Elektrofahrzeuge eignen sich auch für Pendler in ländlichen Regionen als Verkehrsmittel

Elektroautos können auch außerhalb der Ballungsräume ohne Einschränkungen für den alltäglichen Gebrauch genutzt werden. Zu diesem Schluss kommen die Energiespeicher-Experten von NEXT ENERGY nach der Auswertung eines zehnwöchigen Feldtests mit drei auf Elektroantrieb umgerüsteten Audi A2. „Insgesamt haben unsere Probanden 12.166 Kilometer zurückgelegt und die Fahrzeuge dabei ohne jede Einschränkung in ihren Alltag einbinden können“, berichtet Projektleiter Christian Finger, bei NEXT ENERGY verantwortlich für das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt GridSurfer, in dessen Forschungsaktivitäten die Fahrtests eingebunden waren.

BildIn dem Feldtest ging es dem Forscherteam vorrangig um Erkenntnisse über die Nutzerakzeptanz und die Zuverlässigkeit von Elektroautos im ländlichen Raum. Entsprechend wurden in der Projektregion rund um Oldenburg vorrangig Pendler als Testpersonen eingesetzt. Dabei lagen bis zu 80 Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Um darüber hinaus auch möglichst viele Privatfahrten erfassen zu können, hatten die Forscher für den Test besonders leistungsfähige Akkus mit 40 Kilowattstunden Batteriespeicher gewählt. „Sie wurden von der Berliner Firma DBM Energy entwickelt und bestätigten im Test eine zuverlässige Reichweite von 200 Kilometern“, so Finger. „Unseren Erkenntnissen nach bereiten bei gemäßigter Fahrweise sogar Strecken bis 230 Kilometer keine Probleme.“ Zum Vergleich: Als zuverlässige Reichweite für einen Zweitwagen hatten die Probanden zuvor im Schnitt einen Wert von 150 Kilometern als Mindestanforderung angegeben.

Die Tests waren so angelegt, dass jede Fahrzeugbewegung mit Datenloggern und GPS-Erfassung protokolliert wurde. Aus den daraus generierten Nutzerprofilen ergibt sich eine durchschnittliche tägliche Reichweiten- Ausnutzung von 60 Prozent. Das entspricht einer Fahrleistung von rund 120 Kilometern. Die Ladezeit von bis zu acht Stunden spielte kaum eine Rolle, da dies meist nachts geschah. Die maximale Reichweite empfanden die Probanden in ihrem Alltag nicht als Einschränkung. Entsprechend hatte kein Proband die Batteriekapazität bis zur vollständigen Entladung ausgenutzt. Ein weiteres Indiz für einen ausreichenden Aktionsradius von 200 Kilometern Reichweite: Der ECO-Energiesparmodus, mit dem sich die Motorleistung begrenzen und somit die Reichweite verlängern lässt, wurde von den meisten Testfahrern nicht genutzt. Stattdessen wurde die starke Beschleunigung bevorzugt.