Präsidium der Universität

Newsletter des Präsidiums
Ausgabe 3/2017
23.02.-21.04.2017

Ebene Bund

1. Evaluationsbericht: Qualitätspakt Lehre leitet Kulturwandel ein

Der Qualitätspakt Lehre ist wichtiger Impulsgeber für die Wertschätzung und Verankerung guter Lehre an den Hochschulen – so ein zentrales Ergebnis des Berichts zum Abschluss der ersten Förderperiode. Insgesamt bestätigt die Evaluation, dass Aktivitäten im Rahmen des Qualitätspakts an den Hochschulen eine breite Akzeptanz genießen.

Der Qualitätspakt Lehre wurde im Jahr 2010 von Bund und Ländern als dritte Säule des „Hochschulpakts 2020“ beschlossen. Die erste Förderperiode endete 2016. Von den insgesamt 186 Hochschulen der ersten Förderperiode wurden 156 Hochschulen zur Weiterförderung bis 2020 ausgewählt. Dazu zählen auch die beiden Oldenburger Projekte „Forschungsbasiertes Lernen im Fokus (FLiF)“ sowie „eCULT - eCompetence and Utilities for Learners and Teachers“ (Verbundprojekt mit Oldenburger Beteiligung).

2. Exzellenzstrategie: Verständigung über weiteren Verlauf

Das Expertengremium für die Exzellenzstrategie hat sich auf seiner zweiten Sitzung am 5./6. April 2017 in Bonn über weitere Verfahrensschritte verständigt und die Anforderungen an die Antragstellung in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten festgelegt. „Wir erwarten zahlreiche Anträge für beide Förderlinien und rechnen mit einem erhöhten Wettbewerb. Als unsere wichtigste Aufgabe sehen wir daher die Ausgestaltung des wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahrens an, um die Qualität und Akzeptanz der Förderentscheidungen zu gewährleisten“, erläutert die neue Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Martina Brockmeier.

3. Neues Forschungsfeld zur Digitalisierung in der Hochschulbildung

Forschungen zur Digitalisierung in der Hochschulbildung unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die kommenden drei Jahre mit insgesamt über zwölf Millionen Euro. Eine Expertenjury hat 20 Einzel- und Verbundprojekte an insgesamt 39 Instituten deutschlandweit für die Förderung ausgewählt. Dabei geht es um Chancen und Risiken digitaler Hochschulbildung, neue didaktisch-digitale Konzepte und die Einbindung technologischer Neuentwicklungen.

An der Universität Oldenburg werden im Rahmen des Programms zwei Vorhaben gefördert (Weiterbildung und Medizin).

4. Integration von Geflüchteten an den Hochschulen

Geflüchtete sind in den vergangenen Monaten verstärkt an deutsche Hochschulen gekommen. Laut einer Befragung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sind derzeit 1.140 Geflüchtete in einem Fachstudium immatrikuliert – fünf Mal so viel wie noch vor einem halben Jahr. Fast 24.000 Einzelberatungen meldeten die Hochschulen für das auslaufende Wintersemester – mehr als doppelt so viele wie ein Semester zuvor.

Über die regulär Immatrikulierten hinaus waren rund 5.700 Geflüchtete im Wintersemester 2016/17 in unmittelbar studienvorbereitenden Sprach- und Fachkursen angemeldet – rund 80 Prozent mehr als im vorangegangenen Sommersemester. Fast 70 Prozent von ihnen strebt ein Bachelorstudium an, knapp 20 Prozent ein Masterstudium. Etwa zwei Drittel der studieninteressierten und studierenden Geflüchteten stammen aus Syrien, weitere größere Gruppen kommen aus Afghanistan, dem Iran und dem Irak.

Auch die Universität Oldenburg hat sich an der Umfrage beteiligt. Erste Geflüchtete haben hier inzwischen ein Fachstudium aufgenommen. Da jedoch der Fluchthintergrund bei Einschreibung nicht erfasst wird, liegen noch keine verlässlichen Zahlen vor.

Im Orientierungsjahr für Geflüchtete befinden sich aktuell 84 Teilnehmer/innen, die sich auf 3 Kohorten verteilen: 24 Frauen und 60 Männer, überwiegend aus Syrien (64) und dem Irak (9) sowie Einzelpersonen aus dem Iran, Sudan, Palästina, Pakistan, Elfenbeinküste, Eritrea und Afghanistan. Die Nachfrage nach Plätzen im Orientierungsjahr ist sehr groß, auf 30 Plätze pro Semester kommen ca. 170 Bewerbungen.

5. Kabinettbeschluss zur Reform des Urheberrechts

Die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken ist für Forschende und Lehrende an Schulen und Hochschulen und für Studierende essentiell. Dies ist der Hintergrund der geplanten Reform des Urheberrechts. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka erläutert: „Mit dem heutigen Kabinettbeschluss passen wir die Schranken des Urheberrechts an die veränderten Erfordernisse der Digitalisierung an. Zugleich machen wir die Regelungen verständlicher und praxistauglicher. Damit schaffen wir Rechtssicherheit für Nutzer, Urheber und Verlage. Die Interessen der Urheber und Verlage an der Verwertung ihrer Werke bleiben berücksichtigt.“ 

Ebene Land/Metropolregion

6. Drittmittelprojekte: Fortschritte bei Transparenz in der Forschung

Zum zweiten Mal haben die niedersächsischen Hochschulen zum Stichtag 31. März Daten zu Drittmittelprojekten öffentlicher und privater Auftraggeber im Internet veröffentlicht.

„Niedersachsen ist mit seiner mit den Hochschulen vereinbarten Transparenz-Offensive bundesweit Vorreiter“, sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. „Wichtig ist, dass wir zu einheitlichen Lösungen bei der Veröffentlichung der Daten kommen und die Anzahl der anonymisierten Informationen noch weiter senken.“

Entsprechend den 2015 verabschiedeten Leitlinien zur Transparenz in der Forschung veröffentlichen die niedersächsischen Hochschulen seit 2016 einmal jährlich Listen, in denen Auftraggeber, Projekttitel, Laufzeit und Fördersumme von Drittmittelprojekten offen gelegt werden. Insgesamt wurden Informationen zu 5.879 Projekten eingestellt. Drei Hochschulen (Universität Hannover, TU Braunschweig und Universität Osnabrück) haben insgesamt sieben Projekte mit militärischem Bezug gemeldet. Das entspricht einem Anteil von 0,1 Prozent.

Die Verpflichtung der Hochschulen zu Transparenz gilt grundsätzlich für alle Forschungsvorhaben. Gleichwohl haben einige Hochschulen erneut von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, zu bestimmten Projekten lediglich abstrakte Daten zu liefern. Dies betrifft insbesondere Forschungsvorhaben der Automobilindustrie. „Eine Verschlüsselung darf nicht dazu führen, dass die Daten ohne Aussagekraft bleiben", so Heinen-Kljajić. Inzwischen haben die Hochschulen begonnen, ihre Musterverträge mit Drittmittelgebern anzupassen und in Neuverträge eine Klausel aufzunehmen, nach der die Universität berechtigt ist, den Namen des Auftraggebers, den Titel und die Laufzeit des Projekts sowie die Höhe des Auftragsvolumens in ihrem Internetauftritt zu veröffentlichen.

Ebene Hochschule

7. Ministerpräsident Weil besucht European Medical School

Über neue Wege in der Medizinerausbildung und der medizinischen Forschung hat sich Ministerpräsident Stephan Weil am 15. März 2017 an der Universität Oldenburg informiert. Bei seinem Besuch der European Medical School (EMS) erhielt Weil Einblicke in das europaweit einzigartige Konzept des länderübergreifenden humanmedizinischen Modellstudiengangs. Zudem informierte er sich über Forschungsaktivitäten der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften – so auch der Hörforschung, wo er das neu eingerichtete „Virtual Reality Lab“ besuchte.

„Das Konzept der EMS ist sehr überzeugend – und es ist ganz offensichtlich ein Projekt, in dem viel Herzblut steckt“, erklärte Weil anlässlich seines Besuchs. Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper erläuterte: „Die Erwartungen an unseren Modellstudiengang waren von Beginn an sehr hoch. Heute, rund vier Jahre nach dem Start, haben wir die Gewissheit: das Studienkonzept der EMS geht auf, die Studierenden sind begeistert, und ihre Leistungen und Kompetenzen sind hervorragend.“ Prof. Dr. Sibrand Poppema, Präsident der Rijksuniversiteit Groningen, sagte: „Die Universität Groningen und den Nordwesten Niedersachsens verbindet eine mehr als 400-jährige Beziehung, die in einer europaweit einzigartigen Bildungs- und Forschungszusammenarbeit in Form der gemeinsamen European Medical School gipfelt.“

8. KMK-Unterausschuss für Hochschulmedizin tagt an der Universität

Mit aktuellen Themen aus der medizinischen Forschung, Ausbildung und Lehre befasste sich der „Unterausschuss für Hochschulmedizin“ der Kultusministerkonferenz (KMK) auf einer Sitzung am 9. Und 10. März 2017 in der Universität Oldenburg. Die Vertreter der Wissenschafts- und Bildungsministerien der Bundesländer treffen sich regelmäßig zu Sitzungen an wechselnden Medizinfakultäten in Deutschland. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Oldenburg. In ihrem Unterausschuss für Hochschulmedizin koordiniert die KMK alle relevanten Themen der Hochschulmedizin.

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper begrüßte die rund 20-köpfige Gruppe auf dem Campus Wechloy. Die (inzwischen ausgeschiedene) kommissarische Dekanin der Fakultät VI Medizin- und Gesundheitswissenschaften, Prof. Dr. Martina Kadmon, stellte den Gästen den humanmedizinischen Modellstudiengang „European Medical School Oldenburg-Groningen“ (EMS) vor.

9. Wechsel in der Leitung der Medizinischen Fakultät

Der Neurogenetiker und bisherige Prodekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, hat zum 1. April die Nachfolge von Prof. Dr. med. Martina Kadmon angetreten. Kadmon, seit August 2016 kommissarische Dekanin der Fakultät, ist an die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg gewechselt, wo sie das Amt der Gründungsdekanin übernommen hat.

„Wir bedauern den Wechsel von Frau Professorin Kadmon sehr“, erklärte Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper. Die Medizinerin habe an der Fakultät eine hervorragende Aufbauarbeit geleistet.

Nothwang, der Kadmon kommissarisch folgt, ist seit Oktober 2016 Prodekan für Groningen-Angelegenheiten und Struktur in der Fakultät. In dieser Funktion trieb er die intensive Kooperation mit Groningen erfolgreich weiter voran. Der renommierte Wissenschaftler wurde 2007 an die Universität Oldenburg berufen, leitet aktuell die Arbeitsgruppe Neurogenetik und war Gründungsdirektor des Departments für Neurowissenschaften. Außerdem zählt er zu den leitenden Forschern des Exzellenzclusters Hearing4all. „Wir freuen uns, dass dieser hervorragende Wissenschaftler künftig die Verantwortung an der Spitze der Fakultät übernimmt“, erklärte Piper.

10. Zum fünften Mal Auszeichnung als „Familiengerechte Hochschule“

Zum fünften Mal in Folge hat die Universität Oldenburg das Zertifikat „Familiengerechte Hochschule“ der Hertie-Stiftung erhalten, das für jeweils drei Jahre vergeben wird. „Das Studieren oder Arbeiten an der Universität Oldenburg noch besser mit vielfältigen Familienaufgaben vereinbar zu machen und hierfür familiengerechte Bedingungen zu bieten, ist uns ein wichtiges Anliegen“, so Jörg Stahlmann, Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen.

2004 erhielt die Universität erstmals das Qualitätssiegel, das ein „nachhaltiges Familienbewusstsein“ bescheinigt. 2014 trat die Universität zudem dem Best-Practice-Club „Familie in der Hochschule“ bei. Sie ist vor allem bei der Kinderbetreuung gut aufgestellt. Zusätzlich zur Kindertagesstätte des Studentenwerks werden unter anderem eine Ferienbetreuung für ein- bis zwölfjährige Kinder sowie eine flexible Nachmittagsbetreuung angeboten. Jüngst hat das Universitätspräsidium zudem die Einrichtung einer universitätseigenen Großtagespflege am Uhlhornsweg beschlossen. Der Familienservice der Universität hat weitere Themen wie die Pflege älterer Angehöriger oder die Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Pflichten für Väter verstärkt in den Blick genommen. 

11. AcademiaNet: Regionales Netzwerk für Spitzenforscherinnen

Ende März fand in Bremen die Gründungsveranstaltung des „Bremisch-oldenburgischen AcademiaNet Club“ statt. Es handelt sich um ein regionales Netzwerk exzellenter Wissenschaftlerinnen in Zusammenhang mit dem europäischen Internetportal AcademiaNet. Das Portal mit über 2.000 Profilen von Spitzenforscherinnen wird auf Initiative der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit den Zeitschriften „Spektrum der Wissenschaft“ und „Nature“ betrieben.

Initiatorin des „Bremisch-oldenburgischen AcademiaNet Club“ ist auf Oldenburger Seite Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, Hochschullehrerin für Physikalische Chemie sowie Vizepräsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Auf Al-Shamery geht auch die Initiative „Oldenburg Women Professors Forum“ zurück. Sie steht allen Hochschullehrerinnen offen und hat zum Ziel, die öffentliche Sichtbarkeit erfolgreicher Wissenschaftlerinnen zu stärken.

12. Städtische Landwirtschaft: Gemeinsames Projekt mit afrikanischen Partnern

Die Bedingungen und Chancen urbaner Landwirtschaft in Tansania und Südafrika untersuchen Wissenschaftler/innen der Universität Oldenburg im Verbund mit afrikanischen Partneruniversitäten und Praxispartnern im neuen Projekt ECOSOLA. Das Akronym geht auf den englischsprachigen Titel zurück und steht für „Ökosystem-basierte Lösung für resiliente städtische Landwirtschaft in Afrika“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Deutsche Akademische Austauschdienst fördern das vom Oldenburger Ökonomen Prof. Dr. Bernd Siebenhüner koordinierte Projekt in den kommenden drei Jahren mit insgesamt rund 800.000 Euro.

„Mit ECOSOLA wollen wir einen Beitrag leisten, nachhaltige Lösungen für die uns alle betreffenden Herausforderungen Afrikas zu etablieren“, betont Projektkoordinator Siebenhüner. Seine Arbeitsgruppe „Ökologische Ökonomie“ und die Arbeitsgruppe „Landschaftsökologie“ des Ökologen Prof. Dr. Michael Kleyer arbeiten in dem Vorhaben eng zusammen mit der Universität Dar es Salaam (Tansania) und der Nelson Mandela Metropolitan University (Port Elizabeth, Südafrika).

13. Forschungsverbund: Geflüchtete Frauen im Fokus

Mit geschlechtsspezifischen Fragen rund um die Themen Flucht und Integration beschäftigt sich ein kürzlich gestarteter Forschungsverbund der Universitäten Oldenburg, Osnabrück und Göttingen in den kommenden drei Jahren. Das Augenmerk des Oldenburger Teilprojekts unter der Leitung von Prof. Dr. Silke Wenk und der Mitarbeit von Dr. Ulrike Lingen-Ali vom Zentrum für interdisziplinäre Frauen und Geschlechterforschung (ZFG) liegt auf Gewalterfahrungen geflüchteter Frauen.

Den Forschungsverbund „Gender, Flucht, Aufnahmepolitiken. Prozesse vergeschlechtlichter In- und Exklusionen in Niedersachsen“ finanziert das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) mit rund 500.000 Euro in der Förderlinie „Geschlecht Macht Wissen“. 

14. BMBF-Projekt: Chancen der digitalen Medien in der Hochschullehre

Unter welchen Bedingungen und in welchen Zusammenhängen verbessern digitale Medien die Hochschullehre? Dieser Frage geht der Oldenburger Bildungsexperte Prof. Dr. Olaf Zawacki-Richter in einem neuen Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Kerres von der Universität Duisburg-Essen nach. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt ActiveLeaRn (Gelingensbedingungen aktivierender Lehr-Lernsettings mit digitalen Medien an Hochschulen) mit rund 600.000 Euro in seiner Förderlinie zur digitalen Hochschullehre.

15. Hörforschung: DFG fördert neues Oldenburger Forschungsprojekt

Hörgeschädigte verschiedener Länder testen, klinische Standards vereinheitlichen und damit eine international optimale Versorgung mit Hörhilfen befördern – das ist das Ziel der Oldenburger Physikerin und Hörforscherin Dr. Anna Warzybok. Die Postdoktorandin, die in der Abteilung Medizinische Physik der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften und im Exzellenzcluster „Hearing4all“ der Universität Oldenburg forscht, erhält dafür rund 500.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Das interdisziplinäre Projekt wird in enger Kooperation mit weltweit führenden Kliniken und Forschungszentren realisiert. Beteiligt sind unter anderem Einrichtungen in Italien, Polen, Russland und USA.

16. BWL-Nachwuchsforschungsgruppe: Saatgut und Pflanzensorten als Gemeingüter

Saatgut wurde bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Landwirten als Gemeingut erhalten, getauscht und auf den Feldern weiterentwickelt. Mit der Intensivierung im Agrarsektor entwickelte sich die Pflanzenzüchtung jedoch zu einem kommerziellen System, das auf umstrittenen biotechnologischen Methoden, nicht nachbaufähigem Hybrid-Saatgut und Patentierung beruht. Vor diesem Hintergrund untersucht die Nachwuchsgruppe „Right Seeds“ um Prof. Dr. Stefanie Sievers-Glotzbach (Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik), wie gemeingüterbasierte Sortenzüchtung und Saatgutproduktion den Pflanzenbau sozial und ökologisch verändern können. Gefördert wird das Vorhaben über eine Laufzeit von fünf Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

17. Forschungsprojekt am C3L: Gesundheit im Pflegeheim besser fördern

Die Förderung der von Pflegebedürftigen in der stationären Pflege ist Gegenstand eines Forschungsprojekts im Center für lebenslanges Lernen (C3L) der Universität. „Unser Ziel ist es, qualitätsgesicherte Grundlagen für ein wirksames Beratungsmanagement der Pflegekassen im Setting stationärer Pflege zu schaffen“, so Projektleiter und C3L-Geschäftsführer Anno Stockem.

Träger und Koordinator des Forschungs- und Entwicklungsprojekts ist der Verband der Ersatzkassen (vdek). Neben dem C3L unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Anke Hanft ist auch das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Universität Halle beteiligt. Als wissenschaftliche Koordinatorin fungiert die Pflegeexpertin Prof. Dr. Martina Hasseler (Ostfalia –Hochschule für angewandte Wissenschaften).

18. Oldenburger Wissenschaft auf der CeBIT

Mit insgesamt vier Exponaten waren die Universität und das Informatikinstitut OFFIS auf der CeBIT vertreten, die vom 20. bis 24. März in Hannover stattfand:

  • Der Exzellenzcluster „Hearing4all“ gab einen Einblick in die Zukunft des Hörens, die Vision von Hörsystemen, die sich per Gedankenkontrolle steuern lassen. Mit einem sogenannten Brain-Computer-Interface (BCI) kann der Benutzer seine Aufmerksamkeit auf den gewünschten Sprecher lenken oder bewusst zwischen Programmen zur Musik- und Sprachverarbeitung wechseln.
  • Im Projekt „DoHa (Demosystem on HANA)“ haben Studierende der Wirtschaftsinformatik verschiedene Szenarien für das SAP-Produkt S/4 HANA entwickelt. Es handelt sich um eine Softwarelösung zur Ressourcenplanung für Unternehmen oder Organisationen in einer zentralen Datenbank.
  • Das Exponat „Autonomes Schiff“ (OFFIS) demonstrierte die Zukunft autonomer Fahrzeuge auf See. Dabei kommen komplexe Sensorsysteme, lernende Entscheidungssysteme und eine vorausschauende Regelungstechnik zum Einsatz.
  • In dem OFFIS Exponat „RAMI 4.0 Visualisierung“ wurde die Möglichkeit zum Umgang mit Komplexität in Industrie 4.0 thematisiert. Als Industrie 4.0 wird die Verzahnung industrieller Produktion mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik bezeichnet. Die in Oldenburg entwickelte Visualisierung vereinfacht den Umgang mit Modellierungen, die auf Industrie 4.0 basieren.

19. Hannover Messe: Mobile Roboter und kostengünstige Energiespeicher

Ein Gründerteam der Universität und Wissenschaftler/innen des An-Instituts NEXT ENERGY präsentierten ihre Entwicklungen auf der diesjährigen Hannover Messe (24.-28.4.2017).

  • Das Gründerteam von a1robotics entwickelt ein modulares Robotersystem, das speziell auf die Servicerobotikforschung und -lehre zugeschnitten ist. Auf der Messe präsentierte das Team sein erstes Produkt „a1orb“, das als Basis für mobile Roboter dient.
  • Um Sonnenstrom vom eigenen Dach rund um die Uhr effizient nutzen zu können, werden in Privathaushalten immer häufiger Heimenergiespeicher eingesetzt. Speziell für Gewerbetreibende und landwirtschaftliche Betriebe hat ein Team von NEXT ENERGY ein besonders kostengünstiges Speicherkonzept entwickelt, das auf der Vanadium-Redox-Flow-Technologie basiert und sich durch besonders hohe Sicherheit und Langlebigkeit auszeichnet.

20. Studierende konstruieren Transportkapsel für internationalen Wettbewerb

Der Traum, ein selbst entworfenes Transportmittel zu bauen und zu präsentieren: Für Studierende der Universität Oldenburg und der Hochschule Emden/Leer wird er in diesem Sommer wahr. Die Gruppe aus dem Studiengang Engineering Physics hat beim internationalen Wettbewerb „Hyperloop Pod Competition II“ den Zuschlag erhalten, als eins von 24 Teams an der Endrunde in Kalifornien teilzunehmen.

Monatelang hatten die 22 Studierenden aus elf Nationen an dem Konzept gearbeitet – Konstruktionspläne entworfen, die Schwebetechnik experimentell und mit Computer-Simulationen getestet, Bauteile beschafft und erste Sponsoren gewonnen. Schirmherr des Projekts ist der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani.

21. Immobilienverwaltung mit Mieterbeteiligung: EXIST-Förderung für Gründerteam

Das Oldenburger Gründerteam „datarealestate“ entwickelt derzeit eine Web-Applikation für Vermieter, die ihre Objekte selbstständig bewirtschaften und sich vorstellen können, die Mieter an diesem Prozess teilhaben zu lassen. Dafür wurde jetzt ein EXIST-Gründerstipendium in Höhe von 130.500 Euro bewilligt. Betreut wird das Team vom Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ) der Universität Oldenburg.

22. US-Wissenschaftspreis für Biodiversitätsforscher Helmut Hillebrand

Prof. Dr. Helmut Hillebrand erhält zusammen mit einem internationalen Forscherteam den diesjährigen „Innovation in Sustainability Science Award“ der Ecological Society of America (ESA). Die Autorengruppe schlägt in ihrer Arbeit „Navigating the complexity of ecological stability“ vor, u.a. die ökologischen Konzepte zu schärfen, um künftigen Naturschutzstrategien eine bessere Basis zu bieten.

Hillebrand leitet am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) die Arbeitsgruppe Planktologie und ist designierter Direktor des in Oldenburg entstehenden Helmholtz-Instituts für Funktionelle Marine Biodiversität.

23. Komponistin Violeta Dinescu in Europäische Akademie aufgenommen

Prof. Violeta Dinescu, Hochschullehrerin für Komposition am Institut für Musik und international bekannte Komponistin, ist als neues Mitglied in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste aufgenommen worden. Sie erhielt ihr Diplom bei einem Festakt in Salzburg (Österreich), wo die Akademie ihren Sitz hat. Die 1990 gegründete „Academia Europaea“ will Wissenschaftler/innen und Künstler/innen auf europäischer Ebene vernetzen. Zu ihren rund 1.900 Mitgliedern zählen neun Nobelpreisträger.

24. Mathematik-Didaktiker Ralph Schwarzkopf für „Schulbuch des Jahres“ ausgezeichnet

Prof. Dr. Ralph Schwarzkopf, Hochschullehrer für Mathematikdidaktik am Institut für Mathematik und Vizedirektor des Didaktischen Zentrums (diz), hat – gemeinsam mit seinem Dortmunder Kollegen Prof. Dr. Marcus Nührenbörger und einem Autorinnenteam – den Preis „Schulbuch des Jahres 2017“ in der Kategorie Mathematik erhalten. Das Braunschweiger Georg-Eckert-Institut/Leibniz-Institut für internationale Schulbuch-forschung und die Bundeszentrale für politische Bildung zeichneten die Neubearbeitung des Grundschul-Lehrwerks „Zahlenbuch“ auf der Leipziger Buchmesse aus.

25. Musikwissenschaftler Gunter Kreutz in Herausgeber-Gremium berufen

Prof. Dr. Gunter Kreutz, Hochschullehrer für „Systematische Musikwissenschaft“ am Institut für Musik, ist neues Mitglied im Herausgeber-Gremium der Fachzeitschrift „Journal of Music Therapy“. Das international renommierte Fachorgan widmet sich der Erforschung und klinischen Anwendung musikbezogener Interventionen und Therapieformen.

26. Termine

4. Mai 2017, 19.00 Uhr, Campus Haarentor, Bibliothekssaal
Ausstellungeröffnung „50 Jahre Kinderhilfswerk terre des hommes“ (bis 31. Mai 2017)

6. Mai 2017, 11.00 Uhr, Hannover Herrenhausen
Flux – Niedersächsischer Forschungstag (mit Beteiligung Oldenburger Wissenschaftler/innen)

9. Mai 2017, 10.00-15.00 Uhr, Hörsaalzentrum
Job- und Praktikumsmesse „Career Day“

17. Mai 2017, 20.00 Uhr, Exerzierhalle (Pferdemarkt)
7. Oldenburger Science Slam

8. Juni 2017, 16.00 Uhr, Campus Haarentor
Internationales Sommerfest

16. Mai 2017, 19.00 Uhr, Schlaues Haus, Schlossplatz 16
Ausstellungseröffnung „Ozeanversauerung: Das andere Kohlendioxid-Problem“ (bis 8. Juli 2017)