"Hearing4all" punktet bei Exzellenzinitiative

Die Universität Oldenburg hat in der Exzellenzinitiative die erste Hürde genommen:
Der Exzellenzcluster-Antrag "Hearing4all", der in Zusammenarbeit mit Hörforschern aus Hannover entwickelt wurde, ist positiv bewertet worden. Bis zum 1. September muss nun der Vollantrag vorliegen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat hatten in der Förderlinie "Exzellenzcluster" insgesamt 107 Anträge begutachtet, 27 von ihnen wurden positiv bewertet. Die endgültige Förderentscheidung fällt im Juni 2012.

"Das positive Votum für einen unserer beiden eingereichten Exzellenzcluster-Anträge ist ein großer Erfolg für unsere Universität. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat würdigen damit die Arbeit unserer hervorragend vernetzten Oldenburger Hörforscherinnen und -forscher. Jetzt wird es darum gehen, dass wir – gemeinsam mit unseren starken Partnern – unsere wissenschaftlichen Kompetenzen und Ressourcen für unser ehrgeiziges Ziel nutzen und intensiv an dem Vollantrag arbeiten", erklärte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon.

"Die Oldenburger und Hannoverschen Hörforscher freuen sich sehr über das Erreichen der Endrunde", sagte Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Leiter der Abteilung Medizinische Physik der Universität Oldenburg und Sprecher des beantragten Exzellenzclusters "Hearing4all". Zusammen mit Prof. Dr. Thomas Lenarz (Medizinische Hochschule Hannover), Prof. Dr. Wolfgang Ertmer (Leibniz Universität Hannover) und 21 weiteren namhaften ForscherInnen dieser drei Universitäten hat er die Skizze für einen interdisziplinären Forschungsverbund aus Physik, Medizin, Biologie, Ingenieurwissenschaft und Psychologie erstellt, der aufgrund sehr guter internationaler Begutachtung jetzt eine Runde weitergekommen ist.

Das Hören für alle, in allen Situationen und für alle Menschen mit verschiedenem Grad an Schwerhörigkeit soll durch eine Kombination von interdisziplinärer Grundlagenforschung, angewandter und klinischer Forschung erreicht werden, wobei weitere Schwerpunkte in der Nachwuchsförderung und der Verbundforschung mit der Industrie liegen. Zusätzlich beteiligt sind die Jade Hochschule sowie die außeruniversitären Forschungseinrichtungen Kompetenzzentrum HörTech, die Fraunhofer Projektgruppe für Hör-, Sprach- und Audiotechnologie, die Hörzentren in Hannover und Oldenburg sowie zwölf Industriepartner, die im Verbund "Auditory Valley" bereits Achtungserfolge im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundes erzielen konnten.

Oldenburg und Hannover zählen zu den international herausragenden Standorten in Medizintechnik, Hörforschung, Audiologie, medizinischer Diagnostik und Therapie. Etwa 80 Prozent aller Hörgeräte weltweit enthalten ein Stück Know-How aus Oldenburg. Die weltweit größte Zahl von Hör-Implantationen wurde in der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt.