehen folgende Fragen:
    Welche kulturellen Selbstverständlichkeiten im Umgang mit dem eigenen wie dem Körper der ‚Anderen’ existieren bei Lehrenden und Migrantinnen? Was zeichnet die jeweiligen Körperbilder aus? Welche Werte- und Normorientierungen sind mit ihnen verbunden? Inwiefern und entlang welcher Merkmale (Ethnizität, Bildungsgrad, Schichtzugehörigkeit usw.) unterscheiden sich die Körper- und Gesundheitsvorstellungen der Beteiligten? Lassen sich Zusammenhänge zwischen der gemeinsamen körperlichen Praxis und dem Spracherwerb beobachten? Verbessern sich die deutschen Sprachkenntnisse der Migrantinnen womöglich gerade dann, wenn nicht der Spracherwerb, sondern das Bewegungslernen im Vordergrund steht? Können allgemeine Rückschlüsse auf ein ‚implizites Sprachlernen’ gezogen werden? Wie lassen sich Bewegungspraktiken in den stets von Missverständnissen bedrohten Interaktionen von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft mit Migrantinnen vermitteln? (Die Studentinnen sollen sich deshalb auch mit der Frage nach der sozialen, kulturellen und ökonomischen Prägung und Partikularität nur scheinbar universaler Lehr-Lern-Wege auseinandersetzen).

  • SoSe 2005: Studentische Mitarbeit im Lehrgangsprojekt „Fahrradfahren“ für Frauen mit Migrationshintergrund (in Kooperation mit dem Treffpunkt Gemeinwesenarbeit Bloherfelde/Eversten und dem TuS Bloherfelde von 1906 e.V).
    Das Mikroprojekt wurde vom Europäischen Sozialfond gefördert und vom Institut für Sportwissenschaft der CvO-Universität konzipiert und durchgeführt. Durch das Erlernen des Fahrradfahrens sollten die Mobilität und damit die Chancen von Migrantinnen auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden. Der Kurs dauerte acht Wochen, es nahmen ca. 15 Frauen unterschiedlicher Herkunft unter Anleitung von vier deutschsprachigen Studentinnen daran teil.

    Das Projekt hat interessante Aufschlüsse über die Möglichkeiten des Erwerbs und der Vermittlung von Bewegungspraktiken im interkulturellen Kontext erbracht. Entgegen allen Erwartungen war nicht die sprachliche Verständigung ein Problem im Lehr-Lern-Prozess, sondern das Festhalten an „alt bewährten“ Vermittlungskonzepten. Auf dem Weg zum gemeinsamen Lernziel wurden insbesondere die Vorstellungen der Anleiterinnen über das „richtige“ methodische Vorgehen grundlegend irritiert, weil sich die Frauen dem Fahrrad und dem Fahrradfahren vollkommen anders näherten als erwartet. Offenbar beruhen z.B. die im Sportstudium vermittelten Lehr- und Lernwege auf eurozentrischen Vorstellungen, die nicht mit den Körperkonzepten und Bewegungserfahrungen der Migrantinnen zusammenpassten. Erst in Folge der Abkehr von etablierten Methodiken erlernte der überwiegende Teil der Frauen das Fahrradfahren und konnte sich schließlich sicher im Straßenverkehr bewegen. Ein wichtiger Nebeneffekt war, dass sich die Frauen im Laufe des Kurses merklich besser im Deutschen verständigen konnten. Sie hatten ihre Deutschkenntnisse quasi en passant verbessert.