Forschungsprojekt zur Optimierung von Offshore-Windparks startet

EnBW Baltic 1 hat als erster kommerzieller Offshore-Windpark Deutschlands im Mai den Betrieb aufgenommen. Gleichzeitig nimmt ein groß angelegtes Forschungsprojekt über den Windpark seine Arbeit auf. Innerhalb von drei Jahren soll das Projekt Erkenntnisse zur Optimierung des Betriebs von Offshore-Windparks und deren Integration ins Verbundnetz liefern.

ForWind, das Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen koordiniert das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Betreiber und Bauherrn, EnBW Erneuerbare Energien GmbH, und dem Stiftungslehrstuhl für Windenergie (SWE) der Universität Stuttgart.

BildDas Verbundforschungsprojekt steht unter dem Titel "Regelung von Offshore-Windparks durch lokale Leistungsprognosen sowie Monitoring der Leistungs- und Belastungscharakteristik". Betieligt sind auch das Rostocker Messinstitut WindConsult sowie Siemens, der Hersteller der Windkraftanlagen von EnBW Baltic 1. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit fördert das Projekt nach einem Beschluss des Bundestages. Die Unterstützung für die Forschungsarbeit beträgt insgesamt bis zu 1,66 Millionen Euro.

"Die Offshore-Windenergie ist in Deutschland ein expandierender Sektor mit großer Bedeutung für die zukünftige Energieversorgung", erklärt Prof. Dr. Martin Kühn, Professor für Windenergiesysteme der Universität Oldenburg und Leiter des Forschungsprojekts. Es gebe bundesweit kaum Erfahrung mit kommerziellen Offshore-Windparks. Deshalb sei es ein Gebot der Stunde, EnBW Baltic 1 wissenschaftlich zu begleiten.

Die Forschungsarbeiten basieren weitgehend auf der Auswertung von Daten, die bereits standardmäßig für den kommerziellen Betrieb des Windparks erfasst werden. Zusätzlich werden mit laser-optischen Fernerkundungsverfahren die Windbedingungen und die Nachlaufströmungen der Windenergieanlagen im Windpark gemessen. Weitere Sensoren zeichnen die Belastungen an zwei Windenergieanlagen auf. Auf dieser Grundlage sollen Verfahren zum Monitoring der Leistungsabgabe und der Belastungen der Windenergieanlagen entwickelt werden.

Der Windpark EnBW Baltic 1 liegt 16 Kilometer nördlich der Halbinsel Darß/Zingst. Die 21 Windkraftanlagen haben eine Gesamtleistung von rund 50 Megawatt und können jährlich 185 Gigawattstunden Strom für rund 50.000 Haushalte erzeugen.