Neue Dimensionen für Schwarze Löcher

Schwarze Ringe und Schwarze Strings − exotische Objekte in mehr als drei räumlichen Dimensionen

Schwarze Löcher stellen eine der bedeutendsten Vorhersagen der Einsteinschen Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) dar. Eine Vielzahl astronomischer Beobachtungen gibt uns heute überzeugende Argumente für die Existenz Schwarzer Löcher, und zwar sowohl für supermassive Schwarze Löcher als auch für stellare Schwarze Löcher. Supermassive Schwarze Löcher befinden sich in den Zentren von Galaxien und haben eine Masse im Bereich von einigen Millionen bis Milliarden Sonnen. Beispielsweise schließt man aus der Beobachtung von hochelliptischen Keplerbahnen um die Radioquelle Sagittarius A* im Zentrum unserer Milchstraße, dass sich dort ein supermassives Schwarzes Loch mit ca. 3,7 Millionen Sonnenmassen befindet. Stellare Schwarze Löcher bilden den Endzustand in der Entwicklung massereicher Sterne. Diese Sterne explodieren als Supernovae, wenn ihr Kernbrennstoff verbraucht ist. Dabei kollabiert ihr Zentralgebiet zu einem Schwarzen Loch, wenn seine Masse eine Obergrenze überschreitet. Ein guter Kandidat für ein stellares Schwarzes Loch mit einer Masse von ca. 10 Sonnen ist z.B. der dunkle Partner im Röntgendoppelsternsystem Cygnus X-1, das sich ca. 8000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan befindet.

Schwarze Löcher sind aber nicht nur für die Astronomie und Astrophysik von großem Interesse.Vielmehr bieten sie uns auch ein einzigartiges Labor: ein Labor für Gedankenexperimente.Bild

Den ausführlichen Artikel zum Thema finden Sie im Physik Journal 2/2008

Die Autoren sind: Burkhard Kleihaus und Jutta Kunz, Institut für Physik, Universität Oldenburg, sowie Francisco Navarro-Lérida, Dept. de Física, Atómica, Molecular y Nuclear, Universidad Complutense de Madrid.

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