Präsidium der Universität

2016

Ebene Bund

1. HRK fordert europäische Bildungs-, Forschungs- und Innovationsgemeinschaft

Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise der Europäischen Union fordert die HRK-Mitgliederversammlung eine Wissenschafts-, Bildungs- und Kulturpolitik auf europäischer Ebene einschließlich einer stärkeren politischen und finanziellen Förderung der Hochschulen. Der HRK-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Ulrich Rüdiger: „Die europäischen Hochschulen werden bisher in ihrer Bedeutung als Träger des europäischen Gedankens nicht ausreichend gewürdigt. Ihre mobilen Studierenden und Wissenschaftler leben die europäische Integration. Deren Fähigkeit zum kritischen Denken und ihre Fertigkeiten im Umgang mit anderen Kulturen werden in Zukunft von großer Bedeutung für den Zusammenhalt der europäischen Gesellschaften sein.“

Anlass für die HRK-Entschließung auf der Mitgliederversammlung am 8.11.2016 in Mainz war eine Stellungnahme zur Zwischenevaluierung der EU-Förderprogramme für die Haushaltsperiode 2014 bis 2020. Die HRK spricht sich deutlich für die Beibehaltung des Exzellenzprinzips als entscheidendem Bewilligungskriterium für Förderprojekte aus. Außerdem fordert sie eine Reduzierung des politischen Anspruchs der EU, Forschung, deren Ergebnisse nie im Voraus feststehen können, mit detaillierten ‚Impact‘-Erfordernissen zu verbinden. Das befördere letztlich nur die „Antragslyrik“, trage aber nicht zur Verbesserung der Forschungsergebnisse bei.

2. Vorschläge für eine Neuordnung der Akkreditierung

Detaillierte Vorschläge für die künftige Gestaltung des Akkreditierungssystems und der Akkreditierungsverfahren hat die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) auf ihrer Mitgliederversammlung am 8.11.2016 in Mainz verabschiedet. Danach soll Akkreditierung zu einem wissenschaftsnahen Verfahren der Qualitätssicherung und Rechenschaftslegung im Sinne eines Audits umgestaltet werden und sich am europäischen Regelwerk „European Standards and Guidelines (ESG)“ ausrichten. Dabei sollen die Agenturen beratende und organisatorische Dienstleistungen anbieten können, ihre Einbeziehung in Akkreditierungsverfahren soll jedoch nicht verpflichtend sein. Entscheidungsinstanz für alle Verfahren soll der Akkreditierungsrat werden.

Die Neuordnung des Akkreditierungssystems ist nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts notwendig geworden. „Nachdem wir nun konstruktive Vorschläge vorgelegt haben, erwarten wir, dass die Kultusministerkonferenz so rasch wie möglich einen verlässlichen rechtlichen Rahmen für die Umsetzung der Neuerungen schafft und den schon für Oktober angekündigten Staatsvertrag in Kürze verabschiedet“, erklärte HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler.

3. Transferstrategien für Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Der Wissenschaftsrat empfiehlt den Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Förderung von Transferaktivitäten mit Partnern aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft oder Kultur als strategische Aufgabe zu verstehen und auf Leitungsebene dafür Verantwortung zu übernehmen. Allerdings seien solche Austauschprozesse aufwändig und sie benötigten Zeit, Personal und Geld. Zudem bestünden auf Seiten der Wissenschaft keine ausreichenden Anreize, das vorhandene Transferpotenzial auszuschöpfen, da Anerkennung im Wissenschaftssystem nach wie vor primär durch Forschungsleistungen gewonnen wird.

Um diesem Anerkennungsdefizit entgegenzuwirken, empfiehlt der Wissenschaftsrat eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung von Transferaktivitäten. Sie reichen von der Bereitstellung von Räumen oder regionalen Plattformen, die für die Begegnung mit Partnern außerhalb der Wissenschaft geschaffen werden, über die Erprobung partizipativer Forschungsformate bis hin zum Personalaustausch wie shared professorships.

4. Studieren in Teilzeit – von der Notlösung zur zeitgemäßen Studienform

Die Nachfrage nach Teilzeitstudienplätzen ist weit größer als das Angebot. Ein auf der Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am 8.11.2016 in Mainz verabschiedetes Papier analysiert die Situation und gibt den Hochschulen konkrete Hinweise für die Einführung formal abgesicherter flexibler Teilzeitstudienangebote.

Jeder fünfte Studierende absolviert sein Studium de facto in Teilzeit, aber nur etwa vier Prozent sind formell in einem Teilzeit- oder berufsbegleitenden Studiengang immatrikuliert. Wer neben seiner Berufstätigkeit studiert oder Kinder oder andere Familienangehörige zu betreuen hat, ist in meist in einem regulären Studiengang eingeschrieben und versucht, die Studienbedingungen an die eigenen Lebensumstände anzupassen. Sie bzw. er ist dabei weitgehend auf sich selbst gestellt – mit unterschiedlichem Erfolg. Vorhandene Teilzeitstudienangebote (mit meist halbierter Arbeitsbelastung bei doppelter Studiendauer) werden selten genutzt, da sie relativ unflexibel sind und offenbar am Bedarf vieler Studierender vorbeigehen.

Auch angesichts der noch weiter zunehmenden Diversität der Studierendenschaft regt die HRK an, bessere Möglichkeiten für die individuelle, flexible Gestaltung des Studienverlaufs zu schaffen. Die Empfehlungen konzentrieren sich auf das grundständige Studium unter Einbeziehung des berufsbegleitenden Studiums, da es auf der Master-Ebene bereits zahlreiche, insbesondere weiterbildende Studienangebote gibt.

5. Informationsbroschüre „Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen“

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Kultusministerkonferenz (KMK), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), das Deutsche Studentenwerk (DSW) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) haben eine gemeinsame Handreichung „Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen“ für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hochschulen und Studentenwerken veröffentlicht. 

Behandelt werden darin u.a. folgende Themen:
Welchen asyl- und aufenthaltsrechtlichen Regelungen unterliegen Flüchtlinge, die ein Studium aufnehmen wollen? Was gilt es hinsichtlich Zulassung und Immatrikulation bei Flüchtlingen zu berücksichtigen? Auf welche Möglichkeiten der Studienförderung können Flüchtlinge zurückgreifen? Gibt es Hilfsangebote, die traumatisierte Flüchtlinge in Anspruch nehmen können?

Ebene Land/Metropolregion

6. Niedersächsischer Wissenschaftspreis 2016 vergeben

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, hat am 17. November 2016 in Hannover 14 Persönlichkeiten aus niedersächsischen Hochschulen mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen 2016 ausgezeichnet. Sie haben sich durch hervorragende Leistungen in Forschung und Lehre sowie durch Kooperationen und Netzwerke zwischen Hochschulen oder außeruniversitären Partnern verdient gemacht haben. Die Ministerin würdigte eine Professorin und einen Professor, eine Nachwuchswissenschaftlerin und elf Studierende aus niedersächsischen Hochschulen.

Den mit 25.000 Euro dotierten Preis als herausragender Wissenschaftler einer niedersächsischen Universität erhält Prof. Dr. Karsten Danzmann, Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. Als herausragende Wissenschaftlerin einer Fachhochschule ist Prof. Dr. Kathrin Kiehl ausgezeichnet worden. Auch dieser Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Kiehl ist Professorin für Vegetationsökologie und Botanik an der Hochschule Osnabrück. Der Preis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, dotiert mit 20.000 Euro, geht an die Hörforscherin Prof. Dr. Sarah Verhulst von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (s. Berichtspunkt 17.). Darüber hinaus wurden elf Studierende, darunter zwei Teams, für ihre fachlichen Leistungen und ihr gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Die Studierenden sowie die Teams erhalten ein Preisgeld von jeweils 2.500 Euro.

Der mit insgesamt 82.500 Euro dotierte Wissenschaftspreis wurde zum zehnten Mal vergeben.

Ebene Hochschule

7. Bundesforschungsministerin Wanka informiert sich über Meeresforschung

Prominenter Besuch für das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM): Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka informierte sich am 1. November über die jüngsten Erfolge der Oldenburger Meeresforschung. Im Mittelpunkt standen das neue Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität, das gemeinsam mit dem Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Oldenburg entsteht, und das künftige Niedersächsische Zentrum für Marine Sensorik am Außenstandort der Universität in Wilhelmshaven.

„Der größte Lebensraum unseres Planeten ist bedroht: Überfischung, Klimawandel und Vermüllung. All diese Probleme können wir nur mit Unterstützung exzellenter Meeresforschung, wie sie hier in Oldenburg betrieben wird, lösen“, sagte die Ministerin bei ihrem Besuch.

An dem Helmholtz-Institut untersuchen Experten der Universität und des AWI ab dem kommenden Jahr gemeinsam, welche Konsequenzen der globale Wandel für die biologische Vielfalt der Meere und damit die Funktion mariner Ökosysteme hat. Das Land Niedersachsen will in den ersten vier Jahren den Aufbau des neuen Helmholtz-Instituts mit 23 Millionen Euro unterstützen; die Mittel sollen unter anderem in einen Neubau in Oldenburg fließen. Ab 2021 wird die Helmholtz-Gemeinschaft das Institut überwiegend tragen.

„Wir werden die Ansiedlung des Helmholtz-Instituts mit aller Kraft unterstützen. In unmittelbarer Nähe der Universität entwickeln wir derzeit einen Technologiepark, dort befindet sich ein passendes Grundstück für die Ansiedlung. Ich bekräftige unsere Zusage, dieses Grundstück für den Bau des Helmholtz-Instituts zu reservieren“, betonte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper zeigte sich erfreut: „Für die Universität Oldenburg ist der Schulterschluss mit der Stadt auch an dieser Stelle von hoher Bedeutung. Wir zeigen einmal mehr, was wir gemeinsam in dieser Region erreichen können.“

Ministerin Wanka informierte sich auch über das kommende Niedersächsische Zentrum für Marine Sensorik (ZfMarS). Es soll voraussichtlich bis zum Jahr 2020 am Standort Wilhelmshaven des ICBM entstehen. ICBM-Direktor Prof. Dr. Bernd Blasius dankte der Bundesforschungsministerin für ihren Besuch. „Wir fühlen uns auf unserem Weg einer stark zukunftsorientierten Ausrichtung der Meereswissenschaften bestätigt.“

8. Erfolg für Oldenburger Informatik: Graduiertenkolleg SCARE verlängert

Wie lassen sich Informatik-Systeme analysieren, die mit ihrer Umgebung interagieren – beispielsweise selbstständig fahrende Autos oder drahtlose Sensornetzwerke? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Graduiertenkollegs SCARE an der Universität Oldenburg, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für weitere viereinhalb Jahre fördert. Das Akronym SCARE steht für „System Correctness under Adverse Conditions“ („Systemkorrektheit unter widrigen Umständen“). Die DFG finanziert die zweite Phase des Graduiertenkollegs am Department für Informatik mit insgesamt etwa 4,5 Millionen Euro. Ab dem kommenden Frühjahr können somit weitere 15 Doktorandinnen und Doktoranden jeweils drei Jahre lang auf einer Vollzeitstelle für ihre Promotion forschen, so SCARE-Sprecher Prof. Dr. Ernst-Rüdiger Olderog.

„Technisch anspruchsvoll und zugleich für die Gesellschaft höchst relevant“ sei das Forschungsfeld des Graduiertenkollegs, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper. „Dass die DFG dieses weiterhin fördert, belegt zudem die hohe Qualität der Doktorandenausbildung in der Oldenburger Informatik.“

Graduiertenkollegs fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs an Hochschulen. Ziel der DFG ist es, Promovierende zu qualifizieren, ihre wissenschaftliche Selbstständigkeit zu unterstützen sowie auf den komplexen Arbeitsmarkt für Wissenschaftler vorzubereiten. SCARE ist eines von insgesamt sechs DFG-Graduiertenkollegs an der Universität Oldenburg.

9. Karl Jaspers Vorlesungen zu Fragen der Zeit mit Emil Angehrn

„Das Glück der Erinnerung“ – zu diesem Thema referierte der Schweizer Philosoph Prof. Dr. Emil Angehrn anlässlich der diesjährigen „Karl Jaspers Vorlesungen zu Fragen der Zeit“, die am 15. und 16. November an der Universität Oldenburg stattfanden. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Karl Jaspers Förderpreis an Dr. Marc Nicolas Sommer (Basel) verliehen.

Die Vorlesungsreihe, die seit 1990 besteht, wurde von dem Philosophen und Soziologen Prof. em. Dr. Rudolf zur Lippe initiiert, der diesmal ebenfalls mitwirkte. Die Geschäftsführung lag seit 1996 bei Prof. Dr. Reinhard Schulz, der kürzlich in den Ruhestand getreten ist. Seit 1997 hat die EWE Stiftung die Reihe, die von der Unesco als deutscher Beitrag zur Weltdekade der Kulturen aufgenommen wurde, unterstützt.

Zu den Gästen der Karl Jaspers Vorlesungen zählten prominente Persönlichkeiten wie Carl Friedrich von Weizsäcker, Hans-Georg Gadamer, Lew Kopelew, Ivan Illich, Jeanne Hersch, Agnes Heller, Jürgen Habermas, Peter Sloterdijk, Oskar Negt, Richard Rorty, Otfried Höffe sowie Philosophen, Wissenschaftler und Intellektuelle aus Afrika, Indien, Südamerika, Japan, Algerien und Syrien.

Im Namen des Präsidiums dankte Prof. Dr. Martin Holthaus, Vizepräsident für Forschung und Transfer, der EWE Stiftung für ihr langjähriges Engagement sowie darüber hinaus Prof. Schulz für seine herausragenden Aktivitäten. Neben Carl von Ossietzky sei Karl Jaspers inzwischen zu „einer zweiten Identifikationsfigur“ der Universität geworden.

Holthaus bekräftigte die Absicht des Präsidiums, sich um einen neuen Sponsor zu bemühen und die Reihe „als zentrale universitäre Veranstaltung zu aktuellen Themen der Zeit“ fortzuführen.

10. Werner Brinker neuer Vorsitzender der Universitätsgesellschaft

Honorarprofessor Dr. Werner Brinker ist neuer Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO). Er wurde auf der UGO-Mitgliederversammlung am 16. November 2016 auf Vorschlag seines Vorgängers Michael Wefers gewählt, der wegen beruflicher Überlastung nicht mehr kandidierte. Wefers gehörte seit 2005 dem Vorstand an und übernahm 2007 den Vorsitz. Unter seiner Leitung konnte die UGO wieder auf über 1.000 Mitglieder wachsen.

Der Präsident der Universität, Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper, würdigte Wefers Engagement als „tatkräftig, innovativ und der Universität von Herzen verbunden“. Die Universität sei ihm zu großem Dank verpflichtet. Wefers habe mit Empathie und Fingerspitzengefühl die Belange der UGO und damit der Universität vertreten.

Brinker gehörte mehr als zehn Jahre dem Hochschulrat der Universität an und war als Vorstandsvorsitzender der EWE AG auch ihr Förderer. Bis vor kurzem saß er außerdem im Vorstand des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und war Vorstandsvorsitzender des Forums für Zukunftsenergien. Zu seiner Wahl sagte Brinker, die Universität sei ein sehr bedeutender Wirtschafts- und Wissenschaftsfaktor in der Region Weser-Ems und darüber hinaus. Er hoffe, dass er – aufbauend auf der sehr guten Arbeit seines Vorgängers – das Bewusstsein für die Bedeutung der Universität noch weiter stärken könne und damit auch die Bereitschaft in der Region, sie auf den verschiedensten Ebenen – auch materiell – zu fördern.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Physiker und Privatdozent Dr. Svend-Age Biehs mit dem UGO Preis für exzellente Forschung der ausgezeichnet. Der Wissenschaftler erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis für seine Arbeiten auf dem Gebiet des Strahlungswärmetransports im Nanobereich.

11. EU-Projekt zur Meeresraumplanung unter Oldenburger Leitung

Europäische Bildungsstandards – entwickelt unter Oldenburger Federführung: Die Europäische Union hat der Universität Oldenburg die Leitung einer EU-weiten Partnerschaft von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Fachbehörden in der Meeresraumplanung übertragen. Ziel des zunächst für drei Jahre bewilligten Projekts „ERASMUS+ Strategic Partnership for Marine Spatial Planning (SP-MSP)“ ist es, verbindliche Standards für Studien- und Qualifizierungsangebote zu entwickeln. Bei dem Projekt handelt es sich um die erste „Strategische Partnerschaft“ im EU-Bildungsprogramm ERASMUS+, die die Universität Oldenburg koordiniert. Es ist im fakultätsübergreifenden Zentrum für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung (COAST) angesiedelt.

„Die strategische Partnerschaft ist ein hervorragender Baustein für die Internationalisierung unserer Universität. Ich freue mich auf die damit verbundenen Innovationskooperationen und den Austausch guter Praxis. Beides wird unser Profil auch über Landesgrenzen hinweg weiter schärfen“, sagt Prof. Dr. Esther Ruigendijk, Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationales. Projektleiter Dr. Thomas Klenke ergänzt: „Die Universität Oldenburg bietet durch ihre ausgewiesenen Schwerpunkte Meeresforschung und Nachhaltigkeitswissenschaften ein ideales Umfeld für die Strategische Partnerschaft. Wir setzen damit Impulse für eine hochschulübergreifende Lehre, die gleichermaßen in der aktuellen Forschung wie unmittelbar in der gesellschaftlichen Umsetzung verankert ist.“

Im Zentrum steht die Meeresraumplanung – eine Disziplin, die sich vor dem Hintergrund einer zunehmenden Gefährdung der marinen Lebensräume in den vergangenen Jahren zu einem zentralen, handlungsorientierten Ansatz für die nachhaltige Entwicklung der Meere und Ozeane entwickelt hat. Unter der Leitung der Universität Oldenburg sind Forschende und Lehrende der Universitäten Liverpool (Großbritannien), Nantes (Frankreich) und Breda (Niederlande), das Institut für Ostseekunde in Rostock-Warnemünde und weitere Projektpartner – darunter mehrere überstaatliche Organisationen – rund um Nord- und Ostsee sowie dem Nordostatlantik beteiligt. Heimatstudiengang in Oldenburg wird der fakultätsübergreifende Masterstudiengang Water and Coastal Management sein.

Erasmus+ ist ein Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. Es eröffnet Studierenden und Lehrenden vielfältige Möglichkeiten in verschiedenen Förderinstrumenten. Eins davon sind die Strategischen Partnerschaften, die auf eine harmonisierte Lehre auf europäischem Niveau abzielen.

12. Neuer Forschungsverbund zu ökologisch gezüchteten Obstsorten

Nachhaltigen regionalen Obstbau sichern, innovative ökologische Züchtungskonzepte entwickeln und den Zugang zu den entstandenen Apfel- oder Birnensorten offenhalten: Diese Ziele verfolgt ein neuer natur- und sozialwissenschaftlicher Forschungsverbund, den der Oldenburger Ökonom Prof. Dr. Bernd Siebenhüner koordiniert. Die niedersächsische Landesregierung fördert das dreijährige Vorhaben mit 564.000 Euro aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung.

Im Fokus steht die Entwicklung ökologisch gezüchteter Obstsorten im regionalen Anbau in Niedersachsen. Die Projektpartner wollen vor allem alte und besondere Apfel- und Birnensorten weiterentwickeln, die sich oft durch eine große genetische Vielfalt auszeichnen. Die neuen Sorten sollen sich mit weniger Pflanzenschutzmitteln kultivieren lassen und als Gemeingut nutzbar sein.

Im Projekt arbeiten Siebenhüner, Hochschullehrer für Ökologische Ökonomie, Prof. Dr. Dirk Albach, Leiter der Arbeitsgruppe „Biodiversität und Evolution der Pflanzen“, und Prof. Dr. Stefanie Sievers-Glotzbach, Juniorprofessorin für Ökonomie der Gemeingüter, mit externen Partnern zusammen. Der Forschungsverbund ist eins von insgesamt fünf Vorhaben, die die Landesregierung zur Stärkung einer nachhaltigen Agrarproduktion ab 2017 fördert.

13. Neue Nachwuchsgruppe forscht an der Brennstoffzelle für morgen

Brennstoffzellen gelten als Schlüsseltechnologie für zukunftsfähige Energiesysteme. Doch der Durchbruch lässt auf sich warten – sie seien zu teuer, unausgereift und unzuverlässig, so die Kritik. Neue Ansätze will Prof. Dr. Mehtap Özaslan vom Institut für Chemie mit ihrer neuen Nachwuchsgruppe liefern. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert das Projekt „Effiziente und robuste Elektrokatalysatoren für die Niedertemperatur-Polymer-Elektrolyt-Membran-Brennstoffzelle“ mit rund zwei Millionen Euro.

„Brennstoffzellen können ein entscheidender Baustein für die ressourcenschonende Energieversorgung von morgen sein. Vorausgesetzt, die Technologie wird erschwinglich. Mehtap Özaslan leistet mit ihrer Nachwuchsgruppe einen wichtigen Beitrag dazu“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper.

Özaslan wurde 2014 an der Universität Oldenburg zur Juniorprofessorin für Elektrochemie ernannt. Zuvor war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin im „Elektrochemie-Laboratorium“ am renommierten Paul Scherrer Institut in Villigen (Schweiz).

14. Hörforscher öffnen interne Softwareplattform für weltweiten Austausch

Die Hörforschung weltweit noch stärker verzahnen ist Ziel eines neuen Projekts an der Universität Oldenburg. Ein Team um den Physiker und Hörforscher Prof. Dr. Volker Hohmann baut das „Master Hearing Aid“ (MHA) zu einer Open-Source-Plattform aus. MHA ist eine bislang interne Softwareplattform, mittels der sich verschiedene Algorithmen zur Verarbeitung akustischer Signale zu einem kompletten simulierten Hörgerät verschalten lassen. Mit der neuen Open-Source-Plattform werden Fachleute weltweit ab dem nächsten Jahr frei arbeiten können, soweit sie darauf basierende Entwicklungen gleichfalls veröffentlichen und frei nutzbar machen. Dafür warb Hohmann bei den National Institutes of Health (NIH), dem nationalen Zentrum für medizinische Forschung in den USA, eine Förderung in Höhe von einer Million US-Dollar ein, die zu gleichen Teilen an die Universität Oldenburg und an das von ihr mitbegründete Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik HörTech geht.

„Zehn Jahre Oldenburger Hörforschung stecken in der Softwareplattform – öffentlich geförderte Forschung, die wir nun folgerichtig für Fachleute weltweit öffnen, um Menschen mit Hörverlust noch besser helfen zu können“, so Prof. Dr. Martin Holthaus, Vizepräsident für Forschung und Transfer. Dass es in diesem Kontext gelungen sei, erstmals eine renommierte NIH-Förderung für die Universität einzuwerben, unterstreiche den exzellenten Ruf, den die Oldenburger Hörforschung genieße, so Holthaus. Derzeit ist die Universität Oldenburg die einzige norddeutsche Universität mit einer NIH-Förderung.

Das Interesse in der Hörforschung weltweit scheint vorhanden: Schon vor Projektstart erreichten Hohmann mehrere Anfragen von Labors in Kanada, den USA und England, die die neue Plattform bereits vorab gerne testen würden.

15. 43 Studierende erhalten in diesem Jahr das Deutschlandstipendien

Herausragende Leistungen von engagierten Studierenden anerkennen und gemeinsam Fachkräfte von morgen fördern – das ist der Grundgedanke des Deutschlandstipendiums. 43 Studierende der Universität Oldenburg wurden für diese Förderung ausgewählt und erhalten ein Jahr lang 300 Euro monatlich. Die Hälfte trägt der Bund, die andere Hälfte übernehmen private Stifter.

„Gute Noten und Studienleistungen sind das eine – Verantwortung für andere zu übernehmen ist das andere. Die Deutschlandstipendien würdigen herausragende Leistungen und das Engagement unserer Studierenden und geben ihnen Rückenwind für die Zukunft“, sagte Prof. Dr. Sabine Kyora, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Gleichstellung, am 3. November anlässlich der feierlichen Übergabe der Urkunden an die Stipendiaten. Sie dankte den Förderern, die die Stipendienvergabe mit ihrem finanziellen Engagement erst ermöglicht hätten.

Insgesamt hatten sich 314 Studierende um ein Deutschlandstipendium an der Universität Oldenburg beworben. Bei der Auswahl der Geförderten zählten nicht nur – wie vom Bund festgelegt – herausragende Studienleistungen. Die Kommission berücksichtigte explizit auch das Übernehmen von Verantwortung in der Familie, etwa das Erziehen von Kindern. Unter den Bewerber/innen, die aus allen Fakultäten kamen, waren 20 Studierende mit Nachwuchs. Die meisten Bewerbungen kamen aus der Sonderpädagogik, gefolgt von den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen, der Mathematik und den Naturwissenschaften.

Die Vergabe von Deutschlandstipendien an der Universität Oldenburg ermöglichen in diesem Jahr folgende Förderer:

Gertrud und Helmut Barthel-Stiftung; Gerhard-Rode-Stiftung Rastede; Fördergesellschaft Lions Club Wittmund; Förderverein Lions Club Oldenburg; Prof. Dr. Martin Heidenreich; Hofmann-Stiftung; Klinikum Oldenburg AöR; Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus und Prof. Dr. Dr. Klaus P. Kohse; Landessparkasse zu Oldenburg; Heike Laubinger & Marc Falkenstein; Lions Club Oldenburg Willa Thorade; Marius Eriksen Stiftung; Johanna Martens und Prof. Dr. Jürgen Martens; OFFIS – Institut für Informatik; Oldenburgische Landesbank AG; OLDIES e.V.; Panda Apotheke; Popken Fashion Group; REMONDIS GmbH & Co. KG; Rotary Club Oldenburg; Rotary Club Graf Anton Günther; Ursula und Hubert Rothärmel; Rotary Club Osnabrück Distrikt 1850; Helga und Heinrich Sanders; Sparkasse LeerWittmund; Treuhand Oldenburg GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft; Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V.; Zonta Club Oldenburg; Zweckverband KDO.

16. Waskönig-Stiftung vergibt Stipendien an drei Studierende

Die Dr. h.c. Peter Waskönig-Stiftung hat am 20. Oktober in einer Feierstunde, an der auch der Stifter teilnahm, Stipendien an drei Studentinnen vergeben. Die jungen Frauen, die laut Stiftungskuratorium ein hohes Maß an Können, Initiative und Verantwortung gezeigt haben, erhalten ein halbes Jahr lang 500 Euro monatlich für ihre Studienabschluss-Phase. Die Auszeichnungen gingen an die Bachelor-Studentin Johanna Geschke (Sonderpädagogik & Kunst und Medien) sowie an die Master-Studentinnen Tanja Mertineit (Bildungs- und Erziehungswissenschaften, Schwerpunkt Rehabilitation) und Gesa Kip (Sustainability Economics and Management).

Die Stiftung wurde von dem Unternehmer und Ehrenvorsitzenden der Universitätsgesellschaft Oldenburg, Dr. h.c. Peter Waskönig, 1996 ins Leben gerufen. Sie fördert jährlich drei Studierende der Universität. Zum zwanzigjährigen Bestehen der Stiftung und in Anerkennung ihrer Verdienste um die Universität und ihrer Studierenden überreichte Universitätspräsident und Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper dem Stifter eine Dankesurkunde.

17. Niedersächsischer Wissenschaftspreis für Hörforscherin Sarah Verhulst

Auszeichnung für die Oldenburger Hörforschung und das Exzellenzcluster „Hearing4all“: Am 4. November ist die Hörforscherin Prof. Dr. Sarah Verhulst (34) im Rahmen einer Feierstunde in Hannover mit dem Wissenschaftspreis 2016 als beste Nachwuchswissenschaftlerin des Landes Niedersachsen geehrt worden. Verhulst hatte bisher eine Juniorprofessur am Exzellenzcluster „Hearing4all" inne und befasst sich unter anderem mit der Entwicklung diagnostischer Methoden für die Untersuchung der Funktion des Hörsystems. „Professorin Verhulst hat bereits eine beachtliche Wissenschaftskarriere vorgelegt und zeichnet sich durch ihre internationale Forschungserfahrung insbesondere mit ihren Arbeiten zur Charakterisierung von Hörstörungen aus“, sagte Gabriele Heinen-Kljajic, Ministerin für Wissenschaft und Kultur. Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert.

Die gebürtige Belgierin ist inzwischen an die Universität Gent (Belgien) gewechselt. Im dortigen Department für Informationstechnologie wird sie künftig als „Associate Professor“ für Hörtechnologie lehren und forschen.

18. DGS-Dissertationspreis für Sportsoziologin Kristina Brümmer

Dr. Kristina Brümmer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sportwissenschaft, hat den Dissertationspreis 2016 der Sektion „Soziologie des Körpers und des Sports“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) erhalten. Brümmer nahm die Auszeichnung kürzlich im Rahmen eines DGS-Kongresses in Bamberg entgegen. Die DGS-Sektion vergibt den Preis alle zwei Jahre für herausragende Dissertationen in der Körper- und Sportsoziologie.

Die Doktorarbeit „Mitspielfähigkeit. Sportliches Training als formative Praxis" wurde von dem Oldenburger Sportsoziologen Prof. Dr. Thomas Alkemeyer betreut. Brümmer analysiert am Beispiel sportakrobatischen Trainings, wie Sportlerinnen in hochriskanten Übungen mit Unsicherheit umgehen. Sie beantwortet die soziologische Frage nach dem Zusammenhang zwischen der praktischen Herstellung sozialer Ordnungen und der Selbstbildung ihrer Akteure.

19. Nanorobotiker Sergej Fatikow in Programmkomitee berufen

Der Oldenburger Nanorobotiker Prof. Dr. Sergej Fatikow (Department für Informatik) ist in das vierköpfige Programmkomitee des neuen Robotikforums „Science International Robotics Alliance Conference“ berufen worden. Das Robotikforum wird von der Regierung der wirtschaftsstärksten Region Chinas, Guandong, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsjournal „Science“ ausgerichtet. An der ersten Veranstaltung im chinesischen Foshan im September nahmen mehr als 1.000 Vertreter der chinesischen Industrie und Forschung teil.

20. Mediävist Albrecht Hausmann erneut in Vorstand des DGV gewählt

Prof. Dr. Albrecht Hausmann, Hochschullehrer für Kulturwissenschaftliche Mediävistik an Institut für Germanistik, ist für weitere drei Jahre in den Vorstand der Gesellschaft für Hochschulgermanistik im Deutschen Germanistenverband (DGV) gewählt worden. Der DGV ist der größte germanistische Fachverband, in dem sowohl Hochschulgermanisten als auch Deutschlehrer mit eigenen Teilverbänden vertreten sind. Hausmann wirkt als Vorstandsmitglied im DGV unter anderem an der Organisation des nächsten Germanistentages mit, der im Jahr 2019 stattfindet.

21. Termine

11. Januar 2017, 18.00 Uhr, A 11, Alte Aula
Auftaktveranstaltung Promotionsprogramm MINT

17. Januar 2017, 16.00 Uhr, A 14, Audimax
Absolvent/innenfeier Fakultät V

26. Januar 2017, 11.00 Uhr, Küpkersweg
Einweihung WindLab

27. Januar 2017, 17.00 Uhr, A 14, Audimax
Absolvent/innenfeier Fakultät I

19. Januar 2017, 18.00 Uhr, Oldenburgisches Staatstheater
Neujahrsempfang der Universität und der Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO)

8. Februar 2017, 12.00 Uhr, Senatssaal
Empfang der Gastwissenschaftler/innen