Welche Kollektoren für welches Klima?

Oldenburger PhysikerInnen untersuchen Energieertrag von Photovoltaik-Anlagen in Norddeutschland

Derzeit werden in Deutschland eine Reihe von Photovoltaik-Anlagen (Sonnenkollektoren) verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Technologien angeboten. Doch welche Anlage passt zu welchem Klima? Wie sind die Unterschiede etwa zwischen Nord- und Süddeutschland? Dies ist der Hintergrund für ein Forschungsprojekt unter maßgeblicher Beteiligung des Instituts für Physik der Universität Oldenburg, das von der Deutschen Bundesumweltstiftung (Osnabrück) mit knapp 100.000 Euro gefördert wird.

Gemeinsam mit der Fachhochschule Osnabrück wollen die Oldenburger WissenschaftlerInnen unter der Leitung von Dr. Annette Hammer (Arbeitsgruppe Energiemeteorologie) herausfinden, welche Technik und welche Anlage unter norddeutschen Wetterbedingungen am besten geeignet ist. Dazu werden auf dem Dach des Osnabrücker "Stadthauses", auf dem sich bereits zwei Anlagen mit unterschiedlichen Modultechniken befinden, noch vier weitere Anlagen installiert.
Bisherige Studien beziehen sich ausschließlich auf Süddeutschland. "Weil wir zurzeit eine rasante Entwicklung immer neuer Modultypen erleben, besonders im Dünnschichtbereich", so Annette Hammer, "sind vergleichenden Untersuchungen dringend nötig. Das Interesse der Fachwelt ist sehr groß."

Ergebnisse und Ertragsprognosen aus Süddeutschland seien auf das norddeutsche Strahlungsklima nicht übertragbar, erklärt die Oldenburger Physikerin, "da von Süd- nach Norddeutschland nicht nur die Sonnenstrahlung abnimmt, sondern auch der so genannte ‚Diffus-Anteil’ zunimmt". Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei die Frage, wie die unterschiedlichen Materialien sich bei Bewölkung (mit eher blauem Licht) sowie bei tiefstehender Sonne (mit eher rotem Licht) verhalten.

Kontakt:Dr. Annette Hammer, Arbeitsgruppe Energiemeteorologie, Institut für Physik,
Tel. 0441/798-3545, E-Mail: annette.hammer(at)uni-oldenburg.de

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