"Wie entsteht eine gute Wettervorhersage?" - Wetterexperte Jörg Kachelmann zu Gast im Physikalischen Kolloquium

"Wie entsteht eine gute Wettervorhersage? Oder warum Lothar mancherorts durch die Lappen geht...", so lautete der Titel des Vortrags, den Deutschlands bekanntester "Wetterfrosch" Jörg Kachelmann am Montag, 25. Januar 2010, an der Universität Oldenburg gehalten hat. Der ARD-Wetterexperte hatte im voll besetzten Großen Hörsaal in Wechloy zusammen mit Dr. Martin Fengler, Mitarbeiter von Kachelmanns gegründeter Firma Meteomedia, einen sowohl unterhaltsamen als auch informativen Einblick in die Entstehung einer Wettervorhersage gegeben.

Zunächst zeigte sich Jörg Kachelmann als routinierter Moderator und befragte das Publikum nach Wetterweisheiten, Bauernregeln und eigenen Wettererfahrungen. Sämtliche Behauptungen der ZuhörerInnen, dass z.B. Gewitter nicht die Weser überschreiten oder Gewitter in einem Zusammenhang mit Ebbe und Flut stünden, tat der "Wetterfrosch" als reinen Aberglauben und damit als wissenschaftlich unhaltbar ab. Seine Ausführungen über den sehr verbreiteten "Wetterglauben" gerade in der deutschen Bevölkerung waren etwas langatmig. Dennoch fühlte man sich immer wieder mal ertappt, wenn es um den Glauben an Biowetter-Vorhersagen ging oder bei der Vorstellung, dass der  Vollmond Auswirkungen auf das Wettergeschehen habe. Diese und viele Regeln über das Wetter, die der Volksmund so kennt, entlarvte Kachelmann als "puren Unsinn" und sorgte damit für viel Vergnügen bei den mehr als 300 Zuhörerinnen und Zuhörern.

Den ernsteren Teil des Vortrags übernahm dann sein Mitarbeiter, Dr. Fengler, der Interessantes über die Bedeutung von Wettervorhersagen berichtete: Aktuelle Studien zeigten, dass 70 Prozent der gesamten Wertschöpfungskette vom Wetter und seinen Einflüssen abhingen. Deshalb werde auch versucht, das Wetter immer präziser vorherzusagen mit der Folge: Das Erstellen von Wettervorhersagen sei immer aufwendiger geworden. Die Prognosen beruhen auf Tausenden von Messdaten sowie auf komplexen – von riesigen Computern durchgeführten – Simulationen. Fengler zeigte aber auch die Grenzen der heutigen Vorhersagen auf, denn auch die Vielzahl von Daten könne immer nur eine Annäherung an die aktuelle Wettersituation sein, die Ausgangsbasis für die Vorhersage sei. Und so warb Fengler gemeinsam mit Kachelmann denn auch für Nachwuchs: PhysikerInnen würden immer gebraucht, um bessere Lösungen zu finden.