Studienaufbau und Studieninhalte 

Das Bachelorstudium Philosophie/Werte und Normen hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern. Der Studiengang gliedert sich in das Basiscurriculum (die ersten beiden Semester) und in das Aufbaucurriculum mit der abschließenden Bachelorarbeit (Semester 3 bis 6, wobei das 6. Semester für die Bachelorarbeit reserviert ist).

Das Basiscurriculum wird von allen Studierenden belegt, erst das Aufbaucurriculum differenziert nach Berufszielen, so dass regelhaft die Entscheidung für eine weitere Ausrichtung des Studiums erst nach dem ersten Studienjahr getroffen wird. Das Basiscurriculum enthält verpflichtend das Modul Grundlagen der Theoretischen Philosophie und ihre Vermittlung (12 KP), das Modul Grundlagen der Praktischen Philosophie und ihre Vermittlung (12 KP) sowie das Modul Logik, wobei das  erste Modul im ersten Studiensemester, das zweite im zweiten Studiensemester und das dritte nach Möglichkeit im ersten oder sonst im dritten Studiensemester absolviert werden sollten.

Das Logik-Modul verbindet eine logisch-semantische Propädeutik mit der Vermittlung von Grundlagen der formalen Logik. Die beiden 12-KP-Module bestehen jeweils aus einer einführenden Überblicksvorlesung, einem darauf bezogenen Tutorium und aus zwei aus einem größeren Angebot auszuwählenden Seminaren, in denen eine Vertiefung des Stoffs anhand exemplarischer Themen stattfindet.

Die Unterscheidung von theoretischer und praktischer Philosophie folgt der traditionellen Systematik der Philosophie und bietet einen sinnvoll gestuften Studienaufbau: Das Modul Grundlagen der Theoretischen Philosophie und ihre Vermittlung stellt, als Einführung in das Studium überhaupt, die Grundlagen der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, der klassischen Logik und der Metaphysik dar und zielt damit auf die Erlangung von Schlüsselkompetenzen für das gesamte Studium. Das Modul Grundlagen der Praktischen Philosophie und ihre Vermittlung zielt, ausgehend von den Grundfragen von Wille, Freiheit und moralischem Sollen, auf die Erlangung von problembewusster Differenzierungsfähigkeit und Kompetenzen im ethischen Argumentieren. Beide Module integrieren fachdidaktische Aspekte und verbinden die Ausbildung von Reflexions- und Argumentationskompetenzen mit Aspekten der Vermittlung und des Wissenstransfers.

Am Ende des ersten Studienjahrs – und damit des Basiscurriculums – wird eine umfassende Studienberatung für den nächsten Studienabschnitt durchgeführt. Das Aufbaucurriculum teilt sich in die zwei Modulpfade Philosophie und Werte und Normen, wobei die Studierenden gemäß ihren Interessen und des angestrebten Berufszieles sich für einen der Pfade entscheiden können (Studierende mit dem Berufsziel Lehrer (M.Ed.) für Philosophie an Gymnasien können innerhalb des Modulpfads Philosophie die Curriculum-Variante Philosophie (GYM) wählen). Die Module der Modulpfade Werte und Normen bilden die Anforderungen der PVO Lehr I ab. Beide Modulpfade sind auf Durchlässigkeit hin konzipiert.

Der Modulpfad Philosophie ohne Lehramtsorientierung wird durch das Aufbaucurriculum Philosophie gebildet. Die Studierenden können nach eigenen Präferenzen zwei der vier 15-KP-Wahlpflichtmodule AM 1 Geschichte der Philosophie, AM 2 Praktische Philosophie – Ethik, Recht, Gesellschaft, AM 3 Theoretische Philosophie und Grundlagen der Wissenschaften und AM 4 Ästhetik/Kulturphilosophie auswählen. Eine Besonderheit des Oldenburger Modells ist, dass die beiden im Bachelorstudiengang nicht gewählten Module dann zu Beginn des Masterstudiums belegt werden müssen. Auf diese Weise ist bei den Master-Absolventen eine fachliche Breite auf gutem Niveau gewährleistet, die nicht durch mehrfaches Durchlaufen ähnlicher Module auf Kosten der in der Studienzeit zu erreichenden Tiefe und Spezialisierung geht.

Der Modulpfad Werte und Normen ist vorrangig für die Lehrerausbildung konzipiert. Im entsprechenden Aufbaucurriculum werden die drei Pflichtmodule AM 5 Geschichte und Lehren der Religionen (12 KP), AM 2a Praktische Philosophie – Ethik, Recht, Gesellschaft (12 KP) sowie AM 6 Fachdidaktik (6 KP) studiert. Für den Bachelor (GHR) Werte und Normen müssen nach dem Basiscurriculum die Aufbaumodule AM 2a und AM 5 studiert werden (das Modul AM 6 Fachdidaktik kann im Masterstudium absolviert werden); für den Bachelor (GYM) Werte und Normen müssen (nach dem Basiscurriculum) die Module AM 2a, AM 5 und AM 6 studiert werden; für den Bachelor (Sopäd) Werte und Normen muss allein das Basiscurriculum studiert werden. In der Curricula-Variante Philosophie (GYM) belegen die Studierenden (nach dem Basiscurriculum) das Modul AM 6 Fachdidaktik und zwei Aufbaumodule, die sie nach eigenen Präferenzen aus den vier 12-KP-Wahlpflichtmodulen AM 1a Geschichte der Philosophie, AM 2a Praktische Philosophie – Ethik, Recht, Gesellschaft, AM 3a Theoretische Philosophie und Grundlagen der Wissenschaften und AM 4a Ästhetik/Kulturphilosophie auswählen.

In beiden Modulpfaden Philosophie und Werte und Normen bleibt es den Studierenden überlassen, die Inhalte der Module nach eigenen Vorlieben auf die drei Studiensemester zu verteilen. Die einzelnen Module sollten im Regelfall binnen zweier Semester abgeschlossen werden; in Einzelfällen kann dies aber auch in einem Semester geschehen.

Das sechste Semester ist der Bachelorarbeit mit dem zugehörigen Abschlusskolloquium vorbehalten.