NEXT ENERGY präsentiert sich auf der Hannover Messe

Anschauliche Einblicke in seine Forschungsaktivitäten gewährt das Forschungszentrum NEXT ENERGY auf der diesjährigen Hannover Messe vom 4. bis 8. April. Anhand der Arbeitsschwerpunkte aus den Bereichen Brennstoffzellen und Energiespeicher soll veranschaulicht werden, wie das Institut den anstehenden Transformationsprozess des Energiesystems mit technologisch nachhaltigen und marktfähigen Lösungen aktiv mitgestalten will.

So können sich die Besucher ein Bild davon machen, welche Bedeutung die Elektromobilität für das intelligente Stromnetz der Zukunft haben wird. Die NEXT ENERGY-Wissenschaftler streben an, den zu erwartenden Boom von E-Autos künftig für die Stabilisierung des Stromnetzes zu nutzen. Hintergrund:
Je mehr Strom aus Wind- und Sonnenenergie gewonnen wird, desto größer wird der Bedarf an Speichern, die auch bei Windstille und Dunkelheit für ein stabiles Stromnetz sorgen. Ein Teil dieser Kapazitäten könnte durch die Traktions- batterien von E-Autos bereitgestellt werden. Entsprechend ist nicht nur die Einspeisefähigkeit vom Netz in die Batterie, sondern auch in entgegengesetzter Richtung erforderlich. Um den Einfluss dieser Bidirektionalität auf Batterie und Stromnetz zu erforschen, bereitet NEXT ENERGY zurzeit die Inbetriebnahme von Deutschlands erster Batteriewechselstation für E-Autos vor.

 Mit der Erforschung alkalischer Brennstoffzellen wollen die NEXT ENERGY-Wissenschaftler künftigen Rohstoffengpässen vorbeugen. Konkret geht es darum, den Einsatz von platinfreien Katalysatoren zu ermöglichen. Der Bedarf an Alternativen besteht, weil das Edelmetall extrem teuer ist, großen Preisschwankungen unterliegt und auch nur in geringen Mengen gefördert wird. Diese Faktoren sehen die NEXT ENERGY-Wissenschaftler als wesentliches Hemmnis für eine zukünftige Marktdurchdringung der Brennstoffzellentechnologie. Entsprechend arbeiten sie an der Entwicklung von alkalischen Anionen-Tauschermembranen für den Einsatz in Brennstoffzellen, um den Einsatz von platinfreien Katalysatoren zu ermöglichen.

Der möglichst effiziente Einsatz von Energie ist das zentrale Thema der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) für die Hausenergieversorgung. Weil bestehende Systeme ihr Potenzial häufig nicht voll ausschöpfen, stehen dem KWK-Forscherteam bei NEXT ENERGY Testplattformen zur Verfügung, an denen sich reale Betriebsbedingungen für jegliche mikro-KWK-Technologie nachbilden lassen. Diese erlauben neben der Evaluierung von Systemen die Validierung von Optimierungsmaß- nahmen. Zeitraffertests ermöglichen die Ermittlung der zu erwartenden Jahresnutzungsgrade von KWK-Anlagen. Für Industriepartner besteht hier die Möglichkeit, Technologien mit unterschiedlichen Reifegraden charakterisieren zu lassen.

Die Labore von NEXT ENERGY sind nach dem neuesten Stand der Technik ausgestattet. Genutzt werden sie nicht nur für die Grundlagenforschung und für anwendungs-orientierte Projekte, sondern wie die KWK-Testplattformen auch für externe Auftraggeber. So wird mit der Nano-Computertomografie eine seltene Charakterisierungsmethode als Dienstleistung für die Qualitätssicherung in der Optimierung von Fertigungsprozessen angeboten. Auf der Hannover Messe erläutern die Mitarbeiter des Forschungsbereichs Energiespeicher, welche dreidimensionalen Strukturinformationen der Nano-Computertomograph liefert, die vor allem in der Batterietechnik Anwendung finden.