Schwerpunktthema

Sorge ist ein ambivalentes Phänomen mit vielfältigen Manifestationen - von der umsichtigen Pflege bis zur paralysierenden Zukunftsangst. Entsprechend weit gefächert ist der lebensweltliche Sprachgebrach der semantische Konnotationen und Ableitungen wie "Sorgfalt", "Sorgsamkeit", "Vorsorge", "Fürsorge", "Versorgung", aber auch "Entsorgung", "Sorgenfreiheit" und "Sorglosigkeit kennt".

Offen für verschiedene Zugänge zur Sorge, knüpft der Forschungsschwerpunkt "Dimensionen der Sorge" an diese gewachsene Vielfalt an und eröffnet einen interdisziplinären Forschungsraum, in dem soziologische, philosophische und theologische Konzepte der Sorge systematisch untersucht, präzisiert, verglichen und im Hinblick auf ihre Relevanz für praktische Gegenwartsfragen bewertet und angewendet werden sollen.

Der Forschungsschwerpunkt versteht sich als Einladung, Phänomene der Sorge in genealogischer, systematischer, normativer, empirischer und lebenspraktischer Perspektive zu analysieren. Er bietet ein intellektuelles Umfeld, in dem Nachwuchsforscherinnen und -forscher verschiedener Disziplinen im engen Austausch wechselseitige Anknüpfungspunkte finden und nutzen können.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Dimensionen der Sorge werden primär aus soziologischer, philosophischer und theologischer Perspektive in den Blick genommen. Die verschiedenen disziplinären Zugänge stellen entsprechende Fragen unterschiedlich:

- Soziologisch stehen Veränderungen sozialer Beziehungen und gesellschaftlicher Strukturen als Grundlage und Effekt von Sorgebeziehungen und damit die Konstruktion von Sorge im Mittelpunkt.

- Philosophisch steht die Denkmöglichkeit von Sorge und deren Verhältnis zu menschlichen Grundkonstanten im Mittelpunkt.

- Theologisch geht es sowohl um die geschöpflich begründete Sorge um sich selbst als auch um die Sorge für den anderen und im Hinblick auf beides um die Frage, inwiefern der Glaube Menschen sowohl von Sorge befreit als auch Sorge zumutet.

Fragestellungen aus den drei Disziplinen profitieren von der Auseinandersetzung mit den jeweils anderen. Durch den analytischen Rahmen besteht ein gemeinsamer Bezugspunkt zur Ordnung und Übersetzung fachspezifischer Überlegungen.

Rahmenbedingungen

Promovierende des Schwerpunkts profitieren von den Berührungspunkten und Synergien der beteiligten Disziplinen in vielfacher Weise:

Mit Blick auf Theorien und Methoden lernen sie disziplinär unterschiedliche Zugriffsweisen auf ähnliche theoretische Grundlagen und empirische Fragestellungen kennen.

Mit Blick auf wissenschaftliche Qualifizierung profitieren sie von der inhaltlichen und organisatorischen Mitgestaltung unterschiedlicher Tagungsformate sowie des interdisziplinären Dialogs.