Forschungsschwerpunkte

  • Die Stationen der interpretativen Unterrichtsforschung: Bewegungsspiele unterrichten 1986; (mit Kh. Scherler): Sport unterrichten 1995; Narrative Didaktik 1997 münden gegenwärtig in Arbeiten zur Differenz und Spannung zwischen legitimierten und intelligenten Handlungen/Praktiken in komplexen Situationen des Sportunterrichts. Dieser Schwerpunkt steht im Kontext des übergreifenden Ansatzes der Professionalisierung durch Fallarbeit (vgl. Schierz & Thiele, "Hermeneutische Kompetenz durch Fallarbeit", ZfPäd 1/2002).
    Das inzwischen abgeschlossene Forschungsprojekt (mit B. Fischer & J. Thiele) "Pädagogische Fallarbeit in der Ausbildung von Trainern/innen" (Bundesinstitut für Sportwissenschaft) erweitert den Forschungsschwerpunkt von schulischen auf außerschulische Vermittlungskontexte im Sport.

  • Im Bereich der Schulsportforschung entstanden im Rahmen des Netzwerks "Regionale Schulsportentwicklung" Schulportraits als Momentaufnahmen aus Transformationsprozessen schulischer Bewegungskulturen (im Druck: Schierz & Hummel, Empirische Studien zur Schulsportentwicklung, Schorndorf). Gegenwärtig richtet sich das Interesse unserer Schulsportforschung einerseits auf ambivalente Folgen der "Qualitätsentwicklung im Schulsport" unter den Rahmenbedingungen neoliberaler Reformen und Praktiken (vgl. Schierz & Thiele, Schulsportentwicklung im Spannungsfeld von Ökonomisierung und Standardisierung, Hamburg 2005).
    Andererseits interessieren wir uns für Neubestimmungen der Sinngrenze zwischen Sport und Schulsport an der Ganztagsschule und in veränderten Passungsverhältnissen zwischen Bewegungsbiografien von Schülern/innen und traditionellen Schulsportkonzepten.

  • Im Schwerpunkt der Bildungsgangforschung entstehen Fallstudien zur individuellen Klärung und Bearbeitung von Entwicklungszielen und -aufgaben in der Lernbiografie sportlicher Talente, die im Spannungsfeld von neuartigen schulischen und sportlichen Anforderungen stehen. Die Studien sind eng mit dem Projekt ‚Talent und Bildungsgang' verknüpft, das in Kooperation mit einem Modellversuch zur sportprofilierten Schule am Gymnasium Eversten/Oldenburg und in Zusammenarbeit mit den Fachverbänden Basketball, Handball, Leichtathletik, Rudern und Schwimmen 2005 gestartet ist.

  • In enger Anbindung an das Promotionsprogramm ‚Didaktische Rekonstruktion' konstituiert sich z. Z. ein neuer Forschungsschwerpunkt zu Bewegungspraktiken in unterrichtlichen Aufgabenkulturen. Die Themen sind im Schnittfeld von Schul- und Kindheitsforschung mit einem ethnografischen Schwerpunkt verortet. Im Rahmen ihres Lichtenbergstipendiums untersucht z. Z. Frau Tina Wenholt ‚Aufgabenkulturen bewegten Lernens' in der Wahrnehmung und Interpretation von Schülern/innen.