Faszination Raumfahrt - Vortrag von Thomas Reiter als krönender Semesterabschluss

Die Sitzplätze im großen Hörsaal in Wechloy reichten nicht aus, um allen interessierten Zuhörern Platz zu bieten, als der ehemalige Astronaut Thomas Reiter im Rahmen des Physik-Kolloquiums über seine Arbeit im Weltraum berichtete. Ein halbes Jahr lang war der Luft- und Raumfahrtingenieur als dritter im Bunde auf der internationale Raumstation ISS im Einsatz.

Gebannt lauschte das überwiegend junge Publikum den zum Teil sehr amüsanten Schilderungen von Thomas Reiter, der sehr anschaulich schilderte, wie ein Lebensalltag im Weltraum aussieht. Mittels beeindruckender Videosequenzen und Fotos von der europäischen Mission Astrolab im Jahre 2006 berichte er von seinem Ausflug ins Weltall, den er als bisher einziger deutscher Astronaut unternommen hat. „Das war allerdings alles andere als ein Spaziergang. Denn jede kleinste Bewegung im Raumanzug kostet unter den Druckverhältnissen des Weltraums enorme Kraft, da muss vorher jeder Handgriff klar und vielfach geübt sein“, erzählt Reiter. Neben Reparaturarbeiten und Installationen von neuen technischen Geräten blieb Reiter und seinem Kollegen genügend Zeit, um atemberaubende Blicke auf die Erde zu werfen.

Faszinierend waren dann auch seine Bilder der Nachtseite der Erde, die erhellt wurde von Gewitterblitzen und den Lichtern der Millionen-Städte. Alle neunzig Minuten habe die Raumstation ISS mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Stundenkilometern die Erde umrundet. Während seines 142 Tage dauernden Aufenthalts hat Reiter insgesamt 19 wissenschaftliche Experimente aus den Bereichen Humanmedizin, Physik und Biologie unternommen, die zuvor minutiös geplant waren und kaum Abweichungen vom jeweiligen durchstrukturierten Tagesplan erlaubten Die Aufgaben umfassten beispielsweise Experimente von Schülern als auch die Erprobung von Materialien, die künftig  beim Bau von Satelliten Verwendung finden könnten.

Die anschließenden Fragen aus dem Publikum wiesen ebenso eine große Bandbreite auf: Sie beschäftigten sich z.B. mit denKosten der Raumfähren oder ob man nur als Mitglied der Bundeswehr an einer solchen Mission teilnehmen könne bis hin zur bedeutenden Frage: „Gibt es an Bord der ISS auch Internet?“

Fazit: Ein krönender, sehr gelungener Semesterabschluss des physikalischen Kolloquiums, nicht nur für Zuhörer aus dem Institut für Physik.