Warum ist der Schatten eines Rotweinglases rot?

Das wollte Gunther Teller aus Oldenburg wissen, Prof. Dr. A.K. Hartmann antortete

Das Sonnenlicht besteht aus vielen Farben (Blau, Grün, Gelb,...), was insgesamt Weiß ergibt. Wenn nun ein lichtundurchlässiges Objekt, wie ein Laternenpfahl, in einem Sonnenstrahl steht, kommt das Sonnenlicht „hinter“ dem Objekt nicht mehr durch, also kommt an bestimmten Stellen (zum Beispiel auf der Straße) überhaupt kein Licht an, die Stelle erscheint schwarz. Es erreicht aber etwas Licht aus der Umgebung durch Reflexionen den Schattenbereich. Ein Schatten ist also niemals vollständig schwarz, sagt Hartmann.

Die Farbe des Schatten werfenden Objekts (beispielsweise Grau bei einem Laternenpfahl), ist dabei egal, denn die Farbe des Objekts wird dadurch bestimmt, welche Farbanteile des Sonnenlichts vom Objekt reflektiert werden. Ein mit „rotem Wein“ gefülltes Glas ist aber nicht völlig lichtundurchlässig (um so mehr Licht wird durchgelassen, je weniger Wein im Glas ist). Es lässt gerade etwas von dem roten Lichtanteil der Sonne hindurch, die anderen Farben werden vom Wein viel stärker absorbiert. Auf diese Weise kommt also fast nur rotes Licht „durch“ das Glas hindurch und trifft entsprechend hinter dem Glas zum Beispiel auf den Tisch. Dieser „Schatten“ erscheint daher dunkler als die Umgebung, weil er weniger Licht enthält, aber eben rot.

Prof. Dr. Alexander Hartmann (a.hartmann@uni-oldenburg.de) ist Leiter der Arbeitsgruppe "Computerorientierte Theoretische Physik" und forscht an interdisziplinären Fragestellungen aus der Physik, Informatik und Biologie.

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