Präsidium der Universität

2015

Ebene Bund

1. Zweite Förderperiode im Qualitätspakt Lehre

Rund 2,7 Millionen Studierende sind aktuell an Hochschulen in Deutschland eingeschrieben. Um ihnen gute Studienbedingungen zu bieten und sie auf dem Weg zu einem erfolgreichen Abschluss zu unterstützen, haben Bund und Länder 2010 den Qualitätspakt Lehre ins Leben gerufen, der die Hochschulen zur besseren Betreuung ihrer Studentinnen und Studenten fördert. Jetzt startet der Pakt in seine zweite Phase. Insgesamt 156 Hochschulen erhalten von 2016 bis 2020 rund 820 Millionen Euro Fördermittel des Bundes zur Verbesserung von Studienbedingungen und Lehrqualität.

2. Nachrichten von der HRK-Mitgliederversammlung am 10. November 2015 in Kiel

•    Bund und Länder müssten die vor einem Jahr beschlossene Grundgesetzänderung nun endlich mit Leben füllen und eine Einigung über gemeinsame Finanzierungsfelder herbeiführen. Das forderte die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Grundfinanzierung, Overhead-Pauschale und Hochschulbau seien dazu die geeigneten Ansatzpunkte. Die Hochschulleitungen forderten einen kontinuierlichen und verlässlichen Aufwuchs der Grundmittel analog zur Finanzierung der außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ebenso sei eine Verstetigung und deutliche Anhebung der sogenannten Overhead-Pauschale zur Deckung der indirekten Kosten bei öffentlich geförderten Drittmittelprojekten notwendig. Ein stärkeres finanzielles Engagement des Bundes sei auch bei Bau, Gebäudesanierung und technischer Infrastruktur dringend erforderlich, so die Mitgliederversammlung. Es drohe eine massive Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulen. (Näheres s. hier)

•    Die in der HRK zusammengeschlossenen Hochschulen wenden sich in einer bundesweiten Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Die HRK-Mitglieder bekennen sich dazu auf ihren Homepages mit dem Slogan „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“. Die Hochschulen reagieren damit auf die Vorkommnisse rassistisch motivierter verbaler und physischer Gewalt in den letzten Wochen und Monaten. „Hochschulen sind weltoffene Orte. Meinungsvielfalt und internationaler Austausch sind Grundlagen ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit. Angesichts der derzeit erkennbar zunehmenden fremdenfeindlichen Tendenzen fühlen sich die Hochschulen aufgerufen, für diese Werte offensiv einzutreten“, so HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler, der die Aktion angestoßen hatte. (Näheres s. hier)

•    Weitere Themen der Mitgliederversammlung:

3. 100 Millionen Euro für Integration von Flüchtlingen an den Hochschulen

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, die derzeit nach Deutschland kommen, ist unter 25 Jahre alt - also in einem Alter, in dem sie eine Ausbildung benötigen. Um denjenigen unter ihnen, die studieren möchten und hierfür ausreichende Qualifikationen mitbringen, den Zugang zum Studium zu ermöglichen, wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Hochschulen in den kommenden Jahren mit gezielten Maßnahmen unterstützen und so bei der Integration der Flüchtlinge helfen. Dafür stehen in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Euro bereit, 27 Millionen Euro davon im kommenden Jahr.

Das Maßnahmenpaket, das gemeinsam mit dem DAAD entwickelt wurde, besteht aus drei Bausteinen, die eine Basis für einen erfolgreichen Zugang zu einem Studium bilden: „Kompetenzen und Potenziale erkennen“, „Studierfähigkeit sicherstellen: Fachliche und sprachliche Vorbereitung auf ein Studium“ sowie „Integration an den Hochschulen unterstützen“.

„Bildung ist der Schlüssel für die Integration der Flüchtlinge, insbesondere für jene, die dauerhaft eine Perspektive in Deutschland haben. Die Hochschulen sind dabei von großer Bedeutung. Auch deshalb, weil sie jahrelange Erfahrungen mit ausländischen Studierenden gesammelt haben", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

4. Studienanfängerinnen und -anfänger wünschen sich mehr Praxisbezug

Die größten Schwierigkeiten haben Studienanfänger/innen damit, ihre Prüfungen effizient vorzubereiten, mit den Leistungsanforderungen im Fachstudium umzugehen und ihr Studium im Voraus zu planen. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die die Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Universität Konstanz mit Förderung des BMBF durchgeführt hat. Es handelt sich um eine Sonderauswertung des 12. Studierendensurveys, einer umfassenden Befragung zur Studiensituation in Deutschland.

Veranstaltungen zur Studieneinführung und Orientierung genießen generell unter den Hochschulneulingen eine hohe Wertschätzung; zwei Drittel bezeichnen sie als gut, nur elf Prozent als misslungen. Dabei werden nach Auskunft der Studierenden während der Studieneingangsphase am häufigsten eher niederschwellige Veranstaltungen wie studienvorbereitende Tage, Mentorenprogramme sowie Brückenkurse zur Aufarbeitung von Wissenslücken und schließlich Projekte zur Einführung in die fachlichen Grundlagen angeboten. Rund zwei Drittel der Befragten nutzen Angebote direkt zum Start des Studiums wie etwa Orientierungswochen, gut die Hälfte Tutorien. Weit weniger häufig nehmen die Studierenden Propädeutika, Brückenkurse oder Mentorenprogramme wahr, obwohl die Befragung zeigt, dass gleichzeitig Schwierigkeiten im Umgang mit Fachinhalten und Studienplanung bestehen.

Die Studie gibt auch Hinweise darauf, welche Wünsche die Betroffenen selbst für bessere Bedingungen in der Studieneingangsphase haben. Am häufigsten wünschen sie sich einen stärkeren Praxisbezug des Studienganges (64 Prozent) sowie häufigere Lehrveranstaltungen in kleinerem Kreis (63 Prozent). Der Vergleich zu vorherigen Befragungen in den Jahren 2007 und 2010 zeigt aber auch, dass die Dringlichkeit der Verbesserungswünsche nachlässt. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die Hochschulen ihr Angebot zuletzt stark verbessert haben. 

5. Gendergerechte Führungskultur an Hochschulen

Die Führungskultur an Hochschulen braucht Veränderung, um mehr talentierte Frauen in der Wissenschaft zu halten. Das ist das Ergebnis einer Konferenz „Gendergerechte Führungskultur“, zu der die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) weibliche Führungskräfte aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Oktober nach Göttingen eingeladen hatte.

Zwar ist es in den letzten zwei Jahrzehnten durch gezielte Förderung gelungen, den Anteil von Frauen an Promotionen, Habilitationen und im Mittelbau deutlich zu steigern, doch sind nach wie vor 80 Prozent der Professuren von Männern besetzt. Der Anteil der Frauen in diesem Bereich ist in den letzten 15 Jahren auch nur um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr gestiegen.

6. EU: Forschungsschwerpunkte in Horizon 2020 für 2016/2017

Die Europäische Kommission hat im Oktober 2015 das Arbeitsprogramm 2016/17 für Horizon 2020 veröffentlicht. Obgleich Fördermittel aus dem Rahmenprogramm in die neue Innovationsoffensive, den sogenannten "Juncker-Plan", überführt wurden, zeigen auch die Themen des Arbeitsprogramms die prioritären Ziele wie etwa Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltige Entwicklung im Bereich Energie, Umwelt und Verkehr, Lebensqualität im Zeichen der demographischen Entwicklung und einheitlicher digitaler Markt. Das Arbeitsprogramm 2016/2017 verfolgt verstärkt eine weitere Annäherung an anwendungs- und marktfähige Ergebnisse. Insgesamt stehen knapp 16 Mrd. Euro in den kommenden zwei Jahren zur Verfügung.

7. Termine

21.-22. Januar 2016, Brüssel
EU-Informations- und Strategietag der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) für deutsche Hochschulleitungen: „Horizont 2020 auf dem Prüfstand"

Ebene Land/Metropolregion

8. Studierendenzahl erreicht in Niedersachsen Rekordwert

Die Studierendenzahl an den niedersächsischen Hochschulen ist auf rund 201.500 gestiegen. Gegenüber dem Wintersemester 2014/15 bedeutet dies ein Plus von 5,4 Prozent bzw. 10.300 Studierenden. Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur: „Über 200.000 Studierende sind ein neuer Rekordwert für Niedersachsen. So viele Menschen haben noch nie in der Geschichte des Landes an den niedersächsischen Hochschulen studiert.“ Die Abschaffung der Studiengebühren habe für mehr Chancengleichheit beim Hochschulzugang gesorgt. Gerade im Hinblick auf die vielen Zugewanderten gelte es, die Öffnung weiter voranzutreiben.

Auch im Bereich der Studienanfängerinnen und -anfänger erzielt Niedersachsen im Jahr 2015 mit über 38.000 einen neuen Höchstwert. Im Wintersemester 2014/15 hatten noch 191.215 Menschen in Niedersachsen studiert. Von den aktuell 201.513 Studierenden besuchen 136.734 eine Universität, 62.317 eine Fachhochschule und 2.462 eine Kunsthochschule.

An der Universität Oldenburg sind aktuell (24.11.2015) 14.622 Studierende eingeschrieben, das sind 876 mehr als im Wintersemester 2014/15. Die Universität Vechta hat 5.289 Studierende (432 mehr als im Vorjahr). Die Jade Hochschule kommt auf 7.949 Studierende (458 mehr), die sich auf die drei Standorte Wilhelmhaven (5.092), Oldenburg (2.133) und Elsfleth (724) verteilen. Die Fachhochschule Emden/Leer hat zurzeit 4.650 Studierende (24 mehr).

Ebene Hochschule

9. Präsident Hans Michael Piper ins Amt eingeführt

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung ist Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper, der seit dem 1. August neuer Präsident der Carl von Ossietzky Universität ist, in sein Amt eingeführt worden. Zu den rund 500 Gästen im Audimax des Hörsaalzentrums zählten Niedersachsens Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der Hochschulratsvorsitzende Jörg Waskönig sowie der Vorsitzende der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO), Michael Wefers.

„Die Qualifikationen und bisherigen Erfahrungen von Professor Piper sind hervorragende Voraussetzungen, um die Hochschule in ihrer Entwicklung weiter voranzubringen. Seine Aufgabe wird es sein, die vielfältigen Ideen, die an der Universität Oldenburg entstehen, zu sammeln, zu bewerten und strategisch umzusetzen“, sagte Ministerin Heinen-Kljajic.

Der neue Präsident hob in seiner Rede das „besondere Wir-Gefühl“ hervor, das die Universität Oldenburg auszeichne. „Diese Universität hat eine ganz eigene Kultur, die man vermutlich als Neuankömmling viel deutlicher verspürt, als wenn man schon lange hier ist.“ Er sehe die Universität Oldenburg als „eine sehr originelle, immer innovationsfreudige Universität“, so Piper. Sie genieße die beeindruckend tatkräftige, auch politische Unterstützung der Region, wie sich etwa beim Aufbau der Oldenburger Universitätsmedizin zeige. Es sei typisch, dass in Oldenburg immer wieder wissenschaftliches Neuland betreten werde und sich – mit Praxisbezug und gesellschaftlichem Anspruch – Forschungsschwerpunkte wie die Hörforschung, alternative Energien, Informatik oder die Meeresforschung etabliert hätten. Das Bemühen um den Transfer des anwendbaren Wissens in die Gesellschaft – unter anderem mithilfe des Gründungs- und Innovationszentrums – sei für die Region mit vielerlei mittelständischer Wirtschaft „ohne Zweifel ein Segen“.

Piper verwies auch auf die vielen wegweisenden Konzepte der Oldenburger Erziehungswissenschaften, der Lehrer- und der Weiterbildung. Die Landesregierung würdige diese Kompetenz auch dadurch, dass an der Universität Oldenburg eines der bundesweit größten Zentren für Sonderpädagogik mit 15 Professuren aufgebaut werde.

Das Erreichte berge aber auch vielfältige Herausforderungen für die Zukunft, betonte der neue Präsident. So gelte es, die Internationalität der Universität mit Nachdruck weiterzuentwickeln: „Wir wollen mehr Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland für Oldenburg interessieren. Wir wollen auch, dass in unseren Studiengängen mehr Möglichkeiten eingebaut werden, Erfahrungen an ausländischen Hochschulen machen zu können – und zwar ohne ernsthafte Verzugszeiten im Studienablauf.“ Dies werde Anstrengungen mit sich bringen, die sich lohnen – so seine feste Überzeugung – und die Universität international noch attraktiver machen.

Piper sprach auch die Raumknappheit der Universität an: Der starke Anstieg der Studierendenzahl, der Erfolg beim Einwerben von Drittmitteln für die Forschung sowie der Aufbau der Medizin habe „die vorhandenen Raumressourcen vollständig aufgesogen. Die Infrastruktur muss daher dringend ausgebaut werden.“ Als weitere Zukunftsaufgabe nannte Piper die Förderung des akademischen Nachwuchses.

Piper würdigte die langjährigen und noch bis Jahresende amtierenden Präsidiumsmitglieder und deren Verdienste um die Universität mit der „Ehrenplakette des Präsidenten“: die Vizepräsidentin für Forschung und Transfer, Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, die von April 2014 bis Juli 2015 kommissarisch das Präsidentenamt innehatte, die Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Gunilla Budde, sowie den Vizepräsidenten für wissenschaftlichen Nachwuchs und Qualitätsmanagement, Prof. Dr. Bernd Siebenhüner. Auch Prof. Dr. Dr. h. c. H.-Jürgen Appelrath, der wiederholt kommissarisch als Vizepräsident für Forschung und Transfer fungiert hatte, erhielt die Ehrenplakette.

Anschließend überreichte Piper gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajic seinen zukünftigen nebenberuflichen Vizepräsidenten die offiziellen Bestellungsurkunden: Zum Jahreswechsel ihre Ämter antreten werden Prof. Dr. Martin Holthaus als Vizepräsident für Forschung und Transfer, Prof. Dr. Sabine Kyora als Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Gleichstellung sowie Prof. Dr. Esther Ruigendijk als Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationales. Sie komplettieren gemeinsam mit dem hauptberuflichen Vizepräsidenten für Verwaltung und Finanzen, Jörg Stahlmann, das Präsidiumsteam der Universität.

10. „MINT-Lehrer des Jahres“: Klaus-von-Klitzing-Preis 2015 für Christian Lorey

Christian Lorey, Oberstudienrat für Chemie, Biologie und Natur & Technik am Friedrich-Koenig-Gymnasium in Würzburg, hat den Klaus-von-Klitzing-Preis 2015 erhalten. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung, die die Universität Oldenburg seit elf Jahren gemeinsam mit der EWE Stiftung vergibt, würdigt herausragendes Engagement in den MINT-Fächern – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Namensgeber und Physiknobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing übergab den Preis im Rahmen einer Feierstunde am 17. November im Alten Gymnasium in Oldenburg. „Oberstudienrat Christian Lorey hat die Jury sowohl durch seine herausragende fachliche Qualifikation als auch durch sein soziales Engagement und seine überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft überzeugt“, begründete von Klitzing die Juryentscheidung.

„Mit seinem außergewöhnlichen Schülerlabor weckt Oberstudienrat Lorey bei den Jugendlichen die Neugier für Naturwissenschaft und Technik – und bereitet damit vielen von ihnen sogar den Weg in ein entsprechendes Studium. Ein toller Erfolg, der uns als Universität mit einem Schwerpunkt im forschungsorientierten Lernen besonders freut“, betonte Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper, Präsident der Universität Oldenburg.

Matthias Brückmann, Vorstandsvorsitzender der EWE Stiftung, ergänzte: „Mit dem Klitzing-Preis ist es gelungen, auf die Bedeutung von Lehrerpersönlichkeiten für die Bildungs- und Berufsbiografien unserer Kinder sowie auf den Stellenwert der MINT-Disziplinen insgesamt aufmerksam zu machen. Damit engagiert sich die EWE Stiftung nachhaltig und zielgerichtet für den naturwissenschaftlich-technischen Unterricht.“

11. Preis der Lehre für acht Hochschuldozentinnen und -dozenten

Acht Lehrende der Universität Oldenburg haben am 19. November den „Preis der Lehre“ für das Studienjahr 2014/15 erhalten. Anlässlich der feierlichen Übergabe sagte Prof. Dr. Gunilla Budde, Vizepräsidentin für Studium und Lehre: „Die eingereichten Vorschläge vermitteln eindrucksvoll, wie gut es den jetzt ausgezeichneten Lehrenden gelingt, Studierende auf motivierende und aktivierende Weise bei ihren Lernprozessen zu begleiten. Ein attraktives Lernumfeld ist bestimmend für den Erfolg der Studierenden und somit ein zentraler Stützpfeiler unserer Universität.“

Ausgezeichnet wurden Prof. Dr. Martin Holthaus (Physik), Olaf Meyer-Ahrens (Pädagogik), Prof. Dr. Jutta Kunz (Physik), Dr. Thorsten Plaggenborg (Chemie), Prof. Dr. Björn Poppe, Thomas Albin, Andreas Schönfeld (Department für Medizinische Physik und Akustik) und Prof. Dr. Axel Hahn (Wirtschaftsinformatik).

Die Preisträger/innen erhalten je 1.000 Euro für die Lehre. Das Besondere: Die Nominierung für den Preis erfolgt durch die Studierenden.

Die Universität zeichnet seit 1998 herausragende Leistungen von Hochschullehrenden aus. Die Jury setzt sich aus Lehrenden, Studierenden und einem Vertreter der Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO) zusammen. Der „Preis der Lehre“ wird von der UGO gefördert.

12. Erfolg beim Qualitätspakt Lehre: FLiF und eCULT+ werden verlängert

Das universitätsweite Projekt „Forschungsbasiertes Lernen im Fokus (FLiF)“ konnte mit seinem Antrag FLiF+ die Auswahlkommission der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz für die zweite Phase des Förderprogramms „Qualitätspakt Lehre“ überzeugen. Von Oktober 2016 bis Ende 2020 stehen rund 6,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir sind sehr stolz, dass wir das forschungsbasierte Lernen und Lehren gemeinsam weiter voranbringen können“, kommentierte die Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Gunilla Budde.

„Gemeinsam“ bedeutet hier vor allem die Beteiligung der Studierenden, die in der zweiten Förderperiode stärker in den Vordergrund rückt und ein wichtiges Entscheidungskriterium war. So haben bereits in der Antragsphase Studierende und Studiendekan/innen aller Fakultäten zusammen gearbeitet. In Zukunft sollen die Studierenden in den Lehrveranstaltungen aktiv werden und die Gelegenheit bekommen, eigene Forschungsergebnisse auf Fachkonferenzen zu präsentieren.

Ebenfalls erfolgreich war das Verbundprojekt „eCompetences and Utilities for Teachers and Learners (eCULT+)“, an dem neben zwölf weiteren Hochschulen auch die Universität Oldenburg beteiligt ist. Ziel ist es, die Qualität der Lehre und des Lernens durch den didaktisch sinnvollen Einsatz digitaler Lehr- und Lerntechnologien zu erhöhen. Von den insgesamt 6,4 Millionen Euro entfallen auf Oldenburg etwa 620.000 Euro.

13. Nachhaltigkeitsforschung: Millionenförderung für Mobilitätsprojekt „NEMo“

Großer Erfolg für die Nachhaltigkeitsforschung an der Universität Oldenburg: Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „NEMo – Nachhaltige Erfüllung von Mobilitätsbedürfnissen im ländlichen Raum“ punktete beim Förderprogramm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ des Landes Niedersachsen und der VolkswagenStiftung und wird mit mehr als 1,7 Millionen Euro gefördert.

Das interdisziplinäre Forschungsteam unter der Leitung des Wirtschaftsinformatikers Prof. Dr. Jorge Marx Gómez hat sich zum Ziel gesetzt, die Mobilität von Menschen im ländlichen Raum nachhaltig zu verbessern. Die Idee: Dort, wo Bus und Bahn selten oder gar nicht fahren, sorgen die Bürger/innen selbst für Mobilität, indem sie beispielsweise Nachbarn im Auto mitnehmen oder eine selten frequentierte Bushaltestelle bedienen. Dafür sollen passende Konzepte entwickeln werden, und zwar unter Einbeziehung von Bürger/innen und Nahverkehrsunternehmen. Bevor „NEMo“ endgültig startet, wird es im ländlichen Raum um Oldenburg und im Landkreis Wesermarsch intensiv getestet. Mehrere Kooperationspartner wie Kommunen, Kammern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen unterstützen das Projekt.

14. „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrats ERC für Hörforscherin

EU-Spitzenförderung für eine junge Oldenburger Hörforscherin: Prof. Dr. Sarah Verhulst, Juniorprofessorin im Exzellenzcluster „Hearing4all“, erhält einen mit 1,5 Millionen Euro dotierten „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrats (ERC). Mit einer vergrößerten Arbeitsgruppe möchte Verhulst in den kommenden fünf Jahren eine Diagnose und Therapie auch für solche Hörschäden entwickeln, die durch Lärm hervorgerufen und bei bisherigen Hörtests nicht erkannt werden.

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper beglückwünschte die 33-Jährige: „Mit einer Einzelförderung des ERC verbindet sich das höchste Prestige für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Europa – wir freuen wir uns mit Sarah Verhulst über diese Anerkennung ihrer herausragenden Forschung.“ Die Vizepräsidentin für Forschung und Transfer, Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, ergänzte: „Ihre zukunftsweisende Arbeit steht zugleich beispielhaft für die exzellente interdisziplinäre Hörforschung an der Universität.“

In der interdisziplinären Arbeitsweise sieht Verhulst „den Schlüssel zum Erfolg“ ihres Projekts. „Das Ziel meiner Forschung ist klar, aber es ist ein komplexes Vorhaben“, so die Juniorprofessorin für Analyse und Modellierung des auditorischen Systems. Sie freue sich, „dass die EU ebenfalls Hörschäden als drängendes medizinisches und gesellschaftliches Problem sieht, für das wir eine Lösung brauchen“.

15. Entwässerung und Klimawandel: Universität koordiniert Forschungsprojekt

Was bedeuten klimabedingt höhere Regenmengen für eine Region, die zu einem Drittel unterhalb von Normalnull liegt? Wie kann und muss sie ihr Entwässerungsmanagement anpassen? Diese Fragen bilden die Triebfeder für ein neues Forschungsprojekt der Universität Oldenburg in Kooperation mit der Jade Hochschule: „KLEVER – Klimaoptimiertes Entwässerungsmanagement im Verbandsgebiet Emden“. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) fördert das dreijährige Projekt mit 300.000 Euro, weitere 50.000 Euro stellt der I. Entwässerungsverband Emden zur Verfügung. Der Verband fungiert – neben dem Landkreis Aurich, der Stadt Emden und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) – zugleich als Kooperationspartner.

Koordinatoren des Projekts sind Prof. Dr. Ingo Mose und Jan Spiekermann von der Arbeitsgruppe „Angewandte Geographie und Umweltplanung“ des Instituts für Biologie und Umweltwissenschaften.

16. Erste Absolventenfeier an der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften

Die Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften hat erstmals in ihrer jungen Geschichte Absolventinnen und Absolventen geehrt. 29 Studierende des Modellstudiengangs Humanmedizin der „European Medical School Oldenburg-Groningen“ (EMS) absolvierten den ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung. Dieser entspricht mit Leistungsnachweisen in den sogenannten vorklinischen Fächern wie Anatomie, Physiologie, Chemie und Physik dem früheren Physikum. Zudem schlossen 14 Studierende in diesem Jahr den internationalen Masterstudiengang „Neurocognitive Psychology“ ab, 15 Graduierte promovierten in der Medizin oder den Naturwissenschaften.

„Die Gründung der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften sowie der EMS im Jahr 2012 gehört zu den Meilensteinen der Geschichte der Universität Oldenburg“, erklärte Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper. Es erfülle ihn mit besonderer Freude, dass das Studienkonzept der EMS die Studierenden begeistere und zu hervorragenden Leistungen und breitgefächerten Kompetenzen führe. Prof. Dr. Sibrand Poppema, Präsident der Rijksuniversiteit Groningen, ergänzte: „Die Bewerberzahlen, aber vor allem auch der Enthusiasmus und Studienerfolg der EMS-Studierenden zeigen, dass der Modellstudiengang Humanmedizin mit Unterstützung der niedersächsischen Landesregierung und vieler weiterer Förderer die Ausbildungslandschaft der Medizin in Deutschland bereichert hat.“

Für ihre besonderen Leistungen wurden zwei Studierende und drei Absolventen geehrt: Friederike Lohne und Johannes Grone (Physikumsäquivalent), Felix Pascal Feuerhake (Master of Science), Dr.-Ing. Eugen Rasumow und Dr. med. Martin C. Lam. Letzterer bekam zudem den Promotionspreis der Freunde und Förderer der Universitätsmedizin Nordwest e.V. verliehen.

„Die ersten Studierenden und Absolventen unserer Fakultät zu ehren, ist für uns ein ganz besonderes Ereignis. Dabei ist es wichtig, uns zu vergegenwärtigen, dass wir nicht nur Medizinstudierende erfolgreich ausbilden, sondern auch unseren Promovenden und Master-Studierenden der Psychologie sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten bieten“, erklärte Dekan Prof. Dr. Gregor Theilmeier.

17. Gründerstipendien: GIZ belegt im nationalen Vergleich 3. Platz

Die Universität Oldenburg belegt unter den „Top Ten“-Bewilligungen von EXIST-Gründerstipendien den 3. Platz. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bewilligte in diesem Jahr bereits fünf Ideenpapiere des Gründungs- und Innovationszentrums (GIZ) der Universität, das dem Referat Forschung und Transfer zugeordnet ist. Der 1. Platz geht an die TU Aachen (neun Bewilligungen), den 2. Platz teilen sich die beiden Technischen Hochschulen Berlin und München (je sechs Bewilligungen). Auf dem 3. Platz sind neben der Universität Oldenburg auch die Universität Potsdam und die HU Berlin vertreten. „Die Ergebnisse zeigen, dass auch eine mittelgroße Hochschule wie die Universität Oldenburg mit ihrer Unterstützung von Existenzgründungen zu den Top-Adressen der Republik zählen kann“, sagt Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer.

Das Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Oldenburg wurde 2012 eröffnet. Seitdem hat es zwölf erfolgreiche Anträge auf EXIST-Förderungen beim Bundeswirtschaftsministerium gestellt. Die eingeworbenen Fördersumme beläuft sich auf fast drei Millionen Euro. Ziel des EXIST-Förderprogramms ist, das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu verbessern sowie die Anzahl und den Erfolg technologieorientierter und wissensbasierter Unternehmensgründungen zu erhöhen. In dieser Programmlinie vergibt das BMWi unter anderem EXIST-Gründerstipendien und unterstützt die Vorbereitung innovativer Gründungsvorhaben von Studierenden, Absolvent/innen und Wissenschaftler/innen.

Derzeit betreut das Oldenburger GIZ neun geförderte Gründungs-Teams. Der Erfolg im Wettbewerb sei vor allem auf die frühe Sensibilisierung und die intensive Betreuung der Gründerinnen und Gründer zurückzuführen, betont GIZ-Leiterin Miriam Wiediger.

18. DFG finanziert Open Access-Publikationsfonds der Universität mit 115.000 Euro

An der Universität Oldenburg gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse frei zugänglich machen: Das ist Ziel eines Open Access-Publikationsfonds, den das Universitätspräsidium mithilfe von Fördergeldern der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einrichtet. „Open Access“ steht dafür, Publikationen und Forschungsdaten über das Internet ohne technische und finanzielle Barrieren weltweit zugänglich zu machen. Der freie Zugriff soll den wissenschaftlichen Kommunikationsprozess verbessern und die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen erhöhen. Die Universität Oldenburg setzt sich gemeinsam mit mehr als 500 weiteren Unterzeichnern der „Berliner Erklärung“ für dieses Ziel ein. Im Sommer hatte das Präsidium bereits eine eigene Open Access-Leitlinie für die Universität verabschiedet.

Der Publikationsfonds soll die Oldenburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den Artikelbearbeitungsgebühren entlasten, die Verlage für Open Access-Publikationen erheben. Für 2016 und 2017 stehen dafür insgesamt 115.000 Euro zur Verfügung. Das Bibliotheks- und Informationssystem (BIS) wird den Fonds verwalten und ist Ansprechpartner für Open Access in der Universität.

19. Termine

14. Januar 2015, 14.00 Uhr, Senatssaal
Empfang der Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler

21. Januar 2016, 18.00 Uhr, Oldenburgisches Staatstheater
Neujahrsempfang der Universität und der Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO)

22. Januar 2016, 19.00 Uhr, Delmenhorst
Neujahrsempfang des Hanse-Wissenschaftskollegs (HWK)