Wörter auf Wanderschaft: Der Weg deutscher Lehnwörter des Polnischen ins Ostslavische

Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit:
2013-2016

Leiter:

Prof. Dr. Gerd HentschelUniversität Oldenburg, Institut für Slavistik
Prof. Dr. Stefan Engelberg  Institut für deutsche Sprache, Mannheim

Mitarbeiter:

Sabine Anders-MarnowskyUniversität Oldenburg, Institut für Slavistik
Dr. Sviatlana Tesch Universität Oldenburg, Institut für Slavistik
Dr. Peter MeyerInstitut für deutsche Sprache, Mannheim

Kooperationspartner:

Dr. Natalia KhobzeyAkademie der Wissenschaften, Institut für ukrainische Sprachwissenschaft, L'viv, Ukraine
Prof. Dr. Mikalai PryhodzichWeißrussische Staatsuniversität Minsk, Abteilung für Geschichte der Weißrussischen Sprache, Minsk, Weißrussland
Prof. Dr. Aleksandr MoldovanAkademie der Wissenschaften, Institut für russische Sprache, Moskau, Russland
Dr. hab. Kyrill MaksimovichAkademie der Wissenschaften, Institut für russische Sprache, Moskau, Russland
Dr. hab. Vasilii KruglovAkademie der Wissenschaften, Institut für linguistische Forschungen, St. Petersburg, Russland

Projektbeschreibung:

Ziel des Projekts ist eine computergestützte, historisch-lexikographische Erfassung der deutschen Lehnwörter im Polnischen (wie sie im Wörterbuch der deutschen Lehnwörter im Polnischen, WDLP beschrieben wurden), die eine Entsprechung in den ostslavischen Sprachen, also Weißrussisch und Ukrainisch sowie außerdem Russisch, haben. Deutsche Lehnwörter in diesen drei Sprachen sind weitestgehend entweder über das Polnische (deutsche Lehnwörter i.w.S.) oder direkt aus dem Deutschen (deutsche Lehnwörter i.e.S.) entlehnt worden. Vielfach sind bis ins 18. Jh. das Weißrussische und Ukrainische (Ruthenische) auch Vermittler von Lehnwörtern „zwischen“ dem Polnischen und dem Russischen gewesen. Spätestens ab dem 19. Jh. werden vermehrt Germanismen vom Russischen in die anderen Sprachen vermittelt. Es geht also um die Beschreibung ursprünglich deutscher Wörter, die in slavische Sprachen in einem großen kulturhistorisch und historisch-politisch zusammenhängenden Raum östlich von Deutschland entlehnt wurden. Lehnwörter werden dabei als sprachliche Reflexe von Kulturkontakten verstanden.

Die Präsentation dieser Daten soll in einem lexikographischen Internetportal des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim erfolgen. Das Portal soll die Möglichkeit der Aufnahme weiterer lexikographischer Werke zu deutschen Lehnwörtern in anderen Sprachen bieten und wörterbuchübergreifende Zugriffsstrukturen und komplex kombinierbare Suchmöglichkeiten für die lexikographischen Inhalte (Wortformen sowie deren Eigenschaften und Relationen) bereitstellen.

Publikationen zum Thema: