Experimentalphysiker Lienau bleibt an der Universität Oldenburg

14. Dezember 2011

Den Ruf auf die Professur für Nanophysik an die Universität Münster hat Prof. Dr. Christoph Lienau, seit 2006 Hochschullehrer für Experimentalphysik an der Universität Oldenburg, abgelehnt. Lienau wird seine international viel beachteten Forschungsarbeiten zur ultraschnellen Nano-Optik in Oldenburg fortsetzen.

Bild"Mit Professor Lienau bleibt der Universität ein international ausgewiesener und renommierter Wissenschaftler erhalten, der mit seiner ausgezeichneten Arbeit auf dem Gebiet der Nanophysik auch für die Oldenburger Energieforschung von ganz enormer Bedeutung ist", erklärte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon. Man habe Lienau ein attraktives Bleibeangebot machen können. Damit sei die Voraussetzung geschaffen worden, das zukunftsweisende Forschungsgebiet in Oldenburg langfristig und erfolgreich weiter auszubauen. Als "Spitzenforscher mit außerordentlich hoher wissenschaftlicher Ausstrahlung" bezeichnete Prof. Dr. Martin Holthaus, Dekan der Fakultät V Mathematik und Naturwissenschaften, den Physiker. Er sei froh, dass es in geradezu vorbildlicher Abstimmung gelungen sei, Lienau trotz des hervorragenden Münsteraner Angebots in Oldenburg zu halten.

Lienau, der derzeit ein Forschungssemester an der renommierten Seoul National University (Südkorea) verbringt, studierte Physik in Göttingen, wo er 1992 auch promovierte. Anschließend arbeitete er zwei Jahre lang mit einem Postdoktorandenstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Research Fellow bei dem Nobelpreisträger Prof. Ahmed H. Zewail am California Institute of Technology, Pasadena (USA). 1995 wechselte Lienau an das neu gegründete Max-Born-Institut (Berlin) in den Bereich von Prof. Dr. Thomas Elsässer, mit dem er gemeinsam Forschungsaktivitäten in dem noch neuen Feld der "Ultraschnellen Nanooptik" initiierte. Im Jahr 2003 habilitierte sich der Wissenschaftler an der Humboldt-Universität Berlin. Rufe an die Universitäten Kiel und Arkansas (USA) lehnte er ab.

In Oldenburg, wo er seit fünf Jahren lehrt und forscht, leitet er die Arbeitsgruppe "Ultraschnelle Nano-Optik". Zudem ist er seit 2009 Direktor des Instituts für Physik. In seiner Forschung kombiniert der Experimentalphysiker Methoden der Femtosekunden-Laserspektroskopie und der Nano-Optik, um die optischen Eigenschaften von neuen Nanomaterialien besser verstehen, manipulieren und optimieren zu können. Seine Arbeiten nehmen eine Schlüsselstellung auf dem Gebiet der grundlagenorientierten Energieforschung ein. Dieses wird an der Universität Oldenburg von WissenschaftlerInnen des Instituts für Physik, des Instituts für Reine und Angewandte Chemie und des Instituts für Mathematik interdisziplinär bearbeitet.