Präsidium der Universität

Studienbeitragsmodelle der Länder im Vergleich


Im kommenden Jahr werden in sieben Bundesländern allgemeine Studienbeiträge eingeführt. Zu diesen Ländern zählen Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Hessen, die jeweils eigene Modelle für die Umsetzung und Verwendung der Beiträge entwickelt haben. Im Rahmen der Einführung sind die unterschiedlichen Beitragsmodelle aus den vorliegenden Gesetzen der Länder in zwei aktuellen Studien verglichen worden.

CHE, das Centrum für Hochschulentwicklung, hat in seiner im Juli 2006 veröffentlichten Studie Kriterien wie Studierendenorientierung, finanzielle Effekte, Autonomie und Wettbewerb, Sozialverträglichkeit und Spezialgruppenorientierung sowie Konsistenz und Kalkulierbarkeit untersucht. Auch das HIS, das Hochschul-Informations-System, hat im Juni 2006 in einer Studie Entwicklungsstand, Ähnlichkeiten und Unterschiede der Gebührenmodelle in den einzelnen Ländern analysiert.

Der Vergleich laut CHE fiel in weiten Bereichen positiv aus, so gelingt es allen Bundesländern über Darlehen die Studienbeiträge vorzufinanzieren und die Höhe der Rückzahlungsrate später einkommensabhängig zu bestimmen, womit eine sozialverträgliche Gestaltung gewährleistet sein soll. Die Studie des HIS kommt zu einem ähnlichen Ergebnis und sieht Gemeinsamkeiten der Länder in der Möglichkeit die Studienbeiträge nachzulagern und bestimmte Studierendengruppen von der Zahlungspflicht zu befreien.

Dennoch sehen beide Studien noch Verbesserungsbedarfe. So kritisiert das CHE, dass den Hochschulen selbst zu wenige Handlungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Nur in Nordrhein-Westfalen und dem Saarland können die Hochschulen selbst entscheiden, ob sie Studienbeiträge einführen wollen oder nicht. Auch sollte bei den Modellen die Beteiligung der Studierenden über die Verwendung der Beitragseinnahmen gesetzlich sichergestellt sein. Für das HIS hat die dezentrale Einführung der Gebühren eine Vielfalt zur Folge, die eine zunehmende Komplexität der Hochschulfinanzierung in Deutschland bewirken wird. Die Unterschiede laut HIS liegen insbesondere in den Maßnahmen zur Sozialverträglichkeit und in der Autonomie der Hochschulen bezüglich der Gebührensetzung.

Ab Sommersemester 2007 werden in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen allgemeine Studienbeiträge für alle Studierenden eingeführt. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erheben schon im Wintersemester 2006/07 Studienbeiträge von Erstsemestern. Hessen und das Saarland planen die Einführung für das Wintersemester 2007/2008, der Gesetzesentwurf ist in Hessen noch nicht verabschiedet.

Die Höhe der Studienbeiträge liegt in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und dem Saarland einheitlich bei 500 Euro. In Bayern und in Nordrhein-Westfalen können die Hochschulen den Betrag selbst bestimmen, die Maximalgrenze liegt bei 500 Euro. In Hessen sind einheitliche 500 Euro geplant, in besonderen Fällen können laut Gesetzesentwurf bis zu 1500 Euro von den Hochschulen erhoben werden.


  • Die Pressemitteilung und die komplette Studie des CHE finden Sie hier.
  • Die Studie des HIS mit näheren Informationen finden Sie hier.