Pulitzer-Preisträger Douglas R. Hofstadter befasst sich mit kreativen Denken

"Albert Einstein, Analogizer Extraordinaire" (Albert Einstein, ein unvergleichlicher Analogisierer) - so lautete das Thema eines öffentlichen Vortrags, den Prof. Dr. Douglas R. Hofstadter am 2. Juli 2010,  im Rahmen des Physikalischen Kolloquiums an der Universität Oldenburg hielt.

In seinem Vortrag sprach Prof. Hofstadter nicht über neue physikalische Erkenntnisse, sondern spürte vielmehr dem Prozess des kreativen Denkens nach. Die großen Erkenntnisse der Physik verdanken sich, so Hofstadter, nicht strikter, auf Mathematik basierender Rationalität. Einsteins Revolutionierung des physikalischen Weltbildes sei erst durch Analogien möglich geworden, die logischem Denken widersprächen. Dabei ging es unter anderem um die Photonen, die Einstein - im Unterschied zu Max Plank, der nur von einem diskreten Energieaustausch zwischen dem Lichtfeld und einer materiellen Berandung ausgegangen war - als "Quanten" des Feldes selbst ansah, in der Analogie zu den Teilchen eines idealen Gases. Diese Analogie war auch wegweisend für Einsteins Herleitung des Plankschen Strahlengesetzes.

Der Votrag stieß auf großes Interesse beim Publikum, das nicht nur aus Mitgliedern des Instituts für Physik bestand, sondern auch aus zahlreichen Gästen. Im Anschluss gab es noch eine Reihe von  Fragen: Die wichtigste drehte sich darum, ob Einsteins Leistungen nicht zu sehr geschmählert würden, wenn man sie nur als "Analogieschlüsse" bezeichne. Dem widersprach Hofstadter, ohne zu zögern. Für ihn steht fest, dass durch diese Analogieschlüsse auch etwas genuin Neues geschaffen worden sei. 

Zum Jahresende erscheint ein neues Buch von Douglas R. Hofstadter zum Thema.

Hofstadter wurde einer breiten Öffentlichkeit durch sein Buch "Gödel, Escher, Bach – An Eternal Golden Braid" (Gödel, Escher, Bach: Ein Endloses Geflochtenes Band) bekannt, für das er 1980 den Pulitzer-Preis und den American Book Award erhielt. Heute leitet er das "Center for Research on Concepts and Cognition" an der Indiana University, Bloomington (USA), an die er 1988 als "Distinguished Professor" für Kognitionswissenschaft und Informatik berufen wurde.