Qualifikationsziele und Berufsperspektiven/Tätigkeitsfelder 

Qualifikationsziele:

Das Ziel des Philosophiestudiums ist – auf einen Terminus gebracht – die Erziehung zum selbständigen Denken. Philosophie…

  • will bestehende Vorstellungen verstehen, kritisch hinterfragen und weiterentwickeln,
  • bezieht ihren Reichtum dabei aus ihrer langen Geschichte,          
  • ist prinzipiell offen und verändert und erweitert ihre Gebiete kraft ihrer internen Dynamik und dank der immer neuen grundsätzlichen Fragen, die von anderen Disziplinen an sie herangetragen werden,
  • gliedert sich traditionell in die Theoretische Philosophie mit den Disziplinen Ontologie und Metaphysik, Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Philosophie der Sprache, in die Praktische Philosophie mit Ethik, Sozial-, Rechts- und Staatsphilosophie, in dieser Zweiteilung nicht aufgehende Disziplinen wie etwa Ästhetik und Religionsphilosophie und schließlich in die Geschichte der Philosophie.

Daraus ergeben sich als Qualifikationsziele:

  • einen Überblick über zentrale Gebiete der Philosophie und ihre Geschichte zu gewinnen,
  • ausgewählte zentrale Theorien aus diesen Gebieten zu studieren,
  • Genauigkeit im Denken und im sprachlichen Ausdruck bei der Analyse komplexer Probleme zu erlernen,
  • die Zusammenhänge philosophischer Systeme von deren eigenen Voraussetzungen her zu begreifen,
  • kritisch mit historischen Quellen umgehen zu können und Texte aus der Tradition interpretieren zu können,
  • um die Bedeutung von argumentativer Klarheit und Genauigkeit zu wissen und um die Notwendigkeit der philosophischen Fachsprache, aber auch den Problemen damit,
  • die am philosophischen Gegenstand erworbenen Fähigkeiten auf nicht-philosophische Gebiete und außerakademische Bereiche übertragen zu können.

Ziel des Bachelorstudiengangs ist es, die geschilderten philosophischen und allgemeinbildenden Ziele auf einem guten bis sehr guten grundständigen und fortgeschrittenen akademischen Niveau zu realisieren. Dabei soll die philosophische Ausbildung so gründlich sein, dass sie zu einer Fortsetzung im Masterstudiengang auf einem gehobenen wissenschaftlichen Niveau befähigt; die mit den philosophischen Zielen verknüpften allgemeinen Fähigkeiten (hermeneutische Kompetenz, Reflexions- und Argumentationskompetenz, philologisch-historische Kompetenz, sprachliche Kompetenz, Transformationskompetenz) sollen den Bachelor zu einem berufsqualifizierenden Abschluss für diejenigen machen, die mit dem Bachelor-Abschluss in einen Beruf oder andere Bereiche überwechseln.

Berufs- und Tätigkeitsfelder:

Der Bachelor Philosophie/Werte und Normen eröffnet vier Perspektiven:

  • Der 2-Fächer-Bachelor Philosophie (Modulpfad Philosophie) ist Eingangsbedingung für den Fachmaster-Studiengang Philosophie. Berufsziel: Ein in Philosophie ausgebildeter Master mit den entsprechenden beruflichen Perspektiven.
  • Der 2-Fächer-Bachelor Philosophie  (Modulpfad Werte und Normen) ist Eingangsbedingung für verschiedene Master of Education-Studiengänge: a) Gymnasien, b) Haupt- und Realschulen, c) Sonderschulen und d) Berufsschulen (Nebenfach). Berufsziel: Lehrer mit dem Fach Werte und Normen.
  • Der Bachelor Philosophie (beide Modulpfade) ist Eingangsbedingung für den Master of Education im Fach Philosophie. Berufsziel: Lehrer/in an Gymnasien mit dem Fach Philosophie.
  • Studienabschluss als Bachelor.

Dem Studienfach Philosophie sind nur wenige fest umrissene Berufsfelder zugeordnet, und nur ein vergleichsweise geringer Anteil der AbsolventInnen entsprechender Studiengänge kann beruflich im engeren Sinne philosophisch arbeiten. Das Studium der Philosophie bildet in besonderem Maß Schlüsselkompetenzen wie Reflexionsfähigkeit, Argumentationsfähigkeit, Kritikfähigkeit und Kreativität aus, erarbeitet eine grundlegende  geistesgeschichtliche Bildung und bestärkt nicht zuletzt in der „Liebe zur Weisheit“. Philosophen und Philosophinnen sind damit die Generalisten und Generalistinnen unter den Geisteswissenschaftlern.

Neben der in jüngster Zeit stärker nachgefragten Tätigkeit als Philosophie- oder Werte und Normen-Lehrer (hier gibt es ein vorgezeichnetes Berufsfeld) und neben dem klassischen Berufsfeld der Arbeit an Hochschulen (mit einem bekanntlich sehr eingeschränkten Stellenangebot) sind auch Tätigkeiten bei Zeitschriften, Verlagen, anderen Medien, in Bibliotheken, Buchhandlungen, in der Erwachsenenbildung (Akademien, Volkshochschulen), in der öffentlichen Verwaltung und Verbänden, in politischen Bereichen oder auch als freier Autor/freie Autorin häufige Arbeitsbereiche für PhilosophInnen. In jüngerer Zeit kommen Tätigkeiten in Ethikkomissionen, Büros für Technikfolgenabschätzung, Unternehmensberatungen oder in philosophischen Praxen als  interessante und erfolgversprechende Berufsfelder für AbsolventInnen der Philosophie hinzu. Aufgelistet seien einige Beispiele, die das Spektrum an Möglichkeiten verdeutlichen:

  • Personalmanagement
  • Öffentlichkeitsarbeit, Public Relations
  • Technische Dokumentation, Redaktion, Lektorat, Pressearbeit
  • Marketing, Werbung
  • Betreuung von Kunden und Mitarbeitern, Reiseleitung
  • Weiterbildung, Ausbildung, Schulung
  • Organisation und Management, Geschäftsstellenleitung
  • Vorstands-/Geschäftsführungsassistenz
  • Ethik- und Sozialberatung
  • Wissenschaftsverwaltung, Wissenschaftsmanagement