Spitzentreffen der Hörgeräte-Entwickler

Oldenburg ist für die Spitzen der internationalen Hörgeräte-Hersteller immer wieder eine Reise wert: Das 4. Hörgeräte Entwickler Forum lockt Mitte Juni erneut die führenden Experten der internationalen Hörgeräte-Branche, sich zwei Tage lang offen über aktuelle Fragen aus dem Feld austauschen zu können und vorwettbewerbliche Initiativen zu starten. Auf Einladung des Kompetenzzentrums Hörtech an der Universität Oldenburg wird es möglich, dass Chef-Entwickler konkurrierender Firmen gemeinsam mit Wissenschaftlern und Klinikern die „heißen“ Themen der Branche diskutieren und zu übergreifenden Lösungsansätzen gelangen, die in vorwettbewerblichen Konsortien weiter vorangetrieben werden.

„Vor sechs Jahren beim ersten Entwickler-Forum war es noch sehr schwer, die Firmen-Partner dazu zu bewegen, sich in diese offene Forschungs- und Entwicklungsplattform einzuklinken und das Visier soweit zu lüften, dass wir gemeinsame Forschungsarbeiten zur Lösung der gemeinsamen Probleme starten konnten“, erläutert Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier den Ausgangspunkt der Tagungen, die bisher alle zwei Jahre im Oldenburger „Haus des Hörens“ stattgefunden haben. Kollmeier ist als Sprecher von HörTech und Leiter der Abteilung Medizinische Physik der Universität Oldenburg der Initiator des Forums. „Inzwischen wollen die Hersteller am liebsten mit ihrer kompletten Entwicklungs-Mannschaft anrücken, so dass wir schon limitierte Platzkontingente austeilen müssen.“

Schwerpunkt dieses Jahr wird die Verbindung zwischen psychoakustisch messbaren Funktions-Defiziten des individuellen Hörvermögens und verschiedenen Maßnahmen zu ihrer Kompensation in modernen, „intelligenten“ Hörgeräten sein, in denen ein Modell des menschlichen Hörvorgangs integriert ist. „Die Mischung aus „harter“ Ingenieurs-Technik, „weichen“ psychologischen Testergebnissen und „theoretischer“ Modellierung ist für die Hörgeräte der Zukunft ein „Muss“ – in fünf Jahren werden wir wissen, was vom diesjährigen Entwicklerforum an das Ohr der Patienten gebracht wurde“, so Kollmeier.

Ein Schlüsselelement für diese unternehmensübergreifende Zusammenarbeit ist die neutrale Stellung der gemeinnützigen Hörtech gGmbH, die u. a. mit der Spitzencluster-Initiative „Auditory Valley“ (Oldenburg/Hannover) im vergangenen Jahr den Sprung unter die 12 bundesweit besten Forschungs- und Entwicklungs-Cluster erreicht hatte.

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